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Jubiläum in Umbruchzeiten

150 Jahre seit der Gründung – für den Papiergroßhändler Carl Berberich ein Grund, mit Stolz auf die Firmenhistorie zu blicken. Doch die Branche steckt in einem massiven Umbruch, der Wettbewerb verschärft sich auch für den Großhändler.

Eva Eren (l.) und Geschäftsführer Heinz König (r.) mit weiteren Angehörigen der Gründerfamilie
Eva Eren (l.) und Geschäftsführer Heinz König (r.) mit weiteren Angehörigen der Gründerfamilie

Der Papiergroßhändler Berberich sieht sich im Markt der Papiergroßhändler in Deutschland als eine Ausnahmeerscheinung. Die Konkurrenten heißen unter anderem Antalis, Paperlinx, Papier Union/Inapa, Papyrus – und die Mutterunternehmen dieser Wettbewerber sind börsennotierte Aktien- oder Investmentgesellschaften mit Zentralen in Frankreich, Australien, Portugal und Schweden. Berberich Papier indes trägt als Familienunternehmen seit 150 Jahren den Namen seines Gründers Carl Berberich. Nach wie vor ist das Unternehmen im Familienbesitz und wird von Hauptgesellschafterin Eva Eren, der Ur-Urenkelin des Gründers, in sechster Generation mitgeleitet. „Im Wettbewerb mit den großen international agierenden Konzernen setzt das Familienunternehmen Berberich auf traditionelle Werte. Loyalität zu den Kunden, Kontiunität und Perspektiven für die Mitarbeiter, hochwertige Produkte und gesunde, langsam gewachsene Strukturen zeichnen die Firma aus“, unterstreicht Geschäftsführer Karl-Heinz Schweizer.

Doch das Marktumfeld hat sich verschärft. Die Hauptkunden und wirtschaftlichen Standbeine der Papiergroßhändler, Druckereien und Großabnehmer für Büropapier wie Fachhandel und Unternehmen, fragen tendenziell weniger Papier nach. Dennoch ist der zweite Geschäftsführer Heinz König überzeugt: „Papier als Medium, wird auch künftig eine Basis haben.“ Die Frage nach der Zukunft des Papiers in Zeiten der Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche nahm denn auch bei den Gesprächen auf dem Podium einen breiten Raum ein. Im Hintergrundgespräch mit BusinessPartner PBS wies König auf die wachsende Bedeutung des Vertriebs für das Großhandelshaus hin: „Partner für Berberich sind zunehmend jene Händler, die in die Kundenbeziehung investieren.“ Heute zähle viel stärker als früher, dass der Handel für den Kunden Konzepte anbiete. Dementsprechend wolle man bei Berberich vornehmlich mit Handelspartnern zusammenarbeiten, mit denen man sich über eine solche Herangehenweise unterhalten könne.

Berberich feierte gemeinsam mit seinen Lieferanten.
Berberich feierte gemeinsam mit seinen Lieferanten.

Berberich hat sich selbst in diesem Sinne organisiert und „Spartenverantwortung“ geschaffen: So ist seit April etwa Peter Welter Leiter des Bereichs Office-Papiere und Digitaldruck beim Heilbronner Papiergroßhändler. Hintergrund sind die gestiegenen Anforderungen an die Produkt- und Sortimentskompetenz der Kundenbetreuer. Zudem steht Berberich seit der Gründung der Berberich Systems 2002 auf einem zweiten Standbein – der Herstellung individueller Präsentationslösungen, also von Ordnern, Ringbüchern, Mappen und Präsentationsmitteln.

Die Sparte Papiergroßhandel von Berberich erwirtschaftet heute mit zirka 350 Mitarbeitern sowie 18 000 Kundenbeziehungen einen Umsatz von 200 Millionen Euro pro Jahr. Der Verkauf von Büropapieren bewegt sich zwischen 20 und 25 Prozent. Wichtige Lieferanten aus dem Umfeld der Büropapiere sind die Papierhersteller Soporcel, Stora Enso, Mondi und International Paper. Anlässlich der Feier zum 150.

Geburtstag unterstützten rund 20 Hauptlieferanten ihren Distributor und präsentierten an Ausstellungsständen ihre Produkte. Am Tag der Feier von Berberich in Heilbronn standen die Mitarbeiter im Mittelpunkt: Berberich hatte – ganz im Zeichen als Familienunternehmen – die „Berberich-Familie“ eingeladen: Mehr als 800 Mitarbeiter, ehemalige Mitarbeiter und Angehörige aller Standorte sowie Lieferanten kamen nach Heilbronn, um gemeinsam zu feiern.

www.berberich.de

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