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„Wir haben klare Ziele“

Trotz Umsatzrückgang blickt man bei b.com optimistisch in die Zukunft. Die Neuausrichtung zu Beginn des Jahres habe den Distributor effizienter gemacht und Wachstumspotenziale geschaffen, erklärt Vorstand Patrick Köhler.

Ob voranschreitende Internationalisierung oder Ausbau der Händlerbasis, bei b.com ist viel los. Im vergangenen Geschäftsjahr mussten Sie dennoch einen Umsatzrückgang von rund 306 auf 260 Millionen Euro verzeichnen. Woran lag das, wie wollen Sie den Rückgang abfedern und welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

„Reines Umsatzdenken ist nicht nachhaltig und geht – zumindest aus unserer Sicht – gegen unsere unternehmerische Verantwortung“, erklärt b.com-Vorstand Patrick Köhler.
„Reines Umsatzdenken ist nicht nachhaltig und geht – zumindest aus unserer Sicht – gegen unsere unternehmerische Verantwortung“, erklärt b.com-Vorstand Patrick Köhler.

Ja, bei uns ist momentan wirklich einiges los. Aber wir haben klare Ziele. Ausbau des Portfolios in Breite und Tiefe sowie Ausbau der Kundenbasis waren und sind nur zwei davon. Das vergangene Geschäftsjahr stand für uns im Zeichen der Konsolidierung. Wir haben unser Team passend aufgestellt sowie Prozesse durchleuchtet und neu aufgesetzt. Dabei haben wir uns auch ganz bewusst von unprofitablem Großkundengeschäft getrennt. Letztlich mussten wir so auf Umsatz verzichten, konnten aber unseren Ertrag sogar verbessern. Für das aktuell angelaufene Geschäftsjahr planen wir den Umsatz sukzessive aber moderat auszubauen – immer mit deutlichem Fokus auf ein gutes Umsatz/Ertrags-Verhältnis.

Findet hier ein generelles Umdenken in der Distribution – statt vom reinen Umsatzdenken auf mehr Nachhaltigkeit – oder sind dies nur erste Anzeichen einer Konsolidierung?

Als mittelständisches Unternehmen ist es ein erklärtes Ziel, bei unserer Arbeit ein gutes Umsatz-/Ertragsverhältnis an den Tag zu legen. Reines Umsatzdenken ist nicht nachhaltig und geht –zumindest aus unserer Sicht – gegen unsere unternehmerische Verantwortung. Doch jedes Unternehmen unabhängig vom Industriezweig versucht in der derzeitig angespannten wirtschaftlichen Lage seine Profitabilität zu steigern und somit auf Nachhaltigkeit zu setzen. Eine Maßnahme ist dabei nun mal, Umsatz mit Minusertrag herauszufiltern und zu vermeiden. Andere Unternehmen hingegen gehen den Weg über die Kostensparschiene. Das alles kann grundsätzlich zu einer Konsolidierung im Markt führen, aber aktuell ist das aus unserer Sicht in der Distributionslandschaft nicht festzustellen.

Für Unruhe haben im Frühjahr einige strukturelle Veränderungen und damit verbundener Personalabbau gesorgt. Warum waren diese Veränderungen wichtig, wie sehen Sie sich heute aufgestellt und wohin geht die Reise?

Die strukturellen Veränderungen haben Prozesse, Geschäftsbeziehungen und Personal in allen Bereichen betroffen. Wir haben die b.com konsequent durchleuchtet und zukunftsfähig gemacht. Es ging uns nicht darum, die Mannschaft zu verkleinern sondern nur darum, sie effizienter aufzustellen. Das einige Mitarbeiter das Unternehmen Anfang des Jahres verlassen haben, hing einfach damit zusammen, dass dieser Kurs nicht jedem zugesagt hat. Mittlerweile ist das Gros der seit damals offenen Stellen wieder besetzt. Natürlich wurde bei der Neuausrichtung darauf geachtet das eigene Potential besser zu nutzen und Ressourcen für den Ausbau des Portfolios und der Services zu schaffen. Wir haben zum Beispiel in den vergangenen zwölf Monaten rund 20 neue Brands aufgenommen – speziell im Printer und Supplies-Bereich Marken wie Oki oder Pelikan. Hier unseren Kunden noch ein größeres Angebot zu bieten, ist ein erklärtes Ziel für das angelaufene Geschäftsjahr.

www.bcom.de

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