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Ganzheitlich ökologisch handeln

Nach einjähriger Paperworld-Abstinenz kehrt der österreichische Stempel-Spezialist Trodat nach Frankfurt zurück. Wir sprachen mit Roland Rier, Geschäftsführer von Trodat Deutschland, über die Marktentwickung und neue Produkte.

Wie schätzen Sie aktuell die Entwicklung des Stempelmarkts in Deutschland ein? Und wie verläuft die wirtschaftliche Entwicklung bei Trodat?

Roland Rier, Geschäftsführer von Trodat Deutschland
Roland Rier, Geschäftsführer von Trodat Deutschland

Der deutsche Stempelmarkt hat sich nach den doch relativ starken Rückgängen im Vorjahr Anfang dieses Jahres stabilisiert und zeigt jetzt wieder eine Entwicklung nach oben. Es scheint außerdem, dass sich die markttechnische Grundweisheit bestätigt, nach der in der Krise der Marktführer relativ im Sinne von Marktanteilen gewinnt. Das heißt: Schwächere Marken bzw. minderwertige Produkte verlieren in Krisenjahren überproportional. Hier bestätigt sich die langjährige Pionierarbeit von Trodat in Richtung Marken- und Preispflege sowie die Forcierung der Selbstfärber-Technologie. Darüber hinaus hatte das

Trodat-Management bereits im Herbst 2008 die Anzeichen der Wirtschaftskrise erkannt und sich darauf eingestellt. Das Jahr 2009 war dementsprechend geprägt von Kostensenkungsprogrammen über alle Bereiche unserer Unternehmensgruppe hinweg. Diese Programme tragen jetzt Früchte, und wir werden dieses Jahr erneut mit einem deutlich positiven Ergebnis abschließen.

Nach einem Jahr Pause wird das Unternehmen im kommenden Jahr wieder auf die Paperworld zurückkehren. Was können Sie schon über den neuen Messeauftritt verraten?

Wir werden auf der kommenden Paperworld wieder auf unserem „Stammplatz“ in der Halle 3 unter den Top-Markenherstellern zu finden sein. Nach dem vorjährigen Fernbleiben werden wir diesmal mit mehreren Innovationen in Frankfurt antreten. Ein Besuch auf der Paperworld wird sich daher in jedem Fall lohnen. Die Vorbereitungsarbeiten hinsichtlich der Listung unserer Neuheiten bei allen großen PBS-Wiederverkäufern laufen auf Hochtouren. Mit den neuen Katalogen Anfang kommenden Jahres wird dann auch das „Geheimnis“ unserer Neuheiten vollends gelüftet.

Stichwort Umwelt: Gibt es Ergänzungen bei den „Eco“-Produkten? Und bei der scheinbaren Dominanz der Kunststoff-Stempel: Welche Bedeutung haben eigentlich heute noch klassische Holzstempel im Markt?

Deutscher Markt mit Sonderstellung: Mehrfarbige Selbstfärbe-Stempel haben hierzulande immer noch einen schweren Stand.
Deutscher Markt mit Sonderstellung: Mehrfarbige Selbstfärbe-Stempel haben hierzulande immer noch einen schweren Stand.

Aus unserer Unternehmensphilosophie leiten wir die Verantwortung für Mensch und Umwelt ab. Daher ist es uns schon seit langem ein Anliegen, ganzheitlich ökologisch zu handeln. Mit unserer schon angesprochenen Innovation, deren technischen Vorzüge ich hier noch nicht im Detail nennen darf, bringen wir jedenfalls den ersten klimaneutral produzierten Stempel der Welt auf den Markt. Und auch dabei ist unser Ansatz ein ganzheitlicher: Zuerst reduzieren wir beim Produkt so weit wie möglich die CO2-Emissionen. Im zweiten Schritt werden für die unvermeidbaren Restmengen von CO2, den sogennannten CO2-Fußabdruck, Projekte, die vom WWF vorgeschlagen werden, als Kompensation verwirklicht. Am Ende des Tages sind somit für dieses Produkt keine CO2-Emissionen mehr zu verzeichnen. Was übrigens gerade beim klassischen Holzstempel nicht der Fall ist. Dort wird ja viel Energie für Gewinnung, Verarbeitung, Lackierung und Transport verbraucht, was einen beträchtlichen CO2-Ausstoß mit sich bringt. Gerade im Hinblick auf die Holzstempel nimmt übrigens der deutsche Stempelmarkt eine Sonderstellung ein. Hier macht der Holzstempelanteil am gesamten Stempelmarkt immer noch rund 75 Prozent aus. Einmal abgesehen von den ergonomischen, hygienischen und wirtschaftlichen Vorteilen des Selbstfärbers gegenüber dem Holzstempel: Auch aus ökologischen Erwägungen ist es eigentlich an der Zeit, diesen Anteil zugunsten der Selbstfärber zu drehen.

Serviceleistungen und Verkaufsunterstützung spielen für den Handel eine wichtige Rolle. Was bietet Trodat seinen Partnern, und gibt es in diesen Bereichen Erweiterungen des Angebots?

Für ein beratungsintensives Produkt wie den Stempel ist Schulung des Verkaufspersonales inklusive Entwicklung von verkaufsfördernden Unterlagen unerlässlich. In diesem Bereich sind wir seit Jahren aktiv, und wir erweitern unser Angebot laufend. Für das nächste Jahr werden wir im Rahmen der Neuprodukteinführung eine Vielzahl an Aktivitäten mit unseren Partner umsetzen, u.a. wird es einen Wettbewerb mit attraktiven Preisen wie etwa Flugreisen geben.

„Grün“ als Standard etablieren

Seit Juli ist Trodat offizieller Kooperationspartner der Umweltstiftung WWF Österreich. Eine logische Konsequenz für das Unternehmen, das sich schon länger mit dem Thema Umwelt beschäftigt. Und während die Nachfrage der Verbraucher nach „grünen Produkten“ steigt, nimmt auch gleichzeitig die Unsicherheit zu, sich im Dickicht von Umweltlabeln, Recyclingprodukten und einfach nur als „grün“ bezeichneten Produkten zurechtzufinden. Daher hat man sich, wie im nebenstehenden Interview schon angedeutet, bei Trodat für einen anderen Weg entschieden: „Unser Hauptgeschäft muss wirklich grün sein“, erklärt Markus Würcher, Geschäftsführer Trodat GmbH. „Wir gehen den Weg der Co2-Reduktion und Klimaneutralität aus voller Überzeugung.“ Das bestätigt ihm auch Hildegard Aichberger, Geschäftsführerin des WWF Österreich: „Es gibt am Markt den Hype ,Klimaschutz‘, und alle wollen auf diesen Zug aufspringen. Bei Trodat sieht man, wie unternehmerische Sozialverantwortung funktioniert: Trodat zieht an allen Fäden und bezieht seine Aktivitäten auf die gesamte Wertschöpfungskette.“

Mit dem anstehenden Generationswechsel setzt Trodat ganz auf die CO2-Neutralität.
Mit dem anstehenden Generationswechsel setzt Trodat ganz auf die CO2-Neutralität.

www.trodat.de

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