Hohe Wogen geschlagen
Editorial |
Von Sommerloch und Ferienpause ist in der Branche nichts zu spüren. Im Gegenteil. Auch wenn der sich verfestigende Konjunkturaufschwung in der Bürowirtschaft noch keine nennenswerten Spuren hinterlassen hat (und erfahrungsgemäß erst auch nach einer zeitlichen Verzögerung Auswirkungen zeigt) – Aktivitäten und Themen, über die es sich zu berichten lohnt, gibt es zuhauf.
Das Spektrum allein im Handel reicht vom neuen Engagement des Global Players Staples, der beispielsweise innerhalb der Fachmarktsparte mit Neueröffnungen und dem Test eines neuen Fachmarkttyps für Schwung sorgen will, bis zu verstärkten Aktivitäten bei den Marketinggruppen im Handel. Für eine Überraschung und einigen Diskussionsstoff hat zudem in der Distribution die angekündigte Zusammenarbeit der Großhändlergenossenschaft Egropa mit Soft-Carrier gesorgt. Nüchtern betrachtet geht es dabei lediglich um die Option, den Egropa-Mitgliedern neue Möglichkeiten in der Beschaffung zu offerieren, branchenpolitisch gesehen zeigt das Agreement allerdings, dass die alten Feindbilder im Großhandel keine Gültigkeit mehr zu haben scheinen. Schon die Jahrestagung des Großhandelsverbandes GVS im April in Berlin hatte gezeigt, dass eine Neuausrichtung und damit verbunden eine Öffnung des Verbandes notwendig sei und angestrebt werde.
Im Top-Thema in dieser Ausgabe geht es dagegen um eine grundlegende Problematik, die generell und besonders auch in der Branche oft ein Tabu-Thema darstellt. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland pro Jahr über 70 000 Unternehmensnachfolgen. Das Lösen eines Nachfolgeproblems ist oft ein schwieriger Prozess, der einen längeren Zeitraum in Anspruch nimmt und entsprechend eine sorgfältige Vorbereitung und Begleitung erfordert. Das Verschwinden zahlreicher traditionsreicher PBS-Standorte unterstreicht, wie wichtig es ist, sich mit dieser Frage ernsthaft und qualifiziert auseinanderzusetzen. Erfolgreiche Beispiel zeigen, wie es in der Praxis gehen kann.
Ein weiteres Kernthema, das wir in dieser Ausgabe aufgreifen, beschäftigt sich mit der Bedeutung der Marke. Dabei geht es um die grundsätzliche Betrachtung im Spannungsfeld mit No-Names und Handelsmarken, aber auch um jüngste Entwicklungen aus Endkundensicht. Die Verbraucher in Deutschland schauen laut einer aktuellen GfK-Studie trotz Krise weniger stark auf den Preis als früher. Der Faktor Qualität sei bei den Einkäufen signifikant gestiegen, die „Geiz-ist-Geil“-Mentalität sei vorbei. Teure Premiumprodukte könnten sich viele Konsumenten wiederum nicht leisten, deswegen gewännen die Marken in den mittleren Preislagen zunehmend an Bedeutung, so die Erkenntnis.
Viele neue Anregungen bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht Ihnen Ihr
Werner Stark
werner.stark@pbs-business.de
(22.07.10)
