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Business-Ink: Kampf der Technologien

Mit einer neuen Business-Ink-Generation adressieren die Drucker- und Kopiererhersteller verstärkt das Office-Umfeld. Obwohl die Systeme interessante Features bieten, ist die Technologie nicht unumstritten.

Business-Ink-Systeme, also Druckgeräte auf Tintenbasis für das Büro, rücken verstärkt in den Fokus. Kein unumstrittenes Thema für viele Händler, nicht zuletzt deshalb, weil sich die Systeme aufgrund niedriger Wartungs- und Serviceintervalle auf die Wertschöpfung auswirken können.

„Tinte im Büro ist in den Köpfen angekommen. Die Aufmerksamkeit bei Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern in kurzer Zeit enorm gestiegen“, so Epson Marketing-Chef Shahin Elahinija.
„Tinte im Büro ist in den Köpfen angekommen. Die Aufmerksamkeit bei Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern in kurzer Zeit enorm gestiegen“, so Epson Marketing-Chef Shahin Elahinija.

Mit der Entwicklung „mehr als zufrieden“

Als einer der ersten Hersteller mit Tintenstrahlern für das Büro gestartet ist Epson, wo man mit der Marktentwicklung „mehr als zufrieden ist“. Natürlich dominiere im Büro noch die Lasertechnologie, sagt Epson-Marketingleiter Schahin Elahinija. „Aber wir sehen, dass sich Markt und Einkaufsverhalten verändern und Verbrauchskosten und Energieeffizienz immer stärker in den Vordergrund rücken.“ Mittelfristig würden Tintenstrahldrucker Lasersysteme aus dem Büro verdrängen, glaubt Elahinija. Schon 2015 basiere die Mehrzahl der verkauften Office-Drucker auf Tintentechnologie. Mit seinen neuen „WorkForce Pro“-Systemen bietet der Hersteller handfeste Vorteile. So liegen die Seitenpreise bis zu 50 Prozent unter denen vergleichbarer Laserdrucker, bei den Stromkosten lassen sich sogar bis zu 80 Prozent sparen. Dazu kommt eine „schnelle erste Seite“, da die Systeme nicht aufheizen müssen. „Dem Handel bietet sich großes Geschäftspotential, wenn alte Laser- durch effizientere Tintenstrahldrucker ersetzt werden“, betont der Epson-Marketing-Chef. Die exklusiven Fachhandelsmodelle der neuen Serie bieten außerdem eine attraktive Marge, verspricht Elahinija.

„Zuverlässigkeit und Robustheit der Systeme sind positive Argumente für den Handel“, erklärt der Epson-Manager. Wartungs- und Servicebedarf unterscheide sich nicht signifikant von Laserdruckern der gleichen Preiskategorie. Business-Ink-Geräten ließen sich zudem ebenso wie Lasersysteme in MPS-Lösungen oder Serviceverträge einbinden und „in Verbindung den Vorteilen der Tintenstrahltechnologie eröffnen sich interessante Möglichkeiten.“ Ein entscheidender Faktor bei der Vermarktung sei der Fachhandel. Nach „20 Jahren Laser im Büro“ müssten die Vorteile überzeugend demonstriert werden. Hier könne der Händler vor Ort seine Stärken aussspielten.

Der Office-Markt „hat bisher auf technologische Neuentwicklungen wie den Gelsprinter oder Business-Inkjets eher reserviert reagiert“, erklärt Heiko Thomsen, Senior Manager Product Marketing bei Oki.
Der Office-Markt „hat bisher auf technologische Neuentwicklungen wie den Gelsprinter oder Business-Inkjets eher reserviert reagiert“, erklärt Heiko Thomsen, Senior Manager Product Marketing bei Oki.

Medienflexibilität als Vorteil des LED-Lasers

Wann und ob sich Tinten-Geräte im Büro durchsetzen, sei derzeit nicht abzusehen, sagt Heiko Thomsen, Senior Manager Product Marketing bei Oki. „Zwar haben sich die Seitenpreise deutlich verringert“, doch der Handel vertraue nach wie vor tonerbasierten Systemen, auch wegen deren Robustheit bei höherer Auslastung. „Auch Medienflexibilität, Dokumentenechtheit, Wasserfestigkeit der Druckerzeugnisse sowie grüne Faktoren sprechen weiter klar für die LED-Laser-Variante.“ Die Auswirkungen der Systeme auf den Markt und somit den Handel müsse man jedoch differenziert betrachten.

Beim Large Format Printing, Fotodruck sowie bei Heimanwendern seien Tinten-Systeme bereits weit verbreitet. Als zusätzlicher Zielmarkt werde von diesen Systemen derzeit der Produktionsdruck adressiert. Der Office-Markt hingegen „hat bisher auf technologische Neuentwicklungen eher reserviert reagiert“, erklärt Thomsen. Insbesondere die Möglichkeit der Partizipation des Fachhandels sei eine Herausforderung, die über den Markterfolg entscheide.

Business-Ink-Systeme sind bislang keine Alternative, da sie „weder die Leistung noch die Effizienz von professionellen Lasersystemen“ erreichen, findet Samsung Drucker-Chef Jürgen Krüger.
Business-Ink-Systeme sind bislang keine Alternative, da sie „weder die Leistung noch die Effizienz von professionellen Lasersystemen“ erreichen, findet Samsung Drucker-Chef Jürgen Krüger.

