BusinessPartner PBS

Besonderer Kundenservice ist gefragt

Der PBS-Großhandel befindet sich im Umbruch. Der GVS hat reagiert und neue Verantwortlichkeiten geschaffen. Wir sprachen mit Klaus Danne, GVS-Präsidiumsmitglied und Geschäftsführer der Georg Kugelmann GmbH, über die Perspektiven.

Klaus Danne:
Klaus Danne:

Klaus Danne: "Der konjunkturelle Aufschwung ist im Fachhandel leider noch nicht angekommen."Herr Danne, der deutsche PBS-Großhandel steckt mitten in einem Konsolidierungsprozess. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation?

Der deutsche PBS-Großhandel ist in den zurückliegenden Jahren von vielen Veränderungen nachhaltig geprägt worden. In dieser Zeit sind neue Partner am Markt entstanden, Verkäufe von Betrieben wurden abgewickelt, aber auch die Stärkung von langjährig bestehenden Unternehmen hat stattgefunden. Bestehende Beziehungen zwischen Facheinzelhandel und Fachgroß- handel wurden gestärkt. Gemeinsam müssen sich beide Handelsstufen immer wieder an den Veränderungen des Marktes ausrichten. Nach einer Zeit der vielfältigen Veränderungen wird es sicherlich etwas ruhiger, zumal das Geschäft eines PBS-Großhandels immer komplizierter wird und wir keine Branche sind, in der überproportionale Margen und damit dementsprechende Erträge zu erwirtschaften sind. Eine genaue Prognose für die Zukunft kann aber niemand vornehmen, da wir ein Markt mit vielen individuellen Unternehmen sind, die ihre Entscheidungen autark treffen.

Drei bis vier Player zielen mit teilweise unterschiedlichen Konzepten auf eine bundesweite Marktabdeckung. Welche Chancen haben regional aktive Großhändler zukünftig überhaupt noch und wie müssen sie aufgestellt sein?

Regionale Großhändler haben oft eine sehr ausgeprägte intensive Kundenbeziehung aufgebaut, die von einer exzellenten individuellen Betreuung ihrer Kunden geprägt ist. Gerade überregionale oder national aufgestellte Unternehmen können diesen besonderen Service teilweise nur begrenzt bieten. Voraussetzung für den Erfolg ist der besondere Kundenservice bei einer ebenfalls optimalen Kostenstruktur und einer gezielten Ausrichtung auf die geforderten Sortimente.

Positive Konjunkturaussichten sorgen derzeit für eine gewisse Aufbruchstimmung. Wie ist die Situation bei Ihren Kunden, sprich: im Fachhandel?

Der konjunkturelle Aufschwung ist im Fachhandel leider noch nicht angekommen. Die erhöhte Mehrwertsteuer, die weiteren Belastungen für Energie und steigende Lebensmittelpreise sorgen weiterhin dafür, dass die breite Masse der Verbraucher weniger frei verfügbares Einkommen hat. Bis die Reduktion der Arbeitslosenzahlen und die Erfolge im Export sich auch in einer verstärkten Kaufkraft der Verbraucher zeigen, wird noch etwas Zeit vergehen. Wenn die Entwicklungen der vergangenen Jahre ein Parameter für den Markt sind, dann wird die Nachfrage im Herbst 2007 steigen, da die Nachfrage im gewerblichen Bedarf sich bereits erhöht hat und der private Konsum zeitverzögert nachzieht.

Kann der PBS-Fachhandel bei der Vielzahl der Produkte und aktuell auch neuer Sortimente überhaupt eine eigenständige Positionierung bzw. Wahr- nehmung beim Endkunden finden?

Der PBS-Fachhandel hat schon immer von der Innovationskraft der Industrie gelebt, zumal der Endverbraucher immer wieder neue Artikel und Sortimente erwartet. Ein einheitliches Bild wird es nie geben, da regional oft völlig unterschiedliche Produkte gewünscht werden.

Auf der GVS-Tagung und dem BBW-Forum wurde das neue Branchen-Logo für den PBS-Fachhandel vorgestellt. Wie wird der Handel Ihrer Meinung nach auf das neue Engagement reagieren?

Das neue Branchenlogo muss jetzt erst einmal der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dann kommt die Phase der Akzeptanz und erst anschließend die Umsetzung. Bereits auf dem GVS-Forum habe ich deutlich gemacht, dass mit der Einführung dieses Branchensignets ein langer Weg vor uns liegt.

Welche Rolle spielt der Großhandel bei der Etablierung und wie werden Ihre Mitarbeiter für das neue Signet werben?

Der Großhandel wird sich für das Branchenlogo aktiv einsetzen. Es ist auch gerade im Interesse des Großhandels, dass unsere Branche wieder besser wahrgenommen wird und nicht nur zum Beispiel ein „Lotto“-Schild auf ein Geschäft aufmerksam macht, in dem auch PBS-Produkte angeboten werden. Nachdem der Großhandel vor einigen Wochen bereits informiert wurde und die offizielle Vorstellung des Logos am 10. Mai beim BBW-Forum in Münster stattgefunden hat, beginnt die Arbeit zur breiten Einführung jetzt erst. Es wird aber eine interessante Herausforderung für die gesamte Branche werden, zumal hier dann viele individuelle Wünsche zugunsten eines allgemeinen übergeordneten Zieles modifiziert werden müssen.

Rolle und Funktion des Großhandels stärken

Auf seiner konstituierenden Sitzung vom 20. April in Hannover hat das GVS-Präsidium die zukünftigen Schwerpunkte der Verbandsarbeit festgelegt. Schwerpunkt der Arbeit des Großhandelsverbandes Schreib-, Papier- und Bürobedarf (GVS) soll es sein, die Rolle und Funktion des Großhandels in der PBS-Branche darzustellen und zu stärken. Zuständig für diesen Themenkomplex ist Spicers-Deutschland-Chef Thomas Apelrath. Die Branchenprojekte PBS-Branchenlogo (verantwortlich Klaus Danne, Georg Kugelmann GmbH);

PBS-Ehrenkodex (Matthias Loipetssperger, Office Kompetenz GmbH) und „Die goldene Schultüte“ (verantwortlich Michael Franzen, Josef Franzen GmbH) sollen forciert werden. Auch die organisatorischen Zuständigkeiten innerhalb des Präsidiums wurden neu geordnet. Thomas Apelrath ist künftig zuständig für die GVS-Bundestagung und Nachwuchsförderung, Klaus Danne für Öffentlichkeitsarbeit und Ansprechpartner der Industrie (in Zusammenarbeit mit Thomas Apelrath);

Michael Franzen für die GVS-Messe und Öffentlichkeitsarbeit, Matthias Loipets- sperger für Kataloge und Finanzen sowie Franz Birnbeck für die Großhandelszeitschrift „pbs-aktuell”. Der Verband will künftig quartalsmäßig auch Branchenzahlen bekanntgeben. Diese Zahlen sollen neutral über ein Notariat innerhalb der PBS-Großhandelsbranche erhoben werden.

Kontakt: www.gvsonline.de

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