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„Heute viel effizienter“

Das Berliner Fachhandelsunternehmen Roy Schulz hat Mitte September sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Wir sprachen mit Firmenchef Roy Schulz über eine sich wandelnde Branche.

Abwechslungsreiches Programm: Den zahlreichen Gästen wurde von der humorvollen Laudatio von Benedikt Erdmann bis zur große Musical-Show einiges geboten.
Abwechslungsreiches Programm: Den zahlreichen Gästen wurde von der humorvollen Laudatio von Benedikt Erdmann bis zur große Musical-Show einiges geboten.

25 Jahre Roy Schulz GmbH. Wie hat sich die Branche in dieser Zeit verändert?

Nun, sie ist elektronisch geworden. Neue Medien, neue Kommunikationswege. Als Schlagworte seien hier mal Facebook und Xing genannt, auch wir generieren dort Umsätze und gewinnen Kunden. Über 50 Prozent unserer Aufträge erhalten wir mittlerweile über das Internet. Und wir kommunizieren mit den Einkäufern im ersten Schritt häufiger über Xing als übers Telefon. Wir gehen völlig neue Wege, müssen völlig neue Wege gehen, um die Menschen zu erreichen.

Und sonst?

Die Branche ist aggressiver geworden, wie ich finde. Die Kalkulationen von früheren Jahren sind heute ja teilweise kaum noch möglich. Man braucht intelligente Lösungen und Konzepte für Ausschreibungen, ansonsten hat man perspektivisch keine Chance, eine Ausschreibung gegen einen Global zu gewinnen.

Vor zwei Jahren wurden Sie Mitglied der Marketinggruppe West, kurz MGW, und damit auch der Soennecken. Inwieweit hilft das, um sich in diesem aggressiven Umfeld behaupten zu können?

Großer Tag: Roy Schulz auf der Bühne aus Anlass der Gala zum 25. Jubiläum
Großer Tag: Roy Schulz auf der Bühne aus Anlass der Gala zum 25. Jubiläum

Entscheidend ist, dass man aus diesen Gruppen die richtigen Informationen herauszieht. Informationen, die man am Markt braucht, um sich gegen die Wettbewerber durchsetzen zu können. Das sind nicht alleine Einkaufspreise, das sind zum Beispiel auch Benchmarks. Die firmenübergreifende Vergleichbarkeit, die wir uns in der MGW auferlegt haben, ist dabei enorm wichtig. Jeder weiß, wo er seine Stärken und wo er seine Schwächen hat. Das eröffnet ihm die Chance, sich permanent zu verbessern. Das wiederum führt zu mehr Stabilität, zu mehr Ertrag und letztendlich zu besseren Betriebsergebnissen.

Sie nutzen also Ihre Mitgliedschaft ...

... unter anderem um mir betriebswirtschaftlichen Input zu holen. Der Informationsaustausch bringt einen unwahrscheinlich nach vorne. Die eigenen Kosten sind plötzlich vergleichbar, wir sehen genau, wo es im eigenen Unternehmen gut läuft und wo es Chancen gibt. Wir entwickeln mit den anderen Mitgliedern gemeinsame Vertriebsstrategien. Man gewinnt Zeit durch Arbeitsteilung und vieles mehr.

Können Sie sich vorstellen, in diesem Marktumfeld als Einzelkämpfer zu agieren?

Ich würde das nicht mehr wollen.

Als Sie vor zwei Jahren Mitglied der MGW wurden, was war da ausschlaggebend?

Wissen Sie, wenn man über 20 Jahre lang ein Unternehmen leitet, macht man sich automatisch eine gewisse Betriebsblindheit zu Eigen. Das kann leider nicht ausbleiben, egal, wie viele Seminare besucht werden und wie viele Händlerkollegen man sich ansieht. Die Offenheit in der MGW und die Transparenz ihrer Prozesse waren für mich der entscheidende Auslöser, dort beizutreten. Ich habe darin die Chance gesehen, die eigenen Blockaden, die ich vielleicht selber nicht mal als solche wahrgenommen habe, zu überwinden und das Unternehmen nach vorne zu bringen – bis hin zu einer völlig neuen Organisation.

Was hat sich noch bei Ihnen geändert?

Den Input, den uns die Sonnecken und die MGW geben, setzen wir in Verbesserungen unserer Arbeitsabläufe und in Optimierungen von Prozessen um, mit dem Ziel die Kosten zu optimieren. Gleichzeitig lernen wir permanent, die Kundenansprache zu verbessern. Wir sind heute viel moderner und effizienter als noch vor zwei, drei Jahren, wodurch sich automatisch auch der Erfolg eingestellt hat.

Wie waren Ihre ersten Eindrücke von Soennecken?

Zunächst habe ich gedacht, dass die Soennecken so groß ist, dass dadurch die Nähe zum einzelnen Mitglied verloren geht. Diesen Eindruck musste ich völlig revidieren. Sicher, die Soennecken ist groß. Aber ich durfte erleben, wie sie es dennoch schafft, Nähe zu ihren Mitgliedern herzustellen und aufrechtzuerhalten. Ich begrüße das sehr, denn es ist natürlich viel einfacher, sich auch einmal über komplizierte Dinge zu unterhalten, wenn man sich kennt.

Heute nehme ich die Soennecken als sehr moderne, innovative Genossenschaft wahr, die sich ständig bemüht, den Einzelunternehmern Lösungen und Ideen ans Herz zu legen.

Sie sind also froh, Mitglied geworden zu sein?

Ja. Eindeutig. Es hat sich wirklich gelohnt. Aber ich glaube, wir sind noch lange nicht am Ende der Zielgeraden. Es gibt noch so viel zu verbessern.

Eigener Auftritt: Auch die Mitarbeiter des Unternehmens hatten bei der Jubiläumsfeier einen Auftritt auf der Bühne in der Classic Remise in Berlin.
Eigener Auftritt: Auch die Mitarbeiter des Unternehmens hatten bei der Jubiläumsfeier einen Auftritt auf der Bühne in der Classic Remise in Berlin.

Infos pur und ein rauschendes Fest

Im 25. Jahr des Firmenbestehens hatte Roy Schulz am 14. September zu einem erlebnisreichen Tag nach Berlin eingeladen. Nach der Lieferantenmesse in der denkmalgeschützten und liebevoll restaurierten Classic Remise (ehemals Meilenwerk) in Berlin mit führenden Markenlieferanten und den „Neuheiten und Trends 2012“ wurde am Gala-Abend den 500 geladen Gästen nach der humorvollen Laudatio von Soennecken-Vorstandschef Benedikt Erdmann ein rauschendes Fest geboten. Die Roy Schulz GmbH hat sich seit ihrer Gründung 1987 mit heute mehr als 60 Mitarbeitern zu einem erfolgreichen Bürobedarfshändler und Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Der Kundenkreis reicht von Freiberuflern über kleine und mittelständische Firmen aus Fertigung, Handwerk und Handel bis zu Großkunden aus Industrie, Verwaltung und Behörden.

www.royschulz.de

www.soennecken.de

www.mgw-office.supplies.de

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