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Topseller-Preise im Handel

Die im Internet veröffentlichten Verkaufspreise von Top-Artikeln der Branche bei großen Handelsunternehmen sind trotz Absatzkrise insgesamt gestiegen, so die aktuelle Erhebung von IntelliCaT.

Im Schnitt fünf Prozent Preiserhöhung seit Sommer 2009 (günstigstes Angebot in Grün)
Im Schnitt fünf Prozent Preiserhöhung seit Sommer 2009 (günstigstes Angebot in Grün)

Mit einem neuen Jahr ändern sich in vielen Märkten die Preise. Meist nach oben, doch nicht immer. Im Jahr der Wirtschaftskrise 2009 wurden in einem heftigen Preiskampf im Lebensmittel-Einzelhandel von Aldi und Co. viele Preise stark nach unten getrieben. Ist der PBS-Handel von diesem Trend infiziert? Bereits bei der letzten Auswertung im Juli 2009 lautete die Antwort „nein“. Auch bei der aktuellen Auswertung zum Jahresanfang 2010 zeigt sich, dass schwache Märkte offensichtlich kein Grund sind, von Preissteigerungen Abstand zu nehmen. Erstmalig waren bei allen abge­fragten großen Handelsunternehmen – Viking, Otto Office, Staples, Office XL und Printus – alle der wiederkehrend abgefragten Topseller-Artikel ohne Lücken gelistet. Viking meldete allerdings beim „Nopi“-Packband „leider nicht verfügbar“. Im Drucker-Bereich mussten infolge Modellwechsels statt des im vergangenen Jahr gelisteten Laser­druckers „Brother HL-2035“ das neue, überall gelistete Modell „Brother HL-2140“ abgefragt werden, als Tintenstrahl­drucker der „Canon Pixma iP4700“ statt des „iP4600“.

Die abgefragten Artikel sind Topseller aus unterschiedlichen Produktgruppen und sollen somit einen typischen Bürobedarfs-Warenkorb abbilden (in den Einzeltabellen bedeuten „grün“ Preisreduzierungen und „rot“ Preiserhöhungen). Dieser Warenkorb ist weiterhin bei Otto Office mit rund 368 Euro am günstigsten zu erwerben, obwohl bei einem Drittel der Artikel die Preise erhöht und nur bei der HP-Druckkassette, bei der man zuletzt den höchsten Preis aller abgefragten Anbieter hatte, eine geringe Preissenkung vorgenommen wurde.

Otto Office trotz höherer Preise weiterhin günstig
Otto Office trotz höherer Preise weiterhin günstig

Otto Office ist immer noch bei mehr als der Hälfte der Artikel Preisführer. Der Warenkorb verteuerte sich gegenüber Juli 2009 jedoch um fünf Prozent.

Zweiter im Preisgefüge mit 380 Euro ist Printus. Hier spart man vor allem mit der immer wieder, so auch aktuell, über Sonderpreise extrem günstig angebotenen HP-Druckkassette. Auch beim Canon-Drucker und den „Point 88“-Stiften ist Printus Preisführer. Die Preise wurden gegenüber Sommer stark verändert, mit acht Preiser­höhungen und drei Preissenkungen. Insgesamt verteuerte sich der Warenkorb um fünf Prozent.

OfficeXL: moderate Preiserhöhungen, günstig bei Tinte
OfficeXL: moderate Preiserhöhungen, günstig bei Tinte

Staples Warenkorb: im Schnitt die höchsten Preise
Staples Warenkorb: im Schnitt die höchsten Preise

Mit rund 393 Euro für den Warenkorb liegt Viking im Mittelfeld. Ohne Berücksich­tigung der beiden nicht verfügbaren bzw. neu gelisteten Artikel betrug die Preisstei­gerung gegenüber Sommer 2009 stattliche neun Prozent. Sechs Artikel verteuerten sich, zwei wurden im Preis gesenkt. Mit 99 Cent weist Viking den preiswertesten Eigen­marken-Ordner aus. No-Name-Ordner gibt es allerdings bei verschiedenen Quellen noch günstiger.

Office XL liegt mit 397 Euro für den Warenkorb auf dem vorletzten Platz. Hier gab es im Juli 2009 keine Preisveränderungen im Vergleich zum Jahresbeginn. Nun wurden auch hier sieben Preise erhöht und nur einer gesenkt, der Warenkorb verteuerte sich ins­gesamt um moderate vier Prozent. Die abgefragten Tintenpatronen kauft man – vielleicht etwas überraschend für viele – bei Office XL am günstigsten.

Claus Meister, der Autor dieses Artikels, ist Geschäftsführer Eisenwerk Würth GmbH. Mit seinem Unternehmen IntelliCaT führt er unter anderem Preisund Wettbewerbsanalysen in der PBS-Branche durch.
Claus Meister, der Autor dieses Artikels, ist Geschäftsführer Eisenwerk Würth GmbH. Mit seinem Unternehmen IntelliCaT führt er unter anderem Preisund Wettbewerbsanalysen in der PBS-Branche durch.

Aktuell das teuerste Angebot findet sich bei Staples. Mit fast 415 Euro für den Muster-Warenkorb muss der Verbraucher fast 13 Prozent tiefer in die Tasche greifen als beim günstigsten Anbieter. Preiserhöhungen bei Druckern und EDV-Zubehör verteuerten den Warenkorb seit Sommer 2009 um stolze neun Prozent. Trotzdem ist Staples bei dreien der gelisteten Artikel Preisführer, dafür liegen andere Preise teilweise erheblich über dem Wettbewerb. Beim vielleicht wichtigsten Leitartikel der Branche, dem „Leitz-1080“-Ordner, der überall sonst zum Einheitspreis von 2,39 Euro angebo­ten wird, leistet sich Staples als einziges der abgefragten Unternehmen einen Auf­schlag von 10 Cent.

Die hier dargestellten Daten von Leitartikeln der Branche sind ein Auszug aus um­fangreicheren, automatisierten Auswertungen von IntelliCaT, die für Händler und Hersteller der Branche in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Größere Auswertungen sind im Rahmen der Katalog-Aktualisierung sinnvoll und einfacher als durch manuelle Ermittlung, um das Marktpreis-Niveau zu ermitteln. Bei Topsellern und Artikeln mit stark schwankenden Preisen können kurzfristigere Abfragen dabei helfen, den richtigen Zeitpunkt für eigene Anpassungen zu ermitteln und so nicht nur Arbeitsaufwand zu reduzieren, sondern durch richtiges Handeln Margengewinne zu realisieren.

www.intellicat.de

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