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Online-Shoppen im Ladengeschäft

Die Transparenz des Internets erreicht auch den stationären Handel. Die aktuelle Studie „Von Multi-Channel zu Cross-Channel“, erstellt vom ECC Handel in Zusammenarbeit mit Hybris, zeigt die neuen Herausforderungen.

Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung
Kai Hudetz, Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung

„Gibt es das nicht irgendwo anders billiger?“ Diese Frage ist wohl eine der häufigsten, die Kunden sich stellen, bevor sie das Internet nutzen, um sich über Produkte und Händler zu informieren. Einige stationäre Händler haben aufgrund dieser einfachen Vergleichbarkeit der Preise bisher sogar auf einen eigenen Web-Shop verzichtet. Doch auch ohne Online-Shop wird die Transparenz des Internets zu einer immer größeren Herausforderung für den stationären Handel. Die aktuelle Studie „Von Multi-Channel zu Cross-Channel – Konsumentenverhalten im Wandel“, die die Marktforscher von ECC Handel in Zusammenarbeit mit Hybris erstellt haben, bestätigt, dass bei knapp 40 Prozent der Käufe von Consumer-Electronics-Produkten in stationären Geschäften eine Informationssuche in einem Online-Shop vorausgeht. Der Preis ist dabei einer der häufigsten Gründe für die Informationssuche im Internet. Branchenspezifisch kommt es jedoch zu unterschiedlichen Nutzungsintensitäten: Bei Modeartikeln findet nur bei 15,4 Prozent der Käufe im stationären Handel zuvor eine Informationssuche in einem Online-Shop statt.

„Händler müssen sich darüber bewusst sein, dass der Preis oftmals der Treiber von Vertriebskanalwechseln zwischen On- und Offline-Handel ist. Umso wichtiger ist es für Handelsunternehmen, die einzelnen Kanäle konsistent und vernetzt zu bespielen. So kann der stationäre Handel die eigenen Stärken, wie die direkte Produktverfügbarkeit, das haptische Erleben der Produkte oder die persönliche Beratung, in den Vordergrund stellen“, erklärt Kai Hudetz, Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung.

Neue Herausforderungen für den stationären Handel: Viele Kunden wünschen eine Verzahnung der Vertriebskanäle.
Neue Herausforderungen für den stationären Handel: Viele Kunden wünschen eine Verzahnung der Vertriebskanäle.

Offensichtlich verlangen die Kunden von stationären Anbietern diese Vernetzung von On- und Offline-Handel. 14,3 Prozent der Befragten gaben an, dass sie „auf jeden Fall“ Produkte online bestellen würden, um sie offline in einem Laden abzuholen. Weitere 49,3 Prozent beantworteten diese Frage mit „Ja, eventuell“. Die Brisanz der Vernetzung zeigt sich auch im umgekehrten Fall: 31,3 Prozent der Befragten erwarten den Einsatz von In-Store-Terminals, um nicht verfügbare Produkte direkt aus dem stationären Handel im Online-Shop des Anbieters zu bestellen. Weitere 38,8 Prozent geben an, dass sie gerne In-Store-Terminals nutzen würden, um sich im stationären Handel noch über weitere Produkteigenschaften zu informieren oder Kundenbewertungen zu lesen.

Mark Holenstein, Vice President Central Europe bei Hybris
Mark Holenstein, Vice President Central Europe bei Hybris

In-Store-Terminals könnten also helfen, den Wissensdurst der Kunden zu befriedigen und die Vorteile des Internets in den stationären Handel zu bringen. Aber erst wenige deutsche Händler setzten derartige Konzepte bereits ein. Der Wäsche- und Bademodenanbieter Lascana beispielsweise nutzt „iPads“ im Handel, um den eigenen Kunden die Vorteile des Internets auch während des Einkaufs im stationären Handel zu ermöglichen. Mark Holenstein, Vice President Central Europe bei Hybris, fasst die Herausforderung für den Handel zusammen: „Nicht die Transparenz ist das Problem des Handels, sondern die fehlende Verzahnung der einzelnen Vertriebskanäle. Händler und Hersteller, die ihre On- und Offline-Aktivitäten aufeinander abstimmen und konsistent verbinden, werden Kunden trotz des stattfindenden Kanalwechsels während der Kaufentscheidung nicht verlieren. Sie fördern damit sogar die Bindung an Marke und Unternehmen.“

www.ecc-handel.de, www.hybris.de

Hintergrund

Die beteiligten Marktforschungsunternehmen im Überblick

Das ECC Handel wurde 1999 als Forschungs- und Beratungsinitiative unter der Leitung des Instituts für Handelsforschung (IfH) ins Leben gerufen. Insbesondere die fundierte Beratung kleiner und mittelständischer Handelsunternehmen zum Thema E-Commerce gehört zu den Zielen. Individuelle Fragen von Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Institutionen beantwortet das ECC Handel im Rahmen von Auftragsprojekten. Zahlreiche Aspekte des E-Commerce im Handel hat das ECC Handel zudem in eigenen Studien untersucht. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) für spezifische Projekte gefördert und ist in das Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG) als Branchenkompetenzzentrum mit Themenfokus Handel eingebunden.

Hybris zählt zu den führenden Unternehmen im Bereich Multichannel Commerce. Der Hersteller von Standardsoftware hilft Firmen dabei, über sämtliche Vertriebskanäle mit Kunden und Partnern konsistent, aktuell und relevant zu kommunizieren. Für diese Herausforderung hat Hybris eine integrierte und flexible Lösung entwickelt, um Marketing- und Vertriebsinformationen medienneutral, automatisiert und zentral zu verwalten. Unternehmen sind damit in der Lage, über alle Absatzkanäle hinweg, ihre Produkte und Dienstleistungen einheitlich zu vertreiben.

Der 1997 gegründete Commerce-Spezialist kann auf eine kontinuierliche Erfolgsgeschichte zurückblicken, die sich auch im Unternehmenswachstum widerspiegelt. Mit Hauptsitz in München verfügt das Unternehmen über Niederlassungen in den USA, Kanada und weiteren Ländern. Die internationale Präsenz wird darüber hinaus durch ein Netzwerk von Geschäfts- und Technologiepartnern gestärkt. Derzeit betreiben nach Unternehmensangaben mehr als 300 Kunden weltweit über 2500 Webseiten „powered by hybris“. Zu diesen Kunden zählen führende Marken aus der Handels- und Fertigungsindustrie.

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