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„Der gesamtheitliche Ansatz zählt“

Cordula Adamek, Geschäftsführerin bei der Kaut-Bullinger Büro-Systemhaus GmbH in Taufkirchen, hat klare Vorstellungen über die weiteren Entwicklungsschritte. Wir sprachen mit ihr über Marktanforderungen, Synergieeffekte und die Chancen im 3D-Druck.

Frau Adamek, die Ausrichtung des Büro-Systemhaus-Geschäftsbereichs bei Kaut-Bullinger hat sich grundlegend verändert. Was sind die Stärken, mit denen Sie bei Ihren Kunden punkten wollen?

Cordula Adamek: „Basis für eine langfristige intensive Kundenbindung wird sein, dem Kunden Synergieeffekte im Produkt- und Leistungsspektrum aufzuzeigen und aktiv Cross Selling zu betreiben.“
Cordula Adamek: „Basis für eine langfristige intensive Kundenbindung wird sein, dem Kunden Synergieeffekte im Produkt- und Leistungsspektrum aufzuzeigen und aktiv Cross Selling zu betreiben.“

Stärken sehe ich vor allem darin, dass das Kaut-Bullinger Büro-Systemhaus der Herausforderung zwischen einem Traditionsunternehmen mit langer Historie und dem Anforderungsprofil eines innovativen und leistungsstarken Handelspartners bereits seit vielen Jahrzehnten gerecht wird. Dies spiegelt sich in einem umfangreichen Sortiment mit hoher Sortimentstiefe, einem eigenen Lager und einer eigenen Logistik sowie einem weitreichenden Service- und Dienstleistungsangebot wider. Kaut-Bullinger ist in der Lage, den gesamten Geschäftsprozess seiner Kunden darzustellen und entsprechend abzubilden. Unsere Kunden schätzen dabei besonders die Erfahrung und das Know-how unserer zahlreichen langjährigen Mitarbeiter.

Das Büro-Systemhaus verfügt beispielsweise mittlerweile über mehr als 20 qualifizierte Beschäftigte im Bereich Service & Support. Unsere vertrauensvollen und langjährigen Geschäftsbeziehungen zu Kunden, Herstellern und Distributoren sind geprägt von Offenheit und konstruktivem Austausch auf allen Geschäftsebenen. Flexibilität durch schnelle Entscheidungsfindung und eine zeitnahe Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse gehören ebenso wie Transparenz und Schlagkraft zu unseren besonderen Stärken. Mein Ziel für die kommenden Jahre ist es, den Bekanntheitsgrad des Büro-Systemhauses an allen drei Standorten stetig auszubauen und uns bei bestehenden und neuen Kunden als innovativer und leistungsstarker Lösungsanbieter für alle Geschäftsbereiche der GmbH zu positionieren. Als zentrale Aufgabenstellung sehe ich, das Sortiment zu scannen und permanent zu aktualisieren, um Trends und Anforderungsprofile frühzeitig zu erkennen und diese Erkenntnisse in unsere eigene vertriebliche Geschäftsstrategie einfließen zu lassen. Die weitere Verbesserung der Organisationsstruktur der Geschäftsbereiche Vertrieb, Service & Support, Koordination und Administration steht für mich derzeit im Vordergrund, um künftig die Synergien und Potenziale für alle Geschäftsbereiche noch erfolgreicher zu nutzen.

Das Spektrum reicht von LFP und CAD-Anwendungen über Drucksysteme, Präsentations- und Medientechnik bis zu Büromöbel und Einrichtungskonzepte. Sehen Sie die Vielfalt der Anwendungsbereiche mit ihren jeweiligen komplexen Anforderungen als Vorteil?

Ich persönliche sehe sehr große Vorteile in der Vielzahl und der Unterschiedlichkeit der Anwendungsbereiche. Als leistungsstarker Lösungsanbieter können wir mit diesem umfangreichen Produkt- und Lösungsangebot eine Vielzahl von Kunden unterschiedlichster Bereiche und Branchen ansprechen und von unserem Leistungsspektrum überzeugen. Wachstum sehe ich in diesem Zusammenhang besonders in der Intensivierung von Cross Selling aller Vertriebsbereiche. Beispielsweise steht die Neuanschaffung von Mobiliar für Konferenzräume, Empfangsbereiche und Medien Points in einem direkten Zusammenhang mit der Anschaffung und Nutzung von interaktiven Präsentationssystemen und digitalen Medien. Industriekunden, die bereits leistungsstarke Großformatdrucksysteme unter Berücksichtigung von CAD-Anwendungen nutzen, haben darüber hinaus einen hohen Bedarf an Managend Print Services.

