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„Da kommt viel Arbeit auf Sie zu“

Mit dem MPS-Park in Halle 3 und der 40. Arbeitstagung des BBW zum Thema Managed Print Service (MPS) ist das Thema Druck und Kopie wieder zur CeBIT in Hannover zurück gekehrt.

„Es gibt viele gute Gründe für ein gutes Flottenmanagement“, weiß Büpak-Prokurist Uwe Lippke. Allerdings auch viele gute Gründe gegen ein schlechtes.
„Es gibt viele gute Gründe für ein gutes Flottenmanagement“, weiß Büpak-Prokurist Uwe Lippke. Allerdings auch viele gute Gründe gegen ein schlechtes.

Die mit 150 Teilnehmern ausgebuchte MPS-Tagung des Forum Bürowirtschaft, hat die Erwartungen der Veranstalter erfüllt. Und auch von den Besuchern gab es viel positive Resonanz. Mit dem Thema Managed Print Service (MPS) hatte der BBW das Trendthema im Paper-Output-Geschäft aufgegriffen. Die Keynote übernahm Autor Werner „Tiki“ Küstenmacher, der in einem kurzweiligen Vortrag unter dem Motto „Das Ende der Papiergesellschaft“ pointiert die Veränderungen bei Mediennutzung und Kommunikation darstellte und die überwiegend aus dem Fachhandel stammenden Besucher unterhaltsam auf das Thema einstimmte. Die Marke für das Bearbeitungsniveau von MPS setzte ADA-Geschäftsführer Friedel Mager, der den Markt aus Sicht eines Systemintegrators beleuchtete. Mit rund 900 Mitarbeitern betreut das Systemhaus etwa 400 000 so genannte IT-Seats mit knapp 200 000 Druck- und Kopiersystemen. Für ADA sind Managed Services schon seit langem Thema – allerdings nicht unbedingt in Bezug auf Output-Infrastrukturen. Mit einem Einsparpotential zwischen 15 und 30 Prozent werde es hier aber in den nächsten Jahren zu einer ähnlichen Konsolidierung kommen, wie etwa bei PC- und Server-Infrastrukturen, prognostiziert Mager. Danach ging es mit einem Thema weiter, das wohl vielen Händlern momentan Kopfzerbrechen bereitet. Winfried Schneider, Geschäftsfeldleiter Drucken & Kopieren bei Soennecken und Uwe Lippke vom Aschaffenburger Fachhandelsunternehmen Büpak griffen in ihren praxisnahen Vorträgen das Thema Flottenmanagement auf und gaben Tipps in puncto Anbieterauswahl, zeigten Chancen und Grenzen aktueller Software-Entwicklungen sowie die Herausforderungen und Probleme bei der Einführung auf. „Die Kosten für die Software sind nur die geringsten Kosten, die auf sie zukommen“, weiß Schneider.

Die Pausen boten eine gute Gelegenheit zu Austausch und Networking.
Die Pausen boten eine gute Gelegenheit zu Austausch und Networking.

Wie steht es beispielsweise mit der Erfassung der Private MIB-Daten (Management Information Base) aus dem Druck-Netzwerk, welche Schwierigkeiten gibt es beim Auslesen der Tonerstände und welche Service Informationen stellen die aktuellen Lösungen zur Verfügung? „Schnittstellen beispielsweise zur Warenwirtschaft sind zwar teilweise vorhanden“, so der Soennecken-Geschäftsfeldleiter, diese seien jedoch häufig nur unzureichend. Je nach Anforderung sei die Anpassung nur durch erheblichem individuellen Programmieraufwand zu erreichen. „Da kommt eine Menge Arbeit auf Sie zu“, betont Schneider. Denn die Vorteile sollten ja nicht nur beim Kunden liegen, sondern sich auch im eigenen Hause positiv bemerkbar machen. Dass viel Arbeit auf einen Händler zukommt, weiß Uwe Lippke aus eigener Erfahrung. Das 1980 gegründete Fachhandelsunternehmen Büpak betreut inzwischen rund 6000 Maschinen im Feld. Es gebe viele gute Gründe für Flottenmanagement, betont auch der Büpak-Prokurist. So könne es beispielsweise zu erhöhter Kundenbindung, Kostensenkungen in Lager und Logistik, Prozessoptimierung im eigenen Service und zu einer positiven Außendarstellung führen. Ein schlecht eingeführtes Flottenmanagement könne allerdings auch schnell ins Gegenteil umschlagen, warnt Lippke.

