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Zoll verzeichnet steigende Menge gefälschter Waren

2011 beschlagnahmten die Zollbehörden der EU fast 115 Millionen Waren, bei denen ein Verstoß gegen Rechte des geistigen Eigentums vermutet wurde. 2010 waren es noch 103 Millionen.

Zollfahnder öffnen einen verdächtigen Container.
Zollfahnder öffnen einen verdächtigen Container.

Die Zahl der abgefangenen Waren nahm somit gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent zu. Der Warenwert betrug laut dem Jahresbericht der Kommission fast 1,3 Milliarden Euro, gegenüber 1,1 Milliarden Euro in 2010. Der aktuelle Bericht enthält auch Statistiken über Art, Ursprung und Beförderungsmethoden von Waren, die an den Außengrenzen der EU beschlagnahmt wurden. Bei den zurückgehaltenen Waren handelte es sich in erster Linie um Arzneimittel (24 Prozent), Verpackungsmaterial (21 Prozent) und Zigaretten (18 Prozent). Produkte des täglichen Bedarfs und Produkte, die für Verbraucher gesundheitsgefährdend sein können, machten insgesamt 28,6 Prozent der zurückgehaltenen Waren aus. Die gefälschten Waren stammten überwiegend aus China (73 Prozent). Bei bestimmten Produktkategorien stehen andere Länder an erster Stelle.

In Ihrer Statistik weißt die Kommission auch die Menge des beschlagnahmten Bürobedarfs sowie unter der Kategorie Elektronik abgefangenes Computerzubehör, Druckerverbrauchsmaterialien sowie Speichermedien aus. Insgesamt zog der Zoll im vergangenen Jahr 351 510 Tintenpatronen und Tonerkartuschen mit einem Warenwert von mehr als zwei Millionen Euro sowie 166 652 Speichersticks und -Karten im Wert von mehr als 3,4 Millionen Euro aus dem Verkehr. Die Menge des im vergangenen Jahr abgefangenen Computerzubehörs, sowohl Hardware als auch Accessoires und Teile, lag bei 480 225 Produkten im Wert von knapp 14 Millionen Euro. Beim Bürobedarf beschlagnahmten die Behörden rund 2,2 Millionen Produkte im Wert von mehr als drei Millionen Euro. Bei der Herkunft der gefälschten Produkte liegt, wie auch in der Gesamtstatistik, China vorn. Lediglich beim Computerzubehör spielt, laut Zoll-Statistik, Tunesien mit einem Anteil von 39,63 Prozent eine Rolle als Herkunftsland gefälschter Waren.

Algirdas Šemeta, zuständiges Kommissionsmitglied für Steuern, Zoll, und Betrugsbekämpfung, gemeinsam mit Inspekteuren des litauischen Zolls.
Algirdas Šemeta, zuständiges Kommissionsmitglied für Steuern, Zoll, und Betrugsbekämpfung, gemeinsam mit Inspekteuren des litauischen Zolls.

„Die Zollbehörden sind die erste Verteidigungslinie der EU gegen nachgeahmte Waren, die die Sicherheit unserer Bürger bedrohen und legal arbeitenden Unternehmen schaden“, erklärt Algirdas Šemeta, zuständiges Kommissionsmitglied für Steuern, Zoll, und Betrugsbekämpfung. Aus dem Bericht werde deutlich, dass der Zoll in diesem Bereich eine intensive und wichtige Aufgabe erfüllt. Zusammen mit internationalen Partnern, der Wirtschaft und den Mitgliedsländern werde man sich weiterhin für einen noch stärkeren Schutz der Rechte des geistigen Eigentums einsetzen.

Kontakt: www.europa.eu

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