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Kodak zielt auf den Home-Printing-Markt

Der Fotokonzern hat auf der CeBIT in Hannover zwei neue Multifunktionsgeräte vorgestellt, mit denen das Drucken für Heimanwender „revolutioniert” werden soll. Hauptargument sind die günstigen Druckkosten.

Die Media-Saturn-Gruppe ist der erste strategische Partner, der den Neueinstieg von Kodak in den Inkjet-Home-Printing-Markt in Deutschland begleiten soll. Laut Firmeninfo sollen die beiden neuen All-in-One-Inkjet-Drucker-Modelle, mit denen das Unternehmen den Home-Printing-Markt aufmischen will, ab Mai/Juni in den beiden Handelsketten erhältlich sein. „Wir haben ein neues Geschäftsmodell entwickelt, das es Verbrauchern ermöglicht, zu erschwinglichen Tinten-Preisen, mit einfacher Handhabung und in der gewohnt hohen Kodak-Qualität zu drucken”, sagte Andreas Lippert, General Manager Kodak Deutschland, am Messestand auf der CeBIT. „Viel zu lange haben sich Verbraucher aufgrund der hohen Kosten für die Tinte beim Home-Printing zurückgehalten und weniger gedruckt, als sie eigentlich wollten.“ Die vom Unternehmen festgelegten Tinten-Preise sollen die Ausdrucke um bis zu 50 Prozent günstiger „im Vergleich zu anderen Consumer-Inkjet-Druckern machen“, wie Lippert betont. Die neu entwickelten Pigment-Tinten werden zu (unverbindlich empfohlenen) Verkaufspreisen von 9,99 Euro (schwarz) und 14,99 Euro (Farbpatrone) angeboten. Mit einem Kombiset aus Farbtinte und 180 Blatt Glossy-Papier im Postkarten-Format 10 x 15 cm für 18 Euro sollen die Fotokosten bei rund 10 Cent liegen – und wären damit laut Firmeninfo „durchaus konkurrenzfähig gegenüber dem Belichtungsservice der Online-Dienstleister oder beispielsweise den Drogeriemarktketten, die in diesem Segment besonders aktiv sind.

Die Preise für die Drucker sollen erst zur Markteinführung kommuniziert werden. Laut einer Studie der Marktforscher von InfoTrends sind die hohen Kosten für Tinte und Verbrauchsmaterialien einer der wesentlichen Gründe dafür, dass die Verbraucher bislang noch relativ verhalten das Home-Printing nutzen. Wie die GfK in Nürnberg ermittelte, entfielen von den rund fünf Milliarden in Deutschland im vergangenen Jahr gefertigten Colorbildern 4,25 Milliarden bzw. 85 Prozent auf Großlabore, Minilabs sowie Kiosksysteme und 750 Millionen Stück bzw. 15 Prozent auf das Home-Printing. 2005 wurden noch 675 Millionen Farbbilder zu Hause ausgedruckt, und dies bei einem Gesamtmarkt von 5,25 Milliarden Colorbildern. Bilder in selbst gestalteten und von Finishing-Betrieben erstellten Fotobüchern sind in diesen Zahlen noch nicht enthalten. Die von Branchenexperten geschätzte Stückzahl für Fotobücher beläuft sich in Deutschland auf rund 400 000.

Bei diesen Dimensionen ist der Wettstreit zwischen den Großlaboren, den Anbietern von Minilabs und Kiosksystemen sowie den Drucker- und Zubehör-Herstellern mehr als verständlich. Es bleibt die Frage, wie die einzelnen Anbieter bzw. die verschiedenen Vertriebsschienen die Möglichkeiten nutzen werden. Mit der Distribution über die Metro-Töchter Media-Markt und Saturn, die zumindest in Deutschland spätestens mit dem Abflauen der „Geizist-geil“-Ära an ihre Wachstumsgrenzen gestoßen sind, dürfte Kodak nicht allzu weit kommen.

Am Kodak-Messestand auf der CeBIT, wo das Unternehmen das neue Printing-Konzept für
Am Kodak-Messestand auf der CeBIT, wo das Unternehmen das neue Printing-Konzept für

Am Kodak-Messestand auf der CeBIT, wo das Unternehmen das neue Printing-Konzept fürKontakt: www.kodak.de, www.gfk.de

Nachgefragt bei Ralf Groh, Vertriebsdirektor Zubehör Deutschland bei HPHerr Groh, mit Kodak steigt ein zumindest in dieser Form neuer Player mit ehrgeizigen Zielen in den Home-Printing-Markt ein. Wie beurteilen Sie das Geschäftsmodell mit relativ hohen Geräte- und niedrigen Zubehörpreisen?

Ralf Groh
Ralf Groh

Ralf GrohHier werden die Hürden ganz schön hoch gelegt. Seit Jahren leidet der ITund damit auch der Druckermarkt unter einem massiven Preisdruck. Fünfzig Prozent der Geräte gehen unter 80 Euro über die Ladentheke. Die Kunden – speziell hier in Deutschland – orientieren sich beim Einkauf sehr stark am Gerätepreis, was natürlich in vielen Fällen für den jeweiligen Druckbedarf nicht die optimale Lösung darstellt. Viel wichtiger sind hier die langfristigen Gesamtkosten. Deshalb werden wir in den nächsten Monaten unser HP-Zubehörangebot so transparent machen, dass jeder Kunde schon beim Einkauf klare Entscheidungshilfen zu der für ihn richtigen Wahl bekommt. Schon heute hat er mit unseren 2-Packs die günstigsten Druckkosten in fast allen wichtigen Marktsegmenten. Die angeblich so niedrigen Druckkosten von Kodak unterbieten wir zum Beispiel mit unseren Business-Inkjet All-in-Ones oder -Druckern deutlich. Und beim Fotodruck sind die Kosten stark vom jeweils verwendeten Papier abhängig – auch da bieten wir eine bessere Qualität im 20-Cent-Bereich. Und wer ganz viele Fotos günstig drucken möchte, kann das beispielsweise mit unserem Snapfish Online-Dienst realisieren.

Kodak will nach eigenen Angaben den „Home-Printing-Markt revolutionieren“. Inwieweit sehen Sie HP von diesem Vorstoß betroffen?

Wir sind davon direkt betroffen. Kodak führt uns ja auch immer wieder als die Referenz an, gegen die sie antreten. Allerdings ist der Tintenstrahlermarkt seit vielen Jahren fest in den Händen von vier Anbietern und ein äußerst wettbewerbsintensiver Markt dazu. Das hohe Niveau der angebotenen Drucklösungen und die knappe Kalkulation dahinter erfordern von jedem weiteren Anbieter extrem hohe Investitionen und einen langen Atem.

Welche Perspektiven sieht HP im Home-Printing-Markt und welchen Stellenwert hat dieses Segment im Gesamtkonzept?

Das Alltagsverhalten wird mittlerweile stark von digitalen Angeboten bestimmt – mal eben schnell das Kinoprogramm aus dem Internet ausdrucken oder das Bahnticket für die Geschäftsreise. Ein Drucker gehört inzwischen zur Standardausstattung jedes Haushalts. Primär werden dort Dokumente aller Art gedruckt. Web-Printing steht noch ganz am Anfang. Dieses werden wir in Zukunft stark vereinfachen und verbessern. Und der Home-Fotodruck ist ein weiter wachsendes, sehr attraktives Einsatzgebiet. Insofern ist und bleibt der Home-Printing-Markt für uns ein zentraler Baustein in unserem Gesamtangebot.

Kontakt: www.hp.com

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