Auf Services und Dienstleistungen ausgerichtet: Kaut-Bullinger-Bürosystemhaus-Standort in Taufkirchen bei München
Auf Services und Dienstleistungen ausgerichtet: Kaut-Bullinger-Bürosystemhaus-Standort in Taufkirchen bei München

Der Dienstleistungsaspekt wird beim Kunden immer wichtiger. Sind die einzelnen Geschäftsfelder schon so unterwegs, wie Sie sich das vorstellen?

Die letzten beiden Geschäftsjahre waren bereits stark geprägt von zahlreichen Veränderungen unserer Prozessabläufe und der Verbesserung abteilungsübergreifender Schnittstellen. So haben wir in zusätzliche Mitarbeiter sowie in die Implementierung eines Key-Account-Teams im Bereich MPS investiert. Zahlreiche Zertifizierungen für die Bereiche Vertrieb und Service wurden erfolgreich absolviert. Gezielte externe und interne Messen, Workshops sowie themenbezogene Vertriebs- und Marketingaktivitäten wurden erfolgreich umgesetzt, um unsere Kunden über Marktentwicklung, Trends und neue Produkt- und Lösungsansätze zu informieren. Diese Aktivitäten waren und sind Basis für Kontinuität im Auftragseingang und Sicherstellung von Umsatz. Mir ist bewusst, dass wir uns kontinuierlich und zielstrebig weiterentwickeln müssen, um unsere definierten Ziele für die kommenden Jahre zu erreichen.

Im Bereich Drucksysteme spielen durch die sich weiter verändernden Kundenanforderungen Servicekonzepte eine zentrale Rolle. Wo geht die Reise hin und wie ist das Büro-Systemhaus bei Themen wie MPS, Fleetmanagement usw. aufgestellt?

Anforderungsprofil wird sein, gesamtheitliche Drucklösungen anzubieten, die individuell auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden und auf dessen mittel- und langfristige Geschäftsentwicklung ausgerichtet sind. Diese Parameter müssen bereits in der konzeptionellen Planung und Angebotsphase eine umfassende Berücksichtigung finden. Auch in den kommenden Jahren müssen wir die Märkte stetig beobachten, um rasch unser Hardware-, Software- und Dienstleistungsportfolio den aktuellen Anforderungen entsprechend anpassen zu können. Wir benötigen neben einer Effizienz in unseren Prozessabläufen eine hohe Flexibilität, um marktgerecht agieren zu können. Ich bin überzeugt, dass wir nur durch ein partnerschaftliches Beziehungsmanagement, anspruchsvolle Lösungen und innovative Produkte sowie eine intensive Unterstützung unserer strategischen Lieferanten im Projektbusiness neue Kunden akquirieren und bestehende Kunden mit unserem Leistungsportfolio weiter an uns binden können. Vor allem im Service & Support müssen wir uns in den kommenden Jahren auf stark veränderte Anforderungen seitens unserer Kunden einstellen und unsere strategische Ausrichtung mit den geänderten Marktgegebenheiten stetig in Einklang bringen. Parameter wie ein sinkendes durchschnittliches Klickvolumen, sinkende Klick- und Servicepreise sowie ein starker Verdrängungswettbewerb stehen in engem Zusammenhang mit dem Anspruch an hohe Flexibilität, kürzer werdenden Reaktionszeiten, hohem technischen Know-how, umfassenden Consulting-Dienstleistungen sowie Analysen und Auswertungen zu betriebswirtschaftlichen und statistischen Kennziffern zum Druckverhalten.

Enge Zusammenarbeit zwischen Büro-Systemhaus und Bürobedarf gefragt: die beiden Geschäftsführer Cordula Adamek und