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Elektroschrott-Rücknahme: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Umsetzung im Handel (Bild: DUH)
Elektroschrott-Rücknahme: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Umsetzung im Handel (Bild: DUH)

Deutsche Umwelthilfe: Handel sabotiert Rückgabe alter Elektrogeräte

Seit dem 24. Juli 2016 können Verbraucher alte Elektrogeräte bei größeren Händlern abgeben, damit diese ordnungsgemäß entsorgt werden. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nehmen zahlreiche Handelsunternehmen ihre neuen Pflichten nicht ernst.

Alte Elektrogeräte, die eine Kantenlänge von weniger als 25 cm haben, müssen vom Handel kostenlos zurückgenommen und umweltgerecht entsorgt werden. So schreibt es das neue Elektrogesetz vor. Das betrifft Händler, deren Verkaufs-, bzw. Versand- und Lagerfläche für Elektrogeräte mehr als 400 Quadratmeter groß ist. Das Gesetz kommt nicht überraschend, denn stationäre wie auch Online-Händler hatten monatelang Zeit, sich auf die jetzt geltenden Regelungen vorzubereiten. „Umso erstaunlicher ist es, dass sich nun viele Händler nicht daran halten“, so die DUH.

Von Juli bis August 2016 hat die DUH 45 große Elektrofachgeschäfte, Baumärkte, Möbelhäuser und Online-Händler besucht und die Rückgabemöglichkeiten für alte Elektrogeräte überprüft. Das Ergebnis: Die Mehrheit informiert die Verbraucher nicht oder fehlerhaft, erschwert die Rückgabe durch zusätzliche Kosten, lange Wartezeiten oder einen hohen Packaufwand. Manche Händler nahmen die Geräte gar nicht zurück. Bisher profitiert der Handel von der schwer nachzuweisenden Größe der Verkaufs-, bzw. Versand- und Lagerfläche von Elektrogeräten, die laut Gesetz 400 Quadratmeter überschreiten muss. „Mit Hinweis auf die Verkaufsfläche von Elektrogeräten verweigern zahlreiche Händler die Altgeräterücknahme. Der Kunde müsste nun mit einem Maßband das Ladengeschäft vermessen, um sein Rückgaberecht durchzusetzen. Das ist absurd, verbraucherunfreundlich und in vielen Fällen sogar illegal“, kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Besonders im Online-Handel sind die Kunden nicht in der Lage, eine behauptete kleinere Versand- und Lagerfläche zu überprüfen. Die DUH fordert nun, diese Praxis sofort zu beenden, Verbraucher aktiv aufzuklären und die Rückgabe einfach und verbraucherfreundlich zu gestalten. Wegen Rücknahmeverweigerung hat die DUH die Branchenriesen Amazon und Ikea bereits abgemahnt. Die komplette Auswertung der Testbesuche sind auf der DUH-Website zu finden.

Kontakt: www.duh.de

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