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Von Brokern und Sammlern

Der Markt für die Rücknahme leerer Druckmodule ist riesig. „Collecture“, so heißt das zertifizierte Rücknahmesystem des badischen Unternehmens Collect, das Patronen und Kartuschen zu neuem Leben erweckt.

Im ersten Halbjahr 2007 wurden laut IDC in Deutschland über 47,4 Millionen Tintenpatronen und 18,1 Millionen Tonerkartuschen verkauft. Kompatible Druckmodule haben den Marktforschern zufolge einen Anteil von 25 Prozent. „Über die Gesamtmenge aller gesammelten und professionell verwerteten Leermodule sind keine fundierten Zahlen bekannt“, erklärt Björn Amann, Projektleiter Key Account beim Ettenheimer Unternehmen Collect, einer Tochter des Supplies-Spezialisten K+U Printware. Dennoch schätze man, dass noch immer knapp 50 Prozent aller leeren Module über den Gewerbemüll beziehungsweise den Restmüll entsorgt werden.

Bedauerlich, denn die Wiederaufbereitung ist eine ökologisch sinnvolle Alternative, die sowohl Kunden als auch der Umwelt zugutekommt.

„Es bleibt also spannend“, weiß Björn Amann, Projektleiter Key Account beim Ettenheimer Unternehmen Collect.
„Es bleibt also spannend“, weiß Björn Amann, Projektleiter Key Account beim Ettenheimer Unternehmen Collect.

Nach einem schwachen ersten Halbjahr 2009, das von Insolvenzen und sinkender Nachfrage der Recycler geprägt war, steigt seit Mitte 2009 die Nachfrage nach leeren Druckmodulen wieder. Gründe sieht der Projektleiter darin, dass viele Unternehmen das Einsparpotential von kompatiblen Druckmodulen für sich entdeckt haben, was den Recyclingbetrieben eine bessere Auftragslage verschafft habe. Auch für das erste Quartal 2010 erwarte die Branche einen Umsatzanstieg. Jedoch müsse man davon ausgehen, dass das Wachstum ab dem zweiten Quartal nachlasse und letztlich stagniere. Gerade von Seiten der OEM-Hersteller erwartet der Marktkenner aggressivere Aktivitäten. „Diese werden alles daran setzen, Anteile zurückzuerobern.“

In der Leergutbranche unterscheidet man zwischen Brokern und Sammlern. Broker sind reine Leerguthändler, die bei Sammelsystemen und zentral organisierten Kunden große Volumen an vorsortiertem Leergut einkaufen. Sammler hingegen bieten in erster Linie eine Entsorgungsdienstleistung. Der Kunde kann alle Patronen und Kartuschen, unabhängig vom Hersteller und der Qualität, über zur Verfügung gestellte Sammelbehälter entsorgen. Die Sortierung der Module übernimmt der Betrieb des Sammlers. Neben leeren Patronen und Kartuschen werden oft auch weitere Druckverbrauchsmaterialien über die Sammelbehälter entsorgt. Somit muss der Sammler auch diese Materialien ordnungsgemäß entsorgen. Im Vergleich zum Broker kauft ein Sammler nur selten gezielt und kann daher erst nach der Sortierung feststellen, ob die Sammlung werthaltig war oder Entsorgungsgebühren entstehen. Aufgrund der meist besseren logistischen Strukturen kann der Sammler jedoch neben Konzernunternehmen auch viele mittelständische und kleine Unternehmen mit seinem Entsorgungsservice abdecken.

„Sammelsysteme gibt es viele. Sie unterscheiden sich aber hinsichtlich der Strukturen, Leistungsfähigkeit und Volumen“, sagt Amann. Überschaubar sei die Zahl der Sammelsysteme, die auch über die Grenzen Deutschlands hinaus ihren Service anbieten. „Der wesentliche Unterschied zwischen Brokern und Sammlern ist in der abfallrechtlichen Betrachtung zu sehen“, erklärt der Fachmann. Bereits sortiertes Leergut wird auf Grundlage des Abfallrechts als Rohstoff eingestuft. Ein Broker, der sortiertes Leergut einkauft, handelt mit Rohstoffen. Der Sammler holt bei seinen Kunden unsortiertes Leergut und somit per Definition Abfälle ab. Er unterliegt damit dem deutschen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz und vielen weiteren Verordnungen und Richtlinien. Dies ist ein wesentlicher Punkt auch für den Abfallerzeuger, da dieser bis zur finalen Verwertung seiner Abfälle seiner Sorgfaltspflicht nachkommen muss und für die gesetzeskonforme Verwertung der Abfälle haftet.

Sichtung, Sortierung (rechts) und Lagerung (links) der leeren Druckermodule geschehen im badischen Ettenheim in unmittelbarer Nähe zur Produktion von K+U Printware.
Sichtung, Sortierung (rechts) und Lagerung (links) der leeren Druckermodule geschehen im badischen Ettenheim in unmittelbarer Nähe zur Produktion von K+U Printware.

Nur sehr wenige Leergutsammler im deutschen Markt sind zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe. Laut Amann existieren aktuell nur fünf Sammelsysteme, die eine Zertifizierung vorweisen können. Für den Kunden jedoch bedeutet dies ein hohes Maß an Sicherheit bei der Entsorgung. „Aufgrund der Haftung und Sorgfaltspflicht ist zu empfehlen, nicht nur auf ökonomische Aspekte, sondern insbesondere auf die abfallrechtliche Eignung des Entsorgers zu achten“, rät der Experte. Neben der Zertifizierung zum Entsorgungsfachbetrieb ist Collect nach DIN ISO 9001 und 14001 zertifiziert. Das Unternehmen, das in diesem Jahr sein 10-jähriges Firmenjubiläum feiert, gehört zu den erfolgreichsten Sammelsystemen in Europa und ist neben Deutschland auch in Griechenland, der Slowakei, Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, den Benelux-Staaten, der Schweiz und in Frankreich aktiv. Zu den Kunden zählen Fach- und Großhändler, Konzerne, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Einrichtungen des öffentlichen Rechts. Neben einer leistungsfähigen Logistik mit weit über 25 000 Abholungen pro Jahr bietet das Rücknahmesystem noch mehr: So werden alle recyclingfähigen Druckmodule bei der Sortierung detailliert erfasst. Im Kundenreport, der so genannten Wertstoffbilanz, werden alle Abfälle unter Angabe der Abfallschlüsselnummer und des Gewichts gelistet.

Jährlich werden über drei Millionen Tonerkartuschen und Tintenpatronen in Ettenheim sortiert, und da die Produktion der Muttergesellschaft direkt neben der Sortieranlage ist, wird für viele Tonerkartuschen der Verwertungskreislauf vor Ort geschlossen. „Auch bei nicht nachgefragten Druckmodulen und Verbrauchsmaterialien legt Collect großen Wert auf eine nachhaltige Entsorgung“, betont der Projektleiter. So sei in 2009 der Großteil dieser Abfälle stofflich und für den Kunden kostenfrei verwertet worden. „Eine attraktive Vergütung für viele originale Leermodule und eine kostenfreie Logistik runden unser Angebot ab.“

www.collecture.com

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