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Der „neue Pelikan” startet durch

„Wie viele Küken sitzen noch im Nest?“ fragt Pelikan-Europa-Vertriebs- und Marketingchef Arno Alberty beim Plausch mit Journalisten nach der Pressekonferenz im Dezember vergangenen Jahres in Frankfurt, wo er die neue Pelikan-Strategie vorstellte.

Läutet 2008 das Jahr der Innovationen ein: Pelikan-Europa-Vertriebs- und Marketingchef Arno Alberty
Läutet 2008 das Jahr der Innovationen ein: Pelikan-Europa-Vertriebs- und Marketingchef Arno Alberty

Läutet 2008 das Jahr der Innovationen ein: Pelikan-Europa-Vertriebs- und Marketingchef Arno AlbertyEins sei geblieben, früher seien es mal zwei, anfangs sogar vier gewesen, erklärt er, als keiner eine Antwort weiß. Gemeint ist die bekannte Pelikan-Bildmarke, die sich über die Jahre weiterentwickelt hat. In dem Nest, in dem der stolze Pelikan sein Gefieder heutzutage schüttelt, sitzt nach Anpassung an den aktuellen Zeitgeist im Jahr 2003 nur noch ein einziges Pelikan-Junges. – Frischer Wind weht seit einiger Zeit auch im ganzen Unternehmen. „Wir sind auf gutem Wege, aus der Zersplitterung wieder ein Unternehmen zu machen, dafür haben wir alte Zöpfe radikal abgeschnitten“, so Alberty.

Nachdem der frühere Pelikan Deutschland-Chef Eckhart Seewöster, 65, sich Mitte des vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedete, rätselt die Branche bislang neugierig über einen Nachfolger. Ende Januar werde man das Geheimnis lüften, so Alberty, der sicher ist, den richtigen Mann gefunden zu haben. Der „Pelikan greift wieder an“, titulierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung folgerichtig.

Für 2008 habe man die Weichen für eine weitere Zusammenführung der Pelikan-Marken unter einem gemeinsamen Pelikan-Dach gestellt, beschreibt Alberty den bisherigen Umbau-Prozess des Unternehmens. Die Pelikan International Corp., in Besitz des malayischen Investors Hooi Keat Loo, generiert 85 Prozent ihrer Umsätze in Europa, davon allein 40 Prozent in Deutschland, weitere Kernmärkte sind die Schweiz, Spanien und Italien. Das operative Geschäft wird vom Stammsitz in Hannover geführt, die Europaholding Pelikan International residiert in Zug in der Schweiz, 87 Prozent der Anteile gehören Loo. Durch die Akquisition der Marken Geha und Pelikan Hardcopy in 2007 konnte Pelikan den Umsatz von 142 Millionen Euro nahezu verdoppeln. Vorbehaltlich weiterer Akquisitionen – man befände sich weiterhin in Gesprächen mit verschiedenen Herstellern – erwartet Alberty zehn Prozent organisches Wachstum in 2008 für die Gruppe weltweit, bereits 2007 plante man das Umsatzziel von 270 Millionen Euro zu übertreffen.

Der „neue Pelikan” präsentiert sich heute als starke internationale Gruppe (im Bild Pelikan-Präsentation auf der Spicersworld). Christian Winter, Vice President Sales & Marketing Europe, und Simone Bahrs, International Marketing Manager bei Pelikan, freue
Der „neue Pelikan” präsentiert sich heute als starke internationale Gruppe (im Bild Pelikan-Präsentation auf der Spicersworld). Christian Winter, Vice President Sales & Marketing Europe, und Simone Bahrs, International Marketing Manager bei Pelikan, freuen sich auf ihre Aufgaben (Mitte). Erik A.J. Andriessen verantwortet das internationale Marketing für den Geschäftsbereich Hardcopy.

