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Der Wind frischt auf

Beim Lieferanten-Workshop Mitte November in Stuttgart fand das hoch motivierte PBS Network-Team klare Worte: Lieferanten, die nicht mitziehen, werden ab Ende 2012 gesperrt.

Runde Prozesse im E-Procurement: Andreas Schachtner, Vorstand IT & Prozesse bei der österreichischen PBS Holding, demonstrierte die Anforderungen aus Großhandelssicht.
Runde Prozesse im E-Procurement: Andreas Schachtner, Vorstand IT & Prozesse bei der österreichischen PBS Holding, demonstrierte die Anforderungen aus Großhandelssicht.

Der „frische Wind“, der die PBS Network seit dem Einstieg von Geschäftsführer Jerg Luetkens vor acht Monaten umgibt, gewinnt an Stärke. Das konnten die 67 Teilnehmer des Lieferanten-Workshops im Stuttgarter mo.hotel deutlich spüren.

Unter dem Motto „Your Living Standard“ wurden umfangreiche Informationen rund um das Thema „Prozessoptimierung mit PBSeasy“ geboten. Interessante Einblicke ermöglichte auch der Vortrag von Andreas Schachtner, der als Vorstand für den Bereich IT & Prozesse bei der österreichischen PBS Holding verantwortlich ist. Er erläuterte aus Sicht des Großhandels die Anforderungen, die an die Qualität der Daten gestellt werden.

Großen Wert legte Jerg Luetkens, der vor seiner Tätigkeit bei der PBS Network 15 Jahre bei Kodak beschäftigt war, gleich zu Beginn der Veranstaltung auf das Selbstverständnis der PBS Network. Ihm ist es wichtig, dass die Branchenplattform offen ist für alle Marktteilnehmer. Deutlich hob er hervor, dass die Mitarbeiter des Non-Profit-Unternehmens ein Team sind, das gemeinsam mit allen Händlern und Lieferanten Lösungen finden möchte. „Ich denke, dass wir ein gewünschtes Monopol sind“, sagte Luetkens in Stuttgart. Dabei fühle er sich dem Titel „non-profit“ sehr verbunden. Zu den Angeboten der PBS Network gehöre neben der Beratung und Betreuung vor allem auch die Unterstützung neuer Datenformate und die Schaffung von Tools für transparente Prozesse.

Im Anschluss brachte Christoph Landthaler den Teilnehmern das Motto „Your Living Standard“ näher. Er betonte in dem Zusammenhang, dass „jeder Standard einigermaßen offen sein muss, um überhaupt als Standard funktionieren zu können“. Mit dazu beitragen soll auch die neue Medienplattform der PBS Network, die ab Mitte Dezember in Betrieb gehen wird.

Premium-Lieferanten ausgezeichnet

35 Unternehmen haben in diesem Jahr die Kriterien erfüllt und konnten die Auszeichnung „Premium-Lieferant 2011“ entgegennehmen. Dazu gehören auch die drei neu in diesen Kreis hinzugekommenen Lieferanten: 3M, Herlitz und der RNK-Verlag. Gleichzeitig gab es allerdings auch acht Unternehmen, die eine „Premium-Pause“ eingelegt haben; das heißt, sie konnten den Premium-Status in diesem Jahr nicht wiedererlangen.

Die „Premium-Lieferanten 2011“: Erstmals mit von der Partie sind 3M, Herlitz und der RNK-Verlag.
Die „Premium-Lieferanten 2011“: Erstmals mit von der Partie sind 3M, Herlitz und der RNK-Verlag.

Der diesjährige Stichtag für die Datenverfügbarkeit war der 1. November. Alle Artikel der aktuellen Fachhandelspreislisten mussten bis zu diesem Zeitpunkt in „PBSeasy“ vorliegen. Auch die fristgerechte und korrekte Bereitstellung der kundenindividuellen Preise, die – und das ist neu in diesem Jahr – auf Basis einer Kundenumfrage geprüft wurde, war entscheidend. Vor allem die rechtzeitige und vollständige Lieferung der katalogrelevanten Mediendaten und die Angabe von korrekten Maßen und Gewichten sowie der Verpackungsart bereiteten Probleme. Insgesamt haben rund 40 Prozent aller bewerteten „PBSeasy“-Lieferanten den Premium-Status für 2011 erreicht.

Martin Kleinert zeigte in seinem Vortrag exemplarisch am Ruder-Achter, dass alle mitziehen müssen, damit ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt wird. „Der souveräne WM-Sieg des Achters hat den Deutschen Ruderverband vor einer historischen Schlappe bewahrt. Die Bilanz der WM bleibt dennoch dürftig.“ Ein Beispiel, das verdeutlichen soll, dass das vorbildliche Engagement einzelner nicht reicht, um einen Standard zu etablieren. Vor allem die Verarbeitung kundenindividueller Preise (KIP) muss noch optimiert werden, wie auch die aktuelle Umfrage unter „PBSeasy“-Teilbestellern zeigt: 40 Prozent der Befragten gaben an, dass fehlerhafte KIP und falsche Preise für Aktionen sowie Ausschreibungen hinterlegt waren. Zudem erklärten sie, dass sie bessere Preise bei der Bestellung über den Außendienst erhalten hätten. Insgesamt führen also die Mängel in der Datenqualität – und da insbesondere bei den KIP – dazu, dass deutlich mehr als ein Drittel der Befragten „PBSeasy“ nicht benutzt.

Seit April unter der Führung von Jerg Luetkens (l.): das Team der PBS Network
Seit April unter der Führung von Jerg Luetkens (l.): das Team der PBS Network

Schon im Juni auf der Hauptversammlung hatten die in der Arge PBS (Arbeitsgemeinschaft zur Förderung neuer Medien in der PBS-Branche) organisierten Marken-Hersteller daher beschlossen, „dass die Lieferanten für PBSeasy gesperrt werden, die zum 31. Dezember 2012 keine KIP liefern können“. Ein entsprechendes Schreiben mit dem Hinweis auf eine mögliche Sperrung ab dem Jahr 2013 hat PBS Network schon im Juli an die Geschäftsleitungen der betroffenen Lieferanten versandt.

Aber nicht nur die Lieferanten, auch die Händler sollen zukünftig stärker in die Pflicht genommen werden, Daten ordentlich zu übernehmen und korrekte Bestellungen zu senden.

Bis zum Jahresende 2011 hat sich die PBS Network in diesem Zusammenhang einiges vorgenommen: Neben einer gültigkeitsbezogenen Sicht der Preise soll eine Auswahl der Preisliste nach Gültigkeitsdatum sowie ein Download der Preise im CSV möglich sein. Des Weiteren ist als zusätzliches Feature im Ordertracker die Überwachung der Ausschreibungspreise und Endkundenprojekte geplant.

Ein Arbeitskreis soll mit dazu beitragen, die angestrebten Ziele schneller und besser erreichen zu können. Martin Kleinert konnte aus dem Kreis der Lieferanten spontan Edding, Marabu und Herlitz mit ins Boot holen.

www.pbs-network.de

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