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In der Sprache liegt die Herausforderung

Der Diktiergeräte-Markt ist massiv in Bewegung. Roland Heißwolf, Verkaufsleiter bei Olympus Audio Systems, und Grundig Business Systems-Geschäftsführer Roland Hollstein kennen die Trends und die Chancen für den Handel.

Der Markt für Diktiergeräte hat sich nicht zuletzt durch die Konvergenz der Technik in den vergangenen Jahren verändert. Welche Markt- und Techniktrends beobachten Sie?

Roland Heißwolf
Roland Heißwolf

Roland HeißwolfHeißwolf: Für Menschen, die viel diktieren, gibt es immer ausgereiftere Lösungen, mit benutzerdefinierten Einstellungen und verschiedenen Möglichkeiten, die Aufnahmen zu editieren und zu kennzeichnen beziehungsweise mit Kommentaren zu versehen, um so eine noch bessere Weiterverarbeitung zu gewährleisten. Zudem lassen sich die Daten verschlüsseln und somit vor unsachgemäßem Gebrauch schützen. Die Integration in bestehende IT-Netzwerke ist ebenfalls ein zentrales Thema. So lassen sich Arbeitsabläufe effizienter gestalten, und das Diktieren wird vollständig in den Office-Workflow integriert. Einen weiteren Trend gibt es mit Multifunktionsgeräten, mit denen auch Musik, Hörbücher und Podcasts gehört und produziert werden können. Damit werden ständig neue Zielgruppen erschlossen.

Hollstein: Die Integration digitaler Diktiertechnik mit anderen Technologien eröffnet zahlreiche Möglichkeiten. Schon heute erfassen wir mit Barcode- oder RFID-Modulen Sprache und Daten kombiniert. Über Funk-Etiketten eingescannte Informationen lassen sich so fest mit der folgenden Diktatdatei verknüpfen, was sich besonders im Krankenhausbereich bereits bewährt hat. Natürlich spielt auch das Thema Mobilität eine immer wichtigere Rolle. Die digitale Diktiertechnologie effizient in den Berufsalltag des mobilen Menschen einzubinden – das wird die Weiterentwicklung der Technik in den nächsten Jahren entscheidend prägen. Das Potential der Lösungen ist hier noch lange nicht ausgeschöpft. Unser Unternehmen arbeitet an innovativen Lösungen, die den Konvergenz-Anforderungen – insbesondere im mobilen Umfeld – Rechnung tragen.

Einige Hersteller versuchen, teils durch Kooperationen mit Softwarefirmen, die schwierige Hürde der Spracherkennung zu meistern. Wie weit sind Sie hier, wo liegen hier die besonderen Herausforderungen?

Heißwolf: Die Herausforderungen liegen in der Spracherkennungssoftware. Wenn der Anwender entsprechend trainiert und regelmäßig diktiert, lassen sich jedoch Ergebnisse erzielen, die problemlos weiterverarbeitet werden können.

Roland Heißwolf
Roland Heißwolf

Roland HollsteinHollstein: Auf dem Gebiet der Spracherkennung arbeiten wir mit mehreren Partnern zusammen. So können wir die Unterstützung unserer Geräte für verschiedene Spracherkennungslösungen optimieren. Zudem lassen wir dem Kunden bei der Software die Wahl: Kauft er eines unserer Diktiergeräte, ist er nicht an eine Spracherkennungssoftware gebunden. Die weitere Entwicklung von digitalen Diktiersystemen zielt sicherlich verstärkt auf den erfolgreichen Einsatz von Spracherkennungsprogrammen. Unsere aktuellen Geräte der „DigtaSonic”-Familie unterstützen bereits den weiterentwickelten Sprachstandard DSSPro. Dadurch ist die Klangqualität so gut, dass der Nutzer für das Erstellen der Texte entsprechende Spracherkennungssoftware einsetzen kann. Die besondere Herausforderung liegt natürlich noch darin, dass das Programm ohne Training jedes gesprochene Wort sofort erkennt. Hier wird schnell klar, dass nur Profi-Diktiergeräte die optimale Klangqualität für eine solche Weiterentwicklung bieten.

Welche Chancen und Potentiale bietet der Markt für digitales Diktieren dem (stationären) Fachhandel? Mit welchen Produkten erreicht der Fachhändler welche Zielgruppen?

Heißwolf: Die Chancen liegen im Know-how. Hier ist Beratungskompetenz gefragt: Welche Lösung für welches Anwendungsgebiet? Journalisten beispielsweise zeichnen viel auf, brauchen aber nur einen Teil davon in Papierform, dafür aber auch mal einen Podcast, während Mediziner jeden aufgezeichneten Befund als Dokument benötigen. Mit dem Sortiment von Olympus lassen sich alle Zielgruppen, die Sprache aufzeichnen, erreichen: Juristen, Gutachter oder Mediziner, bei denen Diktieren Bestandteil des Arbeitsalltages ist und eine Einbindung in das IT-Netzwerk benötigt wird, sollten sich die Produkte der „Pro Line” ansehen, die neben exzellenter Hardware einen entsprechenden Support für die Systemintegration bietet. Journalisten, die Inhalte für Online-Portale entwickeln, begeistern sich für die kompakten Modelle der DS- und der WS-Serie. Die Aufnahmequalität lässt eine Weiterverwendung der Audiodaten im Web zu. Und wer zwischendurch seine Lieblingsmusik hören möchte, greift zu einem Modell aus der „Voice & Music”-Serie.

Hollstein: In einer aktuellen Umfrage, die wir unter unseren Fachhandelspartnern durchgeführt haben, sehen 80 Prozent der Befragten sehr gute oder gute Wachstumsmöglichkeiten im Bereich digitales Diktieren. Das ist für uns auch ein Signal, dass hier die Nachfrage kontinuierlich steigt. In Krankenhäusern und Behörden nimmt die Zahl digitaler Diktiersysteme deutlich zu. Wie bereits erwähnt, wird die mobile Diktiertechnologie immer stärker in den Fokus von Kundeninteressen rücken. Hier erwarten wir, mit unseren Lösungen auch neue Zielgruppen für das Diktieren zu generieren, beispielsweise den Außendienst vieler Branchen. Wir bieten schon heute ein umfangreiches Produktportfolio aus mobilen Geräten und Zubehör für das Diktat unterwegs. Zum Beispiel mit unserem Aufsteckmikrofon „DigtaDirectMic 941”. In einer lauten Umgebung wie im Zug oder auf der Baustelle ermöglicht das Mikrofon eine zielgerichtete Aufnahme und dämpft störende Nebengeräusche deutlich. In der heutigen Diktierpraxis sind analoge und digitale Technologie nicht selten noch gemischt im Einsatz. Für diesen Fall bieten wir unseren Kunden mit der „Stenorette digital Sd 4240” ein Hybrid-Gerät. Es ermöglicht, sowohl Kassetten als auch Sprachdateien parallel abzuspielen und zu bearbeiten. Wird dann auf digital umgestellt, muss der Kunde kein neues Abspielgerät kaufen. Und auch den kompatiblen Fußschalter und Kopfhörer kann er weiterhin nutzen.

www.grundig-gbs.com  www.olympus-europa.com

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