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KMU-Berater: Tipps für bessere Zinskonditionen

  • 20.08.2014
  • Monitor
  • Stefan Syndikus

Anlässlich der Überarbeitung des risiko-bezogenen Preissystems der KfW-Mittelstandsbank empfiehlt der KMU-Beraterverband das neue Zinssystem richtig zu nutzen, um bessere Konditionen für Unternehmenskredite zu erhalten.

Die KfW-Mittelstandsbank hat seit 1. August ihr Preissystem angepasst. Das Prozedere: Die Hausbank des Unternehmens muss der KfW die Ausfallwahrscheinlichkeit sowie eine Aussage zur Besicherung mitteilen; mit diesen Werten ordnet die KfW dann das Unternehmen sieben Bonitätsklassen und drei Besicherungsklassen zu – und ermittelt aus der Kombination dieser Werte insgesamt neun Preisklassen von „A“ bis „I“. Durch die aktuelle Modifizierung werden Kredite nach Angaben des KMU-Beraterverbandes ab Preisklasse „C“ teurer: Wer beispielsweise noch bis 24. Juli ein Angebot für den KfW-Unternehmerkredit in Preisklasse „C“ für 2,17 Prozent p.a. effektiv erhalten hatte (für zehn Jahre fest), der muss in der Preisklasse „C“ seit 1. August 2,47 Prozent zahlen.

Doch die von der KfW genannten Zinssätze sind nur eine Zinsobergrenze, die Hausbank könne auch einen niedrigeren Zinssatz ansetzen, erklärt Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Winfried J. Schönefuß von der Fachgruppe Finanzierung-Rating im KMU. Die Kreditinstitute werden von der Bankaufsicht angehalten, ihre Kreditzinsen risikobezogen zu gestalten – doch viele Banken und Sparkassen sprechen mit ihrem Kunden nicht über diese Zinsgestaltung. „Das Preissystem der KfW können Unternehmen in seiner Grundstruktur durchaus als Muster für die Zinsfindung bei allen Kreditinstituten ansehen und dies in ihre Verhandlungen einbeziehen“, so Schönefuß. Es gelte immer: Besseres Rating und mehr Sicherheiten müssen niedrigere Zinssätze zur Folge haben.

Der Verband empfiehlt, die Hausbank mit allen Informationen zur Vermögens- und Ertragslage sowie den Faktoren, welche die Zukunftsaussichten des Unternehmens beeinflussen, umfassend zu versorgen. Zudem lohne es, sich die Gründe, die zu der konkreten Einschätzung des Unternehmens hinsichtlich Bonität und Besicherung geführt haben, erläutern zu lassen. So könne man erkennen, durch welche Maßnahmen (zum Beispiel Verstärkung des Eigenkapitals) sich mittelfristig die Bonität des Unternehmens und damit die Einschätzung durch die Hausbank verbessern lasse. Dies könne sich bei künftigem Finanzierungsbedarf positiv auf den Zins für die dann benötigten Kredite auswirken. Obendrein solle man sich Vergleichsangebote bei mehreren Banken oder Sparkassen einholen.

Kontakt: www.kmu-berater.de; www.kfw.de

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