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GVS steht vor Neuausrichtung

Auf dem vom Großhandelsverband Mitte April in Berlin veranstalteten GVS-Forum stand das Thema „Großhandel im Wandel“ im Fokus. Auch auf Verbandsseite ist eine Neupositionierung dringend gefragt und gewünscht.

Der Verband reagiert mit dem Vorstoß auf die Auswirkungen der Marktveränderungen und damit auf die Rückgänge im Mitgliederkreis. Dies zeigt sich auch an der Besucherresonanz in Berlin: Auf dem GVS-Forum trafen sich knapp über einhundert Personen aus dem Großhandel und der Industrie; auf Großhandelsseite waren von den derzeit knapp 50 im GVS organisierten Großhandlungen 20 (inklusive Kooperationen) vertreten.

Ein weiteres Zeichen ist zudem, dass die beiden in Deutschland mit Abstand führenden Großhändler Iden und PBS Deutschland eigene Wege abseits des Verbandsgeschehens gehen.

In den vorgelagerten Mitgliederversammlungen, während eines anberaumten Pressegesprächs sowie im Vortrag von Präsidiumsmitglied Klaus Danne auf der Tagung selbst wurde der Wille zu Veränderungen und zu einer Neuausrichtung betont. Derzeit befände man sich in einer „intensiven Diskussionsphase und einem Findungsprozess“. Einer der Kernpunkte der Neupositionierung sei die Öffnung und damit die Gewinnung neuer Mitglieder – offen sei man auch für andere Geschäftsmodelle sowie andere Bereiche wie zum Beispiel die Distribution mit Schwerpunkt Supplies. Engagiert aus diesem Umfeld ist im GVS derzeit bislang lediglich Spicers.

GVS-Forum in Berlin: Wichtige Projekte sowie das Thema „Neuausrichtung des Verbandes“ standen auf der Agenda.
GVS-Forum in Berlin: Wichtige Projekte sowie das Thema „Neuausrichtung des Verbandes“ standen auf der Agenda.

Revolutionär war es nicht, was in Berlin zu hören war. Wohl aber wurde offen über die Standortbestimmung gesprochen – und dies mit der Erkenntnis, dass ein neues Selbstverständnis des Verbandes gefragt sei. Insgesamt gehe es darum, die Aufgaben neu zu definieren, wie Klaus Danne mehrfach betonte. Für diesen wichtigen Schritt wolle und müsse man sich die notwendige Zeit nehmen, gerade wenn damit auch Satzungsänderungen verbunden seien. Danne erläuterte in seinem Vortrag, wie wichtig die Rolle des Großhandels „als Mittler zwischen Lieferanten und Einzelhandel“ sei. Im Gegensatz zu früheren Jahren wurde die Frage des Funktionsrabatts diesmal nicht thematisiert. „Der Großhandel braucht einen angemessenen Einstandspreis ... , nicht die Prozente sind entscheidend, sondern der Stücknutzen“, so Danne. Zudem sei jeder Großhändler anders, die Funktion müsse somit individuell bewertet werden. Eine erste Konsequenz der Veränderungsbereitschaft ist die Zusammenlegung von GVS-Forum und GVS-Messe ab dem kommenden Jahr. Das GVS-Forum wird weiterhin vom Großhandelsverband, die Messe von der Großhandelskooperation InterES organisiert. Beide Veranstaltungen finden 2011 Anfang Oktober in Fulda statt.

Das GVS-Forum hatte ansonsten einige branchenrelevante Vorträge zu bieten: Neben „einem Blick über den Branchenzaun“ hin zu einem Beispiel „erfolgreichen Branchenmarketings“ im Blumenmarkt informierten Edding-Geschäfts­führer Thorsten Streppelhoff über das „Schreibwarenzeichen“, Klaus Danne über die „Goldene Schultüte“, BBW-Geschäftsführer Thomas Grothkopp über das Ausbildungsprojekt „PBS-Qualifizierung“, Bit-Verlagsleiter Siegfried Elsaß über die Großhandelszeitschrift „pbs aktuell“ und Björn Klippel vom Dienstleister Tim Consult über das Thema „Supply Chain“.

www.gvsonline.de

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