Derzeit noch Nachteile in Sachen Effizienz

Jüngst gestartet mit Tintensystemen – allerdings für den Einstiegsbereich – ist Samsung. In erster Linie runde man damit das Angebot unterhalb des Laser-Portfolios ab, erklärt Jürgen Krüger, Director Samsung IT Solutions Printing. Derzeit lote man aus, ob und in welchem Umfang man sich im Tintensegment engagiere. Dass der Technologiekonzern in diesem Segment vor dem zweiten Halbjahr 2013 aktiv wird, hält Krüger für unwahrscheinlich. Zwar würden Inkjet-Systeme teils schon erfolgreich im Office-Umfeld eingesetzt, jedoch erreichen diese „weder Leistung noch Effizienz professioneller Lasersystemen“, findet der Manager, der in den Geräten bislang keine Alternative sieht. Im Gegenteil: „noch gibt es Nachteile wie fehlende Dokumentenechtheit, Geräuschbelästigung und einiges mehr.“ Wie sich der Markt, im Hinblick auf die technischen Möglichkeiten und die Akzeptanz der Anwender entwickle, werde sich zeigen, meint Krüger. „Allerdings wird hier noch einige Zeit vergehen.“ Sollten sich die Systeme in einzelnen Segmenten durchsetzen, könnten für den Handel die Chancen entstehen, sein Geschäft auszuweiten und Kunden vielleicht sogar anders als bisher binden zu können.

Ziel sei nicht, mit Tinte die Laser-Technologie im Office zu ersetzen, sondern „den sich verändernden Leistungsanforderungen gerecht zu werden“, sagt Alois Paul Schalk, Leiter Produktmanagement bei Brother.
Ziel sei nicht, mit Tinte die Laser-Technologie im Office zu ersetzen, sondern „den sich verändernden Leistungsanforderungen gerecht zu werden“, sagt Alois Paul Schalk, Leiter Produktmanagement bei Brother.

Hersteller in der Bringschuld

Dass viele Hersteller das Thema Tinte forcieren, beobachtet man auch beim Hersteller Brother, der bereits seit einger Zeit in diesem Segment aktiv ist. Häufig würden sogenannten Business-Ink-Geräte jedoch über Consumer-Kanälen verkauft, berichtet Alois Paul Schalk, Leiter Produktmanagement beim japanischen Hersteller. „Businesskunden kaufen Tintengeräte erst dann, wenn diese den Anforderungen entsprechen. Hier sind die Hersteller noch in der Bringschuld.“ Im professionellen Umfeld sei nach wie vor die Laser-Technologie dominant, sagt Schalk, der dennoch wachsenden Bedarf an professionellen Produkten auf Tinten-Basis sieht. Business-Ink sei ein wachsender Markt ist. Jedoch wolle man sich nicht nur mit dem Wettbewerb vergleichen, sondern vielmehr „durch die vielfältigen Wünsche der Kunden inspirieren lassen“, meint Schalk. „Tinte muss nicht unbedingt Laser ersetzen“, sondern biete Möglichkeiten, die mit Laser nicht zu realisieren sind. Im B2B-Segment werde viel Innovation von Brother erwartet. „Dem wollen wir gerecht werden.“ Dass Endanwender und daraus auch der Händler vom Innovationspotential der Business-Ink-Systeme profitieren, ist sich Schalk sicher. Mit neuen A3-Tinten-Multifunktionsgeräten habe man jüngst eine neue Generation vorgestellt. Angekündigt hat der Hersteller zudem einen 100-Seiten-Tintenstrahler, der das Laser-Segment im Office angreift. Ob diese Technologie den Toner aus dem Büro verdränge, entscheide der Kunde, sagt der Produktmanager. Besonders in diesem Segment gehe es um Zuverlässigkeit. Man sei jedoch zuversichtlich, mit der Erfahrung in der Entwicklung, Qualitätssicherung und Service die nötigen Prozesse zu beherrschen. Ziel sei es auch nicht, mit Tinte die Laser-Technologie zu ersetzen, sondern „vielmehr, den verändernden Leistungsanforderungen gerecht zu werden oder diese sogar zu übertreffen“, betont Schalk. Hier biete Tinte definitiv viele Möglichkeiten.

„Wertschöpfung beginnt bei Wertschätzung“

Dem Kritikpunkt, das sich die Systeme auf die Wertschöpfung im Handel auswirken, gibt auch Schalk eine Absage. „Wertschöpfung beginnt bei Wertschätzung. Wartungsarme Geräte sind ein Ergebnis kontinuierlicher Verbesserungen, die auch dank des Feedbacks unserer Partner in die Entwicklung eingeflossen sind.“ Gerade B2B-Anwender brauchen qualifizierte Händler mehr denn je, ist der Leiter des Produktmanagements sicher. Und durch die steigende Komplexität der Systeme und erforderlichen Dienstleistunge werde es immer Bedarf für Service geben.

www.epson.de

www.brother.de

www.oki.de

www.samsung.de

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