Der „neue Pelikan” präsentiert sich heute als starke internationale Gruppe (im Bild Pelikan-Präsentation auf der Spicersworld). Christian Winter, Vice President Sales & Marketing Europe, und Simone Bahrs, International Marketing Manager bei Pelikan, freuen sich auf ihre Aufgaben (Mitte). Erik A.J. Andriessen verantwortet das internationale Marketing für den Geschäftsbereich Hardcopy.Der „neue Pelikan“ präsentiert sich heute als starke internationale Gruppe mit den Segmenten Papier, Schreibgeräte und Büro, Pelikan Hardcopy, Geha Präsentationssysteme und Aktenvernichter sowie der im vergangenen Jahr akquirierten German Hardcopy AG. Das breite Markenportfolio von „Pelikan“ über „Geha“, „boeder“, „i-change“ und „Emtec“ decke unterschiedliche Branchensegmente ab und umfasse alle zukunftsträchtigen Bereiche in den PBS- und Hardcopy-Märkten. Pelikan will eine eindeutige Markenstrategie fahren und die „freundlichen Aspekte der Marke Pelikan herausstellen“, denn, so Alberty weiter, „für den Endverbraucher war Pelikan immer Pelikan“. Geha soll als Zweitmarke platziert werden.

Core-Kompetenz Tinte und Schreiben Core-Kompetenz bleibe aber das Thema Tinte und Schreiben, so Alberty; dafür will er den PBS-Bereich im Segment Office und Schule ausbauen. Pelikan unterhält eigene europäische und internationale Vertriebsorganisationen in allen Schlüsselmärkten. Die Vertriebsgesellschaft wird in dem für Pelikan immer noch größten Markt Deutschland im Bereich Druckerzubehör (Anteil von 50 Prozent des Umsatzes);

wo man sich als einzige „echte Marke im Alternativsegment“ positioniert, durch die Neugründung einer 30 Mitarbeiter starken Merchandising-Organisation (Re Merch GmbH) unterstützt. Für die Geschäftsführung hat man sich eines Spezialisten im Flächensegment von der Herlitz-Tochter eCom versichert.

Insgesamt erklärte Alberty das Jahr 2008 zum Jahr der Innovationen für Pelikan. Neben vielen Neuheiten im Hardcopy-Bereich ist der Manager besonders stolz auf das neu vorgestellte Power-Pad-System, für das Pelikan ein eigenes Patent hält. „Kein Gerangel mehr um Patente“, verspricht Arno Alberty, „wir sind keine Follower, sondern Hersteller.“ Der Hardcopy-Bereich ermögliche dem Verbraucher günstigeres Drucken und dem Handel eine höhere Spanne. Und die Marken Pelikan oder Geha seien in 95 Prozent der Outlets vorhanden, weiß Alberty. Auch das Thema Schule rückte Alberty in den Fokus. Hier will man mit dem neuen Schreiblern-Konzept „griffix “, entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut IAO, neue Wege in der Marktbearbeitung gehen. Der „Pelikano“, seit den 60er Jahren Inbegriff für den Schulfüller und in den letzten Jahren aufgrund innovativerer Wettbewerbsprodukte ins Hintertreffen geraten, gehört damit der Vergangenheit an. Markenbindung beginne in den Kinderjahren, erklärt Alberty. Eine umfangreiche Einführungs- und Markenkampagne über die relevanten Fernsehkanäle bis zur abgestimmten Unterstützung am POS sei daher in Vorbereitung.

Kernkompetenz im Segment Schreiben und Tinte: „griffix”-Schreiblern-Konzept, Edelfüllhalter (im Bild „Majesty”) und alternative Tonermodule
Kernkompetenz im Segment Schreiben und Tinte: „griffix”-Schreiblern-Konzept, Edelfüllhalter (im Bild „Majesty”) und alternative Tonermodule

Kernkompetenz im Segment Schreiben und Tinte: „griffix”-Schreiblern-Konzept, Edelfüllhalter (im Bild „Majesty”) und alternative Tonermodule Im Segment der hochwertigen Schreibgeräte positioniert Alberty Pelikan an dritter Stelle im Markt. Dieser Stellung Rechnung tragend, werden die erst vor drei Jahren etablierten Shop-in-Shop-Systeme in den Pelikan-Farben Blau und Weiß durch neue Möbel in edlem, in Anlehnung an den Pelikan-„Souverän“ dezent gestreiftem Braun ersetzt. So hofft man, dem mondänen Geschmack der Klientel und den Einrichtungsvorstellungen der Einzelhändler eher zu entsprechen. Die Geha-Gruppe soll künftig weiter eigene Wege gehen und als Top-Technikmarke positioniert werden, für 2008 habe man sich die Gründung der Geha AG vorgenommen. In ihr sollen alle technischen Aktivitäten und technischen Marken der Gruppe gebündelt werden.

www.pelikan.de

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