Wie ein MPS-Projekt aus Sicht eines Kunden aussehen soll, stellten Matjaz Janise, Serviceleiter der Amann Group, und Morgenstern-Vorstand Robin Morgenstern anschaulich anhand eines weltweiten Roll-outs dar. Dabei hatte das Reutlinger Fachhandelsunternehmen bei dem Näh- und Strickgarn-Hersteller an 21 Standorten in 15 Ländern eine zentral gesteuerte MPS-Lösung implementiert.

Mit rund 150 Besuchern, vor allem aus dem Fachhandel, war die BBW-Arbeitstagung sehr gut besucht.
Mit rund 150 Besuchern, vor allem aus dem Fachhandel, war die BBW-Arbeitstagung sehr gut besucht.

Was ändert sich durch MPS bei der Finanzierung? Die Sicht aus der Perspektive eines Finanzieres zeigte Rainer Pietschmann vo der BFL-Leasing. Dabei ging es nicht nur um flexible Finanzierungsmodelle, sondern auch um das Thema Software, das in Zusammenhang mit Dokumentenmanagement und Archivierung eine neue Bedeutung für den Büromaschinenhandel bekomme.

Pointierter Einstieg: Der Autor Werner „Tiki“ Küstenmacher referierte zum Thema „Das Ende der Papiergesellschaft“.
Pointierter Einstieg: Der Autor Werner „Tiki“ Küstenmacher referierte zum Thema „Das Ende der Papiergesellschaft“.

Stefan von Busch, Geschäftsführer der Bielefelder von Busch GmbH, referierte über die MPS-Praxis: Wie viele auf Vorrat gelieferte Kartuschen werden nie in dem Gerät verwendet, für das sie geliefert wurden? Wo sind die Schwachstellen im System einer Vorratslieferung, die Kapital bindet und Zinsbelastungen erzeugt? Der mit trockenem Humor präsentierte Einblick in das erfolgreiche Geschäft eines Mittelständlers macht Mut zum Wandel. Doch: „Bis zum funktionierenden Flottenmanagement ist es ein langer und dorniger Weg“, sagt von Busch. Ein Weg der sich für Fachhändler jedoch lohnen könne, wenn Mehrwerte konsequent vermarktet würden. In seinem Vortrag gab von Busch wertvolle Tipps, wie aus Flottenmanagement Geld wird, wie man den richtigen Preis findet und seinen Kunden die geleisteten Mehrwerte bewusst macht. Den inhaltlichen Abschluss des Tages machte Philipp Schröder von Konica Minolta Business Solutions, indem er viele der Aspekte für den Start ins Fleetmanagement und MPS zusammenfasste, und die Grundlagen für eine erfolgreiche MPS-Umsetzung aufzeigte. Jan Sentürk, Experte für Körpersprache und Kommunikation, gab schließlich prägnante Beispiele für Körpersprache, die sich der willentlichen Beeinflussung fast immer entzieht.

www.bbw-online.de

MPS auf der CeBIT

Die Veranstalter der CeBIT ziehen ein positives Resümee. Sowohl bei Besuchern- als auch bei Ausstellerzahlen konnte die Messe leicht zulegen. Insgesamt kamen 339 000 Besucher, um sich bei den mehr als 4200 Ausstellern zu informieren. Mit dem Schwerpunktthema „Work and Life with the Cloud“ sei das richtige Thema besetzt worden. Auch das Thema Paper-Output ist nach mehrjähriger Pause wieder zur CeBIT zurückgekehrt. Im MPS-Park in der Halle 3 präsentierten neben den Fachhandelskooperationen Büroring und Soennecken auch die Hersteller Canon, Océ, Xerox, und Riso sowie die Lösungsanbieter THS, FMAudit, Print Audit, Newfield IT und Offscript sowie der IT-Finanzierer BFL-Leasing ihr Angebot.

Mit dem MPS-Park und dem MPS-Forum kehrte in diesem Jahr das Thema Druck und Kopie wieder zur CeBIT zurück.
Mit dem MPS-Park und dem MPS-Forum kehrte in diesem Jahr das Thema Druck und Kopie wieder zur CeBIT zurück.

Dabei standen vor allem Lösungsangebote im Vordergrund. Einen weiteren Schwerpunkt in Halle 3 bildete das Thema Dokumentenmanagement. Neben Scanner-Herstellern wie Kodak, Plustek oder Avision, präsentierten sich dort auch DMS-Anbieter wie Elo, Docuware oder Windream sowie diverse Distributoren. Positive Resonanz gab es auch von Seiten der Aussteller im Planet Reseller, dem Fachhandelszentrum der CeBIT, wo mit Samsung oder Epson auch einige Druckerhersteller zu finden waren.

www.cebit.de

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