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Der Verband der KMU-Berater warnt die kleinen und mittleren Unternehmen vor Mängeln bei der Beratung durch Banken. (ThinkstockPhotos 637326492)
Der Verband der KMU-Berater warnt die kleinen und mittleren Unternehmen vor Mängeln bei der Beratung durch Banken. (ThinkstockPhotos 637326492)

Mittelstandsfinanzierung: Kleine Unternehmen sollten Verhandlungsposition verbessern

Kleine Unternehmen mit bis zu 40 Mitarbeitern schätzen ihre Finanzierungs- und Banken-Situation wesentlich schlechter ein als größere Unternehmen, so ein Ergebnis des KMU-Banken-Barometers 2017.

Der Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“ hat diese Umfrage unter Unternehmen jetzt zum vierten Mal durchgeführt. Die KMU-Berater weisen besonders auf drei Bereiche hin, die die kleineren Unternehmen am negativsten einschätzen:

  1. So werden nur sechs Prozent der Unternehmer von ihren Banken vollumfänglich über das Ergebnis des Bankenratings für ihr Unternehmen informiert.
  2. Ebenfalls nur sechs Prozent erleben, dass ihre Banken und Sparkassen ihnen öffentliche Förderkredite positiv und aktiv anbieten.
  3. Und nur drei Prozent stimmen voll der Aussage zu, dass Sicherheiten bei der Kreditgewährung nicht die entscheidende Rolle spielen.

„Damit wird deutlich, dass die Verhandlungsposition der kleineren Unternehmen im Kreditgespräch relativ schwach ist“ betont Andreas Glandorf, Mitglied in der Fachgruppe Finanzierung-Rating der KMU-Berater. Denn die Ratingnote als wesentliche Grundlage jeder Kreditentscheidung müsse ein Unternehmen kennen, um seine Verhandlungsposition einschätzen zu können. Ebenfalls wichtig seien die Ergebnisse der Kapitaldienstfähigkeitsberechnung und die Bewertung der gegebenen Sicherheiten durch die Bank. „Unternehmen, die diese drei Bestimmungsfaktoren für die Kreditbereitschaft ihrer Bank kennen, können die eigene Verhandlungsposition realistisch einschätzen und gehen damit gut vorbereitet in ihre Kreditverhandlungen“ erläutert Glandorf.

Die KMU-Berater empfehlen daher den Unternehmern, ihre Bankbetreuer beharrlich nach dem Ergebnis des Bankenrating, der Kapitaldienstfähigkeitsberechnung und der Sicherheitenbewertung zu fragen. Auf dieser Informationsbasis falle den Unternehmen auch das Einfordern öffentlicher Förderkredite sehr viel leichter. „Dass die Kreditinstitute hier unverändert sehr wenig aktiv beraten, sollten Unternehmen nicht hinnehmen“ so Glandorf.

Die KMU-Berater empfehlen außerdem, sich nicht auf eine kreditgebende Hausbankbeziehung zu verlassen. „Zwei kreditgebende Hausbanken sollten heute der Standard sein“ ist Glandorf überzeugt. Darüber hinaus sollten die Unternehmen prüfen, ob weitere Finanzierungsalternativen wie zum Beispiel Leasing, Factoring, Beteiligungskapital und auch ergänzende Angebote im Internet für ihren Finanzierungs-Mix interessant und sinnvoll sein könnten.

Weitere Informationen und erläuternde Grafiken unter www.banken-barometer-2017.kmu-berater.de.

Kontakt: www.kmu-berater.de 

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