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Die Zeichen stehen auf Wachstum

Der MPS-Markt bietet für den Handel viele Chancen, ist sich Scott Dunham, Analyst der Photizo Group, sicher. Dieser müsse jedoch individuelle Lösungen bieten, die neben direkten auch indirekte Kosteneinsparungen ermöglichen.

„Eines ist klar: Managed Print Services haben das Potenzial, das traditionelle Denken in der Branche in Windeseile auf den Kopf zu stellen“, sagt Scott Dunham, Analyst der Photizo Group. Europa, bislang erst zweitgrößter Absatzkanal in Sachen MPS, werde dabei Nord-Amerika in Kürze den Rang ablaufen, ist sich der Experte sicher. „Der europäische Markt ist dabei einzigartig, da er nicht homogen ist, sondern sich aus einer großen Zahl an Teilmärkten mit unterschiedlichen Regierungen, Sprachen, gesetzlichen Bestimmungen, Geschäftsfeldern und Geschäftsmodellen zusammensetzt“, erklärt Dunham. Genau dies habe in der Vergangenheit die Entwicklung des europäischen MPS-Marktes verlangsamt.

Inzwischen gebe es aber zahlreiche Anzeichen, dass diese Startschwierigkeiten überwunden seien. Mehr als das: Europa werde bis 2013 zum weltweit größten Markt für MPS werden.

Nach den Daten der Marktforscher hat der europäische Markt im vergangenen Jahr einen Wert von rund elf Milliarden Britische Pfund (umgerechnet rund 13,25 Milliarden Euro) erreicht. Dies entspricht rund 44 Prozent des weltweit erzielten Ertrags mit MPS. Bereits heute befinden sich sechs der zehn größten MPS-Märkte in Europa, darunter sind Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Bis 2015, so schätzt Dunham, könnte der Markt auf rund 26 Millionen Pfund (etwa 31,3 Milliarden Euro) wachsen. Alleine für Deutschland erwarten die US-amerikanischen Marktforscher ein Wachstum auf rund 3,4 Milliarden Pfund (knapp 4,1 Milliarden Euro) in diesem Jahr. Für den Handel bietet „der starke Produktions-standort Deutschland mit zahlreichen mittelständischen Unternehmen einen attraktiven Markt“, sagt Dunham. Denn gerade diese Unternehmen mit 300 bis 3000 Angestellten würden dem Handel lukrative Vertriebsmöglichkeiten eröffnen, weil dieser hier nicht mit dem Direktvertrieb der Hersteller in Wettbewerb treten müsse, erklärt der Photizo-Experte. Auch der Finanzsektor sei ein adäquates Betätigungsfeld.

Mit einem Anteil von 22 Prozent bildet Deutschland den größten Markt für MPS in Europa. Quelle: 2011 Photizo Group MPS Market Size, Shares & Forecast Study
Mit einem Anteil von 22 Prozent bildet Deutschland den größten Markt für MPS in Europa. Quelle: 2011 Photizo Group MPS Market Size, Shares & Forecast Study

Doch wo genau steht der Handel in Sachen MPS-Geschäft im Vergleich zu den Herstellern überhaupt und welche Angebote sind für Händler besonders erfolgversprechend? Betrachtet man den Gesamtmarkt in Europa, hätte Xerox den höchsten Gewinn erzielt, dicht gefolgt von HP. Vor allem Xerox sei in 2011 sehr aktiv gewesen und habe das MPS-Geschäft in Europa nicht zuletzt durch die Akquisition mehrerer Unternehmen – wie der Concept Group in Großbritannien und XL World in Italien – vorangetrieben. Aber auch Ricoh und Canon haben ihr MPS-Geschäft seit 2010 intensiviert und entsprechend ihre Erträge signifikant steigern können. „Der Fachhandel in Europa ist typischerweise das schwächte Glied im Reifungsprozess des Marktes“, hat Dunham beobachtet. Denn dieser springe in erster Linie nur dann ein, wenn die Hersteller durch Lücken in ihren MPS-Programmen nicht als Anbieter in Frage kämen. Zumal noch im vergangenen Jahr viele OEMs ihre Großkundenlösungen weder über den Handel angeboten noch auf die Bedürfnisse kleinerer Unternehmen herunterskaliert hätten.

Die Analysten der Photizo Group rechnen damit, dass Europa bereits 2013 der größte Markt für MPS wird. Quelle: 2011 Photizo Group MPS Market Size, Shares & Forecast Study
Die Analysten der Photizo Group rechnen damit, dass Europa bereits 2013 der größte Markt für MPS wird. Quelle: 2011 Photizo Group MPS Market Size, Shares & Forecast Study

Allerdings habe es auch Anzeichen gegeben, die darauf hindeuten, dass der Fachhandel zulegen konnte: So hätten IT- und Bürofachhandel den größten Anteil der indirekt erzielten MPS-Erträge erwirtschaftet, betont der Experte.

Photizo-Analyst Scott Dunham sieht für den Handel zahlreiche Wachstumschancen im MPS-Geschäft. Anbieter nüssen sich jedoch mit echten Mehrwerten differenzieren.
Photizo-Analyst Scott Dunham sieht für den Handel zahlreiche Wachstumschancen im MPS-Geschäft. Anbieter nüssen sich jedoch mit echten Mehrwerten differenzieren.

Dieser Trend könne sich jedoch nur dann fortsetzen, wenn der Fachhandel den Kunden weiterentwickelte MPS-Lösungen liefert, die eine Verknüpfung von IT und weiteren Managed Services ermöglichen. „Im Lauf des Jahres erwarten wir, dass vor allem die Anbieter weiter wachsen, die es schaffen, den steigenden Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden“, prognostiziert Dunham. Denn: Wer als Kunde den zweiten oder dritten MPS-Vertrag unterschreibe, erklärt der Analyst, „will neben den direkten Kosteneinsparungen, die sich durch MPS realisieren lassen, immer öfter auch indirekte Kostenvorteile erzielen. Gefragt seien individuelle Lösungen zur Optimierung der unternehmensweiten Dokumenten- und Geschäftsprozesse.

„Um vorne mit dabei zu sein, müssen Hersteller ebenso wie die herstellerunabhängiger Anbieter ihre MPS-Programme in weiterentwickeln und sich durch echte Mehrwerte von der ,simplen‘ Optimierung bzw. Kontrolle der Print-Infrastruktur vom Wettbewerb differenzieren“, erklärt Dunham das Erfolgsrezept. Für viele OEMs bedeute dies, Wege zu finden, IT Services ebenso wie weiterführende Maßnahmen zur Optimierung von Geschäftsprozessen in ein übergreifendes Gesamtangebot zu bringen. Auch, glaubt der Photizo-Analyst, werden diverse Hersteller auch in Zukunft noch den ein oder anderen Fachhändler übernehmen, um so Lösungen speziell für kleine und mittlere Unternehmen anbieten zu können. Der Markt in Europa jedenfalls bietet viele Chancen – da ist sich Dunham sicher.

www.photizogroup.com

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