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Wissensarbeit braucht Raum

Auf dem Weg ins Wissenszeitalter heißen die Rohstoffe der Arbeit Wissen, Information und Kreativität. Udo-Ernst Haner, Projektleiter des Competence Centers New Work beim Fraunhofer IAO, zeigt die Perspektiven.

New Work: So könnten die Arbeitsumgebungen der Zukunft aussehen. (Quelle: Interactive Creativity Landscape im Fraunhofer Office Innovation Center, © Fraunhofer IAO)
New Work: So könnten die Arbeitsumgebungen der Zukunft aussehen. (Quelle: Interactive Creativity Landscape im Fraunhofer Office Innovation Center, © Fraunhofer IAO)

New Work: So könnten die Arbeitsumgebungen der Zukunft aussehen. (Quelle: Interactive Creativity Landscape im Fraunhofer Office Innovation Center, © Fraunhofer IAO)Die Initiative „Office 21“ des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation ist ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftlern und Unternehmen, das in einem europaweit einmaligen Verbundprojekt seit 1996 forscht, experimentiert und entwickelt, um die Zukunft der Arbeit zu gestalten. „Arbeit und Beruf haben sich in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert“, erklärt Udo-Ernst Haner, Projektleiter des Competence Centers New Work beim Fraunhofer Institut. Sowohl die arbeitsbezogenen Rahmenbedingungen, Organisation und Infrastruktur, als auch die technischen Möglichkeiten seien im ständigen Wandel. Ein gutes Beispiel hierfür sind nach Ansicht des Projektleiters die Schnelligkeit des Informationsflusses, die bessere Informationsverteilung und die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten.

Heutzutage gebe es im Wesentlichen zwei Gründe, weshalb Arbeitnehmer ins Büro kommen müssen, meint Haner. Zum einen, um sich mit Kollegen zu treffen und um sich austauschen zu können. Zum anderen, weil sie dort eine bessere Arbeitsinfrastruktur vorfinden. Moderne Arbeitsumgebungen müssen deshalb auch Kommunikation ermöglichen und die benötigte Infrastruktur haben, damit sie den Arbeitsprozess richtig unterstützen können, meint der Projektleiter. Dabei gelte es zu beachten, dass Arbeitsprozesse sich in den einzelnen Firmen unterscheiden, es muss also nach Aufgaben differenziert werden. Verschiedene Statistiken zeigen, so Haner, dass moderne Arbeitsumgebungen mehr Fläche für Kommunikation und Interaktion bereitstellen und es mehr Treffpunkte und Gemeinschaftszonen gibt.

Die Arbeitsumgebung wandelt sich je nach Aufgabenstellung. Ein klassischer Präsentationsraum unterscheidet sich von einem Raum, der für Gruppen- oder Projektarbeit gedacht ist. Auch auf der technologischen Ebene gibt es durch verbesserte Visualisierungs-, Netzwerk- und Audiolösungen wie Headsets viele Veränderungen. Diese stellen zwar keine grundlegenden Neuerungen dar, werden jedoch zunehmend sinnvoller und effektiver eingesetzt.

„Office-Excellence-Check“

Um wie viel effektiver die Arbeit in deutschen Büros sein könnte, hat das vom Fraunhofer Institut IAO initiierte Forschungsprojekt „Neue Qualität der Büroarbeit“ untersucht. Der „Office-Excellence-Check“, ein webbasiertes Selbstbewertungs-System zur Ermittlung einer ganzheitlichen Büro-Qualität, soll Büro-Qualität vergleich- und messbar machen. Bisher haben sich mehr als 3000 Beschäftigte an der Auswertung beteiligt. Die Zwischenauswertung zeigt: Die Arbeitsleistung in deutschen Büros könnte besser sein. Die durchschnittliche Produktivitätsrate liegt bei 60,7 Prozent. Nachholbedarf gibt es auch bei der Ausgestaltung der Büros. Belegt werden konnte ein starker Zusammenhang zwischen Büro-Gestaltung und Arbeitsleistung: Bei einer optimalen Gestaltung des Büros sind Produktivitätssteigerungen von bis zu 36 Prozent möglich. Haner resümiert: „Office-Design und Arbeitsumgebung haben einen signifikanten Einfluss auf die Performance des Wissensarbeiters.

In Zukunft muss man versuchen, mehr und besser abgestimmte Arbeit im Büro hinzubekommen. Letztlich sind es nicht die technologischen oder räumlichen Komponenten, die mit hohen Kosten verbunden sind. Dies sei zu vergleichen mit einem Handwerker: Ohne gutes Werkzeug sei keine ordentliche Arbeit zu erwarten. Wie können Unternehmen die neuen Herausforderungen bewältigen? Welchen Anforderungen müssen die Büros in Zukunft genügen, und wie muss ein Büro gestaltet sein, um optimale Produktivität zu erzielen, welche technische Ausstattung wird benötigt? Antworten auf diese Fragen und Anregungen, wie Sie als Händler auf diese Thematik reagieren können, lesen Sie in der Februarausgabe von BusinessPartner PBS.

Conferencing auf der Paperworld

Auch der Angebotsbereich der Paperworld Imaging widmet sich in diesem Jahr erstmals verstärkt dem Thema Conferencing. Auf einer Sonderfläche werden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut die Innovationen der Anbieter aus dem Umfeld mit Produktdemonstrationen in speziell gestalteten „state of the art”-Medienräumen gezeigt. Wissenschaftler und Produkt-Spezialisten informieren über die Gegenwart und zukünftige Entwicklung dieses Marktes.

www.office21.de

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