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Schneidersöhne heißt jetzt Papyrus

Der 1902 gegründete Ettlinger Papiergroßhandel firmiert neuerdings unter dem Namen der schwedischen Konzernmutter Papyrus. Anfang April wurde die Umbenennung wirksam.

Das Schneidersöhne-Logo weicht dem markanten Papyrus-Schriftzug. Die vertraute Farbwelt der Marke bleibt jedoch weitestgehend erhalten.
Das Schneidersöhne-Logo weicht dem markanten Papyrus-Schriftzug. Die vertraute Farbwelt der Marke bleibt jedoch weitestgehend erhalten.

„Wir werden Papyrus – in bester Schneidersöhne-Qualität“, verkündete Unternehmenssprecherin Gabriele Eisenbarth gleich zu Beginn des jährlichen Pressegesprächs in Ettlingen. Seit 2006 gehört Schneidersöhne zum schwedischen Papiergroßhandelsunternehmen Papyrus in Mölndal, jetzt wurde das „Re-Branding“ umgesetzt.

Der Namenswechsel betrifft neben Schneidersöhne und den zum Unternehmen gehörenden Bereichen Schneidersöhne Kuvert und Classen-Papier auch die schweizerische Papyrus-Tochter Sihl+Eika, die später im Jahr den Wechsel vollziehen wird.

Europaweit werde man damit zukünftig unter einem Namen auftreten, ähnlich wie bei den Büropapieren des Konzerns, wo die europäische Harmonisierung mit den Markennamen „Plano“ und „Sky“ schon abgeschlossen wurde.

Gabriele Eisenbarth präsentierte die neue Musterkollektion mit rund 1200 Papiersorten.
Gabriele Eisenbarth präsentierte die neue Musterkollektion mit rund 1200 Papiersorten.

Als Vorteile des gemeinsamen Namens nannten Boris Borensztein und Robert Matzke, die Geschäftsführer des Großhandelsunternehmens, einen zentralen Einkauf, einheitliche Unternehmensrichtlinien sowie eine gemeinsame Beschaffungspolitik. Außer dem Namen selbst, der ja passenderweise für das Ursprungsprodukt des heutigen Handelsguts Papier steht, ändere sich nichts: Alle anderen Angaben wie Konten, Rechnungsanschriften, Zahlungskonditionen bleiben unverändert. Besonders wichtig sei dem Unternehmen im Vorfeld die interne Kommunikation gewesen, wie Boris Borensztein betonte: So seien erstmals alle Schneidersöhne-Mitarbeiter zu einer gemeinsamen Veranstaltung in den Europapark nach Rust eingeladen worden.

In Vorbereitung der Umbenennung hatte man bei Schneidersöhne die eigentlich längst fällige Neuauflage der Musterkollektion erst einmal aufgeschoben. Jetzt ist die neue Ausgabe erhältlich. „Das ist unser Schaufenster zum Kunden, und daher ist es ein tolle Sache, dass wir darüber direkt mit dem neuen Namen bei den Kunden präsent sind“, so Gabriele Eisenbarth. Die Musterkollektion enthält rund 1200 aktuell verfügbare Papiermuster.

Hauptthema das Pressegesprächs war aber die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens in 2009. „Es war ein grausames Jahr“, fasste es Rainer Köster, Senior Vice President Papyrus, knapp zusammen. Er gab einige Informationen zum Gesamtunternehmen, das von der Marktposition in Kontinentaleuropa an zweiter Stelle liege. Papyrus ist in 22 europäischen Ländern vertreten und erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von

1.817 Millionen Euro, ein Minus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zwar musste auch Schneidersöhne auf dem deutschen Markt Einbußen hinnehmen, diese fielen allerdings prozentual betrachtet etwas niedriger als im Gesamtkonzern aus. So verzeichnete der Großhändler einen Absatzrückgang von 6,4 Prozent (auf 861 767 Tonnen). Vor allem im grafischen Bereich habe man einen überproportionalen Mengenrückgang hinnehmen müssen. Hingegen hat sich der Markt für Büropapiere eher stabil gezeigt, erläuterte Robert Matzke.

Boris Borensztein und Robert Matzke, Geschäftsführer des Papyrus-Papiergroßhandels in Ettlingen, mit Rainer Köster, Senior Vice President Papyrus (v.l.)
Boris Borensztein und Robert Matzke, Geschäftsführer des Papyrus-Papiergroßhandels in Ettlingen, mit Rainer Köster, Senior Vice President Papyrus (v.l.)

Der Umsatzrückgang betrug 9,4 Prozent (auf 782 Millionen Euro). Die Höhe des Umsatzrückgangs resultierte aus dem gesunkenen Absatz und den gesunkenen Verkaufspreisen. Das Ergebnis wurde belastet durch einen Rohertragsrückgang, unbefriedigende Margen, steigende Energiekosten und Forderungsausfälle in Folge von Kundeninsolvenzen.

Diese in der Firmengeschichte bisher einzigartig hohen Rückgänge führten zu einem rigorosen Sparprogramm: Trotz temporärer Kurzarbeit im grafischen Großhandel musste Schneidersöhne die Zahl der Mitarbeiter im Laufe des Jahres um 105 Stellen (knapp acht Prozent) auf 1235 reduzieren. Der Anteil der Auszubildenden liegt mit 5,4 Prozent knapp unter dem Vorjahrswert.

Eine Prognose für das laufende Jahr abzugeben sei sehr schwierig, man werde wohl das Niveau des Vorjahres halten können. „Auch 2010 wird die Marktlage herausfordernd bleiben“, so das Fazit von Robert Matzke.

www.papyrus.com/de

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