BusinessPartner PBS

Die eigene Position untermauert

Der Streit zwischen Original- und Alternativ-Anbietern von Druckerzubehör wegen Patentverletzungen beschäftigt schon lange die Gerichte. Pelikan hatte im Juni zu einer Presseveranstaltung über dieses Thema eingeladen.

Infoveranstaltung: Einblicke in das Pelikan-Technologiezentrum in Wetzikon in der Schweiz
Infoveranstaltung: Einblicke in das Pelikan-Technologiezentrum in Wetzikon in der Schweiz

Infoveranstaltung: Einblicke in das Pelikan-Technologiezentrum in Wetzikon in der Schweiz„Es gehört zu Pelikans Prinzipien, das geistige Eigentum Dritter zu respektieren und bei der Produktentwicklung eigene technische Lösungen umzusetzen“, betonte Pelikan-Europachef Arno Alberty bei seiner Präsentation im Technologiezentrum in Wetzikon in der Nähe von Zürich. Das Unternehmen hatte Fachjournalisten aus mehreren europäischen Ländern zur Besichtigung der Forschungsstätte eingeladen, um unter anderem auch über die Problematik und Hintergründe der zahlreichen Patentstreitigkeiten zu informieren.

Arno Alberty: „Die Anteile der Non-OEM werden weiter zunehmen.“
Arno Alberty: „Die Anteile der Non-OEM werden weiter zunehmen.“

Arno Alberty: „Die Anteile der Non-OEM werden weiter zunehmen.“„Pelikan steht als einer der führenden Alternativanbieter von Druckerzubehör immer im Fokus, und das zuerst in Deutschland“, betonte Alberty, der zudem das deutlich härter gewordene Wettbewerbsumfeld allein aufgrund der massiv gestiegenen Zahl von Marken und Produkten bei Inkjet-Cartridges erläuterte: Gab es 2005 noch 288 Brands und 13 702 Produkte, waren es 2008 bereits 371 Marken und 22 830 Produkte (Quelle: GfK). Wachsende Chancen für Pelikan sieht Alberty nicht zuletzt aufgrund der Preiserhöhungen der OEMs sowie der aktuellen Wirtschaftskrise. „Die Anteile der Non-OEM werden weiter zunehmen“, so seine feste Überzeugung.

Thorsten Lifka: Informationen über die Tücken des Hardcopy-Marktes
Thorsten Lifka: Informationen über die Tücken des Hardcopy-Marktes

Thorsten Lifka: Informationen über die Tücken des Hardcopy-MarktesDie Pelikan-Lösungen werden im 2007 neu eröffneten Technologiestandort, einem hochmodernen Forschungszentrum mit höchsten technischen Standards, entwickelt. Dabei betreibt Pelikan einen hohen Aufwand, um Patentverletzungen auszuschließen; im Rahmen der umfassenden Patentpolitik werden zudem externe Berater zur Patentabklärung eingesetzt. Seit dem Zusammenschluss von Pelikan und Pelikan Hardcopy im Jahre 2007 und der Übernahme von German Hardcopy verfolgt das Hannoveraner Unternehmen konsequent den Weg, seine Kompetenzen als starke internationale Gruppe weiter auszubauen. Das Technologiezentrum in Wetzikon soll diesen Anspruch unterstreichen. Auf 2800 Quadratmetern treiben rund 50 Mitarbeiter die Inkjet-Entwicklung mit ihren Hightech-Anforderungen voran, wie Thorsten Lifka als Leiter Forschung und Entwicklung untermauerte. Separate Bereiche für Qualitätssicherung, Anwendertests sowie eine eigene Pilotproduktion mit Lager, Werkstatt und Logistik runden das Spektrum der Möglichkeiten ab. Laut Lifka ist die Arbeit des Zentrums sehr erfolgreich: Mehr als 26 neue kompatible Tintenpatronen und PowerPads, also alle vier neuen Produktlinien, stammen aus der Ideenschmiede. „In Wetzikon beschäftigen wir uns ausschließlich mit der Entwicklung. Alle Experten, die gesamte Elektronik und Mikroelektronik sowie das gesamte Know-how sind vor Ort gebündelt. Das sorgt für kurze Wege und absolut effektives Arbeiten“, so Lifka zu den Vorteilen. In Europa sind auf den Märkten für Tintenpatronen noch eine Reihe mittelständischer Unternehmen, traditionelle Hersteller von Tinte und Tintenpatronen wie Pelikan, tätig. „Sie schaffen mit ihren Eigenentwicklungen Auswahlmöglichkeiten für den Verbraucher“, betonte Thorsten Lifka in seinem Vortrag.

