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Blick nach vorne zum Jubiläum

Bis zur Erfindung des Selbstfärbestempels war für das Stempeln immer ein separates Stempelkissen erforderlich. Trodat hat 1976 Kissen und Stempel in ein Produkt integriert – und bis heute Erfolg damit.

Trodat wurde vor 100 Jahren in Wien als Gummistempelhersteller gegründet.
Trodat wurde vor 100 Jahren in Wien als Gummistempelhersteller gegründet.

Im Jahr 1912 – vor 100 Jahren – ahnt der Gummistempelhersteller Franz Just noch nicht, dass er dabei ist, den Grundstein für einen Weltkonzern zu legen. Was mit einem Lehrling und einem Gesellen in der ausgehenden Donaumonarchie begann, ist heute ein weltumspannendes Unternehmen mit gut 1000 Mitarbeitern. Den weltweiten Durchbruch schafft das Unternehmen 1976 mit der Vorstellung des Selbstfärbestempels „Printy 1“. Das Produkt trifft den Nerv der Zeit und findet so gute Resonanz am Markt, dass es die einfachen handfärbenden Datum- und Ziffernstempel in vielen Märkten verdrängt – in Deutschland allerdings beträgt der Anteil von klassischen Stempeln am Gesamtmarkt indes immer noch rund 75 Prozent.

Trodats Selbstfärbestempel „Printy“ wird zum Massenprodukt, das heute in 150 Länder exportiert wird. Mit dem „Printy“ schafft das Unternehmen ein neues Marktsegment und sichert sich nach eigenen Angaben die Weltmarktführerschaft. Der „Printy 1“ und seine Nachkommen haben sich bis heute millionenfach verkauft.

Ausschnitt aus der Produktwelt von Trodat
Ausschnitt aus der Produktwelt von Trodat

„Auf dem Weg zur Marktführerschaft legte der technische Vorsprung die Basis, aber erst die besondere Kreativität und Systematik im Vertrieb bringen den globalen Erfolg“, unterstreicht das Unternehmen. Als Exporteur in 150 Länder der Welt ist es wichtig, sich auf andere Kulturen einzulassen und die Märkte zu kennen. Es gibt Produkte, die weltweit nachgefragt werden, und es gibt Produkte, die Trodat für regionale Märkte entwickelt hat. Ein Beispiel sind die runden Selbstfärbestempel, die vor allem in Osteuropa und in Russland nachgefragt sind, ein anderes die handlichen Stempel „Printy mobile“, die zum Beispiel in Japan und in Brasilien benötigt werden. „Wenn wir unsere Entwicklung in den ersten 100 Jahren betrachten, zeigt sich, dass wir die Märkte und die Bedürfnisse der Anwender mehrfach richtig interpretiert haben. Das birgt noch eine Menge an strategischen Möglichkeiten für die Zukunft“, so Michael Peduzzi, der Geschäftsführer der Trodat-Holding.

Mit Stolz blickt das Unternehmen auf seine 100-jährige Geschichte, richtet aber den Blick vor allem voraus – unter dem diesjährigen Motto „Trodat Next 100“. Markus Würcher, Geschäftsführer der Trodat GmbH, sagt, das Unternehmen sei Beispiel für eine erstaunliche Transformation: „Wir haben die Stärken eines über lange Strecken patriarchalisch geprägten Unternehmens bewahrt und diese erfolgreich in eine moderne Unternehmenskultur übergeführt. Heute sind wir ein global aufgestelltes Unternehmen mit flachen Hierarchien. Geblieben ist uns aber die positive Identität eines Familienunternehmens mit einer klaren Werteorientierung.“

Vielfältige Produktwelt

Den „Printy“ gibt es inzwischen in der Version 4.0 – als klimaneutrales Produkt. Daneben bietet Trodat mit der „Professional Line“ Text- und Datumsstempel für den täglichen Einsatz. Die Produktwelt von Trodat ist vielfältiger denn je. Akzente setzt Trodat immer wieder mit seinem Tochterunternehmen Trotec, einem Hersteller für Maschinen zur Gravur von Stempeltextplatten und Spezialist für Lasertechnik. Seit 1997 wächst Trotec kontinuierlich. Auf der Paperworld 2012 stand bei Trodat die Multicolor-Impression-Technik im Mittelpunkt. Sie wurde in der Zusammenarbeit von Trodat und Trotec entwickelt und macht mehrfarbige Stempelabdrücke möglich. Die Mehrfarbstempel werden sowohl im Geschäfts- als auch im Privatleben eingesetzt.

Software für die Online-Vermarktung

Immer wichtiger werden mit dem Internet neue Vertriebswege für Stempelmacher und PBS-Fachhandel. Nach der Einführung der ersten B2B-Lösung vor über zehn Jahren stellte Trodat vor rund zwei Jahren die Softwarelösung „uTypia Consumer“ vor, die inzwischen bereits bei rund 50 Bürofachhändlern in deren Onlineshops eingebunden ist. Über sämtliche „uTypia“-Shops können Fachhändler dank speziell programmierter Module nicht nur Stempel, sondern auch Zusatzsortimente wie Gravur- oder Printprodukte vertreiben. In erster Linie nutzen die Endkunden den Stempelshop natürlich zur Erstellung und Bestellung von Stempeln.

Shopoberfläche von „uTypia“: Fachhändler können Stempel und weitere Sortimente online vermarkten.
Shopoberfläche von „uTypia“: Fachhändler können Stempel und weitere Sortimente online vermarkten.

Shopbesitzer können ihren „uTypia“-Onlineshop optisch und inhaltlich individuell gestalten. Zahlreiche Farbstyles stehen zur Verfügung, die Startseite ist flexibel gestaltbar. Angebotene Produkte, Preise, Zahlungs- und Versand-optionen werden vom Shopbesitzer definiert, der volle Administrationsrechte und Zugang zu allen Statistiken und Daten des Shops hat.

www.trodat.de

www.utypia.com

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