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EHI-Studie: Inventurverluste von 3,8 Milliarden Euro

  • 14.06.2013
  • Monitor
  • Stefan Syndikus

In einer aktuellen Studie hat das EHI-Institut in Köln die Inventurdifferenzen im gesamten deutschen Einzelhandel im vergangenen Jahr auf 3,8 Milliarden Euro beziffert.

Diebstähle durch unehrliche Kunden sind mit rund 1,9 Milliarden Euro nach wie vor für gut die Hälfte der Schäden verantwortlich. Den eigenen Mitarbeitern werden immerhin 800 Millionen angelastet. Der Rest entfällt auf Lieferanten und Servicekräfte (knapp 400 Millionen Euro) sowie organisatorische Fehler. Statistisch betrachtet, stiehlt jeder deutsche Haushalt jährlich Waren im Wert von rund 50 Euro im Einzelhandel. Diese Ergebnisse stellte das EHI in seiner Studie „Inventurdifferenzen 2013“ auf dem EHI-Sicherheitskongress 2013 in Köln vor.

Damit sind die Verlustraten stabil auf hohem Niveau und das obwohl der Handel jährlich rund 1,2 Milliarden Euro in Präventiv- und Sicherungsmaßnahmen investiert, um seine Waren vor Diebstählen zu schützen. Insgesamt entgehen dem Handel damit durch Inventurdifferenzen und Sicherheitsmaßnahmen rund 1,3 Prozent seines Umsatzes. Im Fokus der Sicherheitsaufwendungen stehen erweiterte Kameraausstattungen, Schulungen zur Steigerung der Aufmerksamkeit von Mitarbeitern sowie verbesserte Warensicherungen.

Nach Angaben des EHI werden nur weniger als zwei Prozent der Ladendiebe geschnappt. Dabei sind es sind primär Täter mit „professionellem“ Hintergrund oder Personen, die ihren Lebensunterhalt durch Straftaten bestreiten, die im Handel große Schäden verursachen. Ein Indiz dafür ist die Tatsache, dass die angezeigten einfachen Ladendiebstähle kontinuierlich zurückgehen, während sich die angezeigten schweren Ladendiebstähle in den letzten fünf Jahren verdoppelt haben.

Zu den am häufigsten geklauten Artikeln gehören im Lebensmittelhandel nach wie vor kleine, teure Waren wie Parfüm und Kosmetik, Rasierklingen, Spirituosen sowie Tabakwaren. Im Bekleidungshandel werden vor allem hochwertige Marken bevorzugt, aber auch modische Artikel und Accessoires (Brillen, Tücher, Modeschmuck etc.) werden oft nicht bezahlt. Speichermedien, Konsolenspiele, Smartphones und LED-Leuchtmittel gehören zu den „Klaurennern“ im Elektronikhandel.

Kontakt: www.ehi.de

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