Objekt der Begierde: Chips von Tintenpatrone
Objekt der Begierde: Chips von Tintenpatrone

Objekt der Begierde: Chips von TintenpatroneMaßgebende europäische Hersteller von Tintenpatronen einschließlich Pelikan haben sich 2006 „zur Abwehr der Verdrängungspraktiken“ in der Adhoc-Organisation EFIM (European Federation of Ink and Cartridge Manufacturers) zusammengeschlossen und bei der Europäischen Kommission eine Kartellbeschwerde eingereicht. Ende Mai 2009 hat die Kommission die Beschwerde zurückgewiesen. In der Begründung heißt es, dass ein „ausreichender Grad an Gemeinschaftsinteresse fehle, um im Hinblick auf die Komplexität der Untersuchungen ein Verfahren durchzuführen“. Die EFIM will die Kommissionsentscheidung jetzt sorgfältig analysieren und das weitere Vorgehen intern abstimmen. Dabei hofft die Organisation zukünftig auf eine Unterstützung der Verbraucherverbände.

Aktuell: Rechtsstreit mit Brother Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am 28. Mai 2009 zwei Urteile in den Berufungsverfahren Brother-Pelikan gesprochen. Diese Urteile gehen zurück auf die Urteile des Landgerichtes Düsseldorf vom 11. September 2008. Grund der rechtlichen Auseinandersetzung sind zwei von Brother angemeldete Gebrauchsmuster für deren LC-1000-und LC-970-Patronen. Pelikan hat gegen die beiden erteilten Gebrauchsmuster Löschungsanträge beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingelegt. Dabei macht Pelikan im Wesentlichen geltend, dass den Gebrauchsmustern weder eine technische Neuerung noch eine erfinderische Tätigkeit zu Grunde liegt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat in den beiden Berufungsverfahren zu Gunsten von Brother entschieden. Von Pelikan kommt dazu die Info: „Diese Entscheide sind aber nicht definitiv. Sie ergingen im Rahmen von einstweiligen Anordnungen. Die Frage, ob Pelikan die beiden Gebrauchsmuster definitiv verletzt, kann nur im ordentlichen Prozess abgeklärt werden. Unabhängig von den erwähnten Entscheidungen werden die betroffenen Produkte bereits in einer veränderten Ausführung hergestellt. Pelikan vermeidet dadurch jegliche Unterbrechung der Auslieferung der Patronen.“ In der Pressemitteilung weist Pelikan ausdrücklich darauf hin, dass es zu Pelikans Prinzipien gehöre, „das geistige Eigentum Dritter zu respektieren und bei der Produktentwicklung eigene technische Lösungen umzusetzen“.

www.pelikan.de

Verwandte Themen
Auf der Hauptversammlung Anfang Oktober soll der erforderliche Beschluss für den „Squeeze-out“ fallen.
Malaysier nennen Betrag für Ankauf der Pelikan-Aktien weiter
Pelikan International verkauft sein Geschäft Druckerverbrauchsmaterial an Print-Rite.
Pelikan verkauft Hardcopy-Business an Print-Rite weiter
Standort Falkensee: Pelikan verkauft die Tochtergesellschaft POSS
Pelikan verkauft POS Servicegesellschaft weiter
Pelikan am Standort in Hannover: Der Mehrheitsaktionär will jetzt die Aktien der Kleinaktionäre übernehmen.
Pelikan Int. will Squeeze-out weiter
Pelikan Hardcopy am Produktionsstandort im tschechischen Kyov
Pelikan Hardcopy erneuert seine Zertifizierungen weiter
Pelikan-Druckerpatronen funktionieren trotz Update weiter