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Die Dynamik nimmt weiter zu

Der technologische Wandel verändert die Büroarbeit, dies zeigt die von Ricoh gesponserte Studie „Humans and Machines“. Ingo Wittrock, Experte für den MDS-Markt bei Ricoh kennt die Veränderungen und Herausforderungen für das Print- und Dokumenten-Management-Geschäft.

Herr Wittrock, welche konkreten Rückschlüsse lassen sich aus Ihrer Studie auf Informations- und Kommunikationsprozesse ziehen?

Kernaussage der Studie ist, dass sich die Geschwindigkeit der durch Technologie getriebenen Veränderungen auch in Zukunft nicht verlangsamen wird. Technologie ist und bleibt ein treibender Faktor für den Wandel der geschäftskritischen Informations- und Kommunikationsprozesse, die wiederum der Büroarbeit zugrunde liegen. Die große Herausforderung besteht darin, neue Technologien in bestehende Abläufe und Infrastrukturen zu integrieren. Zwei Aspekte, die von den Ergebnissen der Studie untermauert werden, sind im Zusammenhang mit Technologie von entscheidender Bedeutung: Erstens konzediert man neuen Technologien, dass sie sich schneller entwickeln als die Prozesse, die sie unterstützen, erschweren bestehende Strukturen und Abläufe in Unternehmen, das volle Potenzial und den ganzen Nutzen dieser Innovationen auszuschöpfen. Zweitens sind Systeme in vielen Unternehmen nicht miteinander verknüpft und vernetzt. Systeme und mit ihnen die Anwender kommunizieren gleichsam aneinander vorbei.

Was bedeutend dies für das Geschäft mit Output-Systemen beziehungsweise -Lösungen? In welche Richtung müssen sich Anbieter entwickeln?

Ingo Wittrock, Chief Manager MDS & Market Development bei Ricoh Deutschland.
Ingo Wittrock, Chief Manager MDS & Market Development bei Ricoh Deutschland.

Angesichts dieser Herausforderungen wenden sich Kunden – ganz gleich aus welcher Branche – heute an Partner, die nicht nur in der Lage sind, sie mit neuer Technologie auszurüsten und zu beliefern, sondern vielmehr ein ganzheitliches Lösungskonzept anbieten und umsetzen können. Analyse, Consulting, kontinuierliche Optimierung und professionelles Change-Management sind hier nur Stichworte, die indes von ganz zentraler Bedeutung sind. Das Hard- und Software-Geschäft ist in diesem Kontext nur noch die Basis für kundenindividuelle Managed-Services-Pakete. Und das gilt sowohl für kleine und mittelständische Unternehmen wie auch für Konzerne. Es geht darum, die Prozesse und Workflows, ob nun im Bereich des Dokumentenmanagements oder der IT, ganzheitlich und integriert zu betrachten und so zu optimieren, dass neue Technologien ihr volles Potenzial ausschöpfen können und sich Investitionen in sie nachhaltig auszahlen.

Wie sehen Sie den Fachhandel hier aufgestellt und wie unterstützen Sie Ihre Partner dabei diese Herausforderungen zu meistern?

Für den Fachhandel besteht die große Herausforderung darin, sich zwangsläufig mit diesen Kundenanforderungen nicht nur auseinandersetzen zu müssen, sondern auch die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, um diesen Wandel vom Produktverkauf hin zu einem Service-orientierten Geschäft effektiv zu vollziehen. Auch hier geht es letztendlich um ein tiefgreifendes Change-Management, das nicht nur angesichts der schwindenden Margen im Hardwaregeschäft unerlässlich ist. Ricoh setzt deshalb auf langfristige Vertriebspartnerschaften und legt großen Wert auf umfassende Unterstützung, Entwicklung und Qualifizierung des Fachhandels. Unser Entwicklungsprogramm, mit dem wir sämtliche unserer Leistungen und Angebote für unsere Fachhändler zusammengefasst und konzeptionell gebündelt haben, wird seitens des Handels gemeinhin als in Form und Umfang führend beschrieben.

Abschließend eine kurze Einschätzung: Wie und wie schnell werden diese Veränderungen den Markt resp. die Anbieterlandschaft verändern?

Die Veränderungen, von denen wir sprechen, schlagen sich ja bereits in einer ungeheuren Marktdynamik nieder. Und sowohl das Tempo als auch die Intensität dieser Veränderungen werden, wie von der Studie belegt, weiter und branchenübergreifend zunehmen. Dies wird natürlich auch an der Anbieterlandschaft nicht spurlos vorübergehen. Die Leitfrage ist doch, so glauben wir: Wer wird in der Lage sein, diesen kontinuierlichen Change-Prozess zu verstehen und nicht nur in abstrakte Nutzenversprechen, sondern gewinnbringend und ganz konkret in entsprechende Dienstleistungsangebote für den Kunden zu übersetzen?

Über „Menschen und Maschinen“

Die von Ricoh Europe unterstützte Studie „Humans and Maschines“ der Economist Intelligence Unit stützt ihre Befunde hauptsächlich auf zwei Quellen: Zum einen wurde im November und Dezember 2012 eine weltweite Befragung von 432 Führungskräften durchgeführt. Dabei ging es um ihre Sichtweisen auf das Zusammenspiel zwischen Technologie und menschlicher Vorstellungskraft in ihren Unternehmen. Die Teilnehmer stammen zu ungefähr gleichen Teilen aus Europa, Nordamerika und dem Asien-Pazifik-Raum. Alle Befragten sind Mitarbeiter in leitender Funktion und 50 Prozent gehören zur Geschäftsleitungs- bzw. Vorstandsebene. Sie stammen aus über 20 verschiedenen Branchen. Neben den Finanzdienstleistungen sind auch die Bereiche Bildungswesen, Verwaltung und öffentlicher Dienst (inkl. Gesundheitswesen), Produktion und Technologie stark vertreten. Von den befragten Firmen hatten etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) Jahreseinnahmen von 500 Millionen US-Dollar oder mehr. Daneben wurde eine Reihe von 20 Tiefeninterviews mit einflussreichen Technologie- und Wirtschaftsexperten sowie Führungskräften aus verschiedenen Branchen durchgeführt.

www.ricoh.de

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