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Immer mehr Händler zieht es ins Internet

Der Trend, dass zunehmend mehr Unternehmen das Internet als Vertriebskanal für sich entdecken, hält weiter an. Dies ist eines der Ergebnisse der aktuellen Studie „E-Commerce in Deutschland“.

Die Studie, die ibi research an der Universität Regensburg gemeinsam mit den Partnern atriga, ConCardis, credit-Pass, etracker, EURO-PRO, Hermes Logistik Gruppe, Luupay, Saferpay und xt:Commerce vorgelegt hat, beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen Vertriebsmanagement und Web-Controlling, Zahlungsabwicklung, Risiko und Forderungsmanagement, Versandabwicklung und Verkauf ins Ausland. Der Drang ins World Wide Web ist demnach ungebrochen: 45 Prozent der 290 befragten Händler sind erst seit weniger als drei Jahren im Internet aktiv. In den ersten neun Monaten des Jahres 2008 eröffneten ebenso viele Online-Shops wie jeweils in den Jahren 2006 und 2007. Der bereits zuvor beobachtete Trend, dass nach wie vor eine große Zahl an Händlern neu in den E-Commerce einsteigt, setzt sich somit weiterhin fort.

Immer mehr Händler drängen ins Internet: Die Hälfte der Händler ist erst seit maximal drei Jahren online.
Immer mehr Händler drängen ins Internet: Die Hälfte der Händler ist erst seit maximal drei Jahren online.

Immer mehr Händler drängen ins Internet: Die Hälfte der Händler ist erst seit maximal drei Jahren online.„Beim Großteil der Anbieter handelt es sich um kleine Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern, die die Möglichkeiten des E-Commerce nun für sich entdecken“, so Ernst Stahl, der als Research Director bei ibi research für das E-Commerce-Leitfaden-Projekt verantwortlich zeichnet. Die Studie, die unter www.ecommerce-leitfaden.de kostenlos heruntergeladen werden kann, soll Händlern praktische Hilfestellung und Orientierung bei ihren ersten Schritten im elektronischen Handel bieten.

Ihre Produkte und Dienstleistungen vertreiben die befragten Händler vorzugsweise über einen eigenen Online-Shop. Wie bereits in 2007 wählten auch 2008 etwa neun von zehn Händlern diesen Vertriebsweg, während Auktions- oder Verkaufsplattformen von deutlich weniger Anbietern eingesetzt werden. So ist der Anteil der Unternehmen, die über Auktionsplattformen wie eBay verkaufen, um 15 Prozent zurückgegangen. Grundsätzlich stellt der E-Commerce eine immer wichtigere Einnahmequelle für die Unternehmen dar: Die durchschnittliche Besucheranzahl in den Online-Shops der befragten Händler liegt bei rund 4 500, im Schnitt werden 550 Bestellungen getätigt – das entspricht einer Konversionsrate von 12 Prozent der Bestellungen.

Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenwerbung setzen dabei drei Viertel aller Händler ein, allerdings kann weniger als die Hälfte der Händler Auskunft darüber geben, ob die getätigten Marketingkampagnen sich auch rentieren. In diesem Bereich besteht für die Händler also ein deutliches Informationsdefizit. Auch das Nutzerverhalten im Webshop wird nur von einem Drittel der Online-Shopbetreiber analysiert, nur jeder fünfte Händler hat der Umfrage zufolge schon einmal eine Kundenbefragung zu diesem Thema durchgeführt. Die Zahl der Anbieter, die sich dem Audit eines Gütesiegel-Anbieters unterzogen haben oder Usability-Evaluierungen durchgeführt haben, liegt naturgemäß noch niedriger.

Die Online-Händler setzen immer mehr auf einen eigenen Webshop, die Nutzung von Auktionsplattformen ist rückläufig.
Die Online-Händler setzen immer mehr auf einen eigenen Webshop, die Nutzung von Auktionsplattformen ist rückläufig.

Die Online-Händler setzen immer mehr auf einen eigenen Webshop, die Nutzung von Auktionsplattformen ist rückläufig.Ebenfalls ein wichtiges Thema ist der Bereich der Zahlungsabwicklung. Neben den Zahlungsmöglichkeiten Vorkasse, Lastschrift und Rechnung wollen auch immer mehr Händler Kreditkarten, Pay-Pal oder Direktüberweisungs-Verfahren akzeptieren. Gerade PayPal habe sich offenkundig als E-Payment-Verfahren etablieren können: Hinsichtlich der Zahl der Händler, die das Verfahren anbieten, rangiert es der Studie zufolge derzeit vor Rechnung, Kreditkarte oder Lastschrift. Das größte Wachstum sei aber bei der Akzeptanz von Kreditkarten zu erwarten. „Zahlungsstörungen“ treten bei den Händlern unterschiedlich häufig auf: So wird bei einem Viertel der Händler mehr als jede zehnte Rechnung nicht rechtzeitig bezahlt. Kein Wunder, dass viele Händler das Risikomanagement weiter ausbauen wollen. Beim Versand nutzen die Händler gerne Zusatzangebote der Paketdienstleister – immerhin verschickt jeder Vierte der Händler pro Woche 100 Sendungen. So lassen 58 Prozent der Händler die Sendungen abholen, fast die Hälfte nutzt ein Online-Portal für die Versandabwicklung. Dabei werden die Versandkosten von knapp der Hälfte der Händler subventioniert, um die Kunden nicht durch zu hohe Zusatzkosten abzuschrecken.

Überraschendes Ergebnis der Studie: 80 Prozent der Online-Händler haben schon Umsätze im Ausland erzielt, wenn auch nur in einem bescheidenen Umfang. Lediglich bei 15 Prozent der Händler machen die Umsätze mit ausländischen Kunden mehr als 10 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Die Ergebnisse der Studie werden auch dazu genutzt, den bestehenden E-Commerce- Leitfaden um weitere Inhalte für Online-Händler auszubauen. In diesen Tagen soll die Neuauflage des Leitfadens zum Download zur Verfügung stehen.

www.e-commerce-leitfaden.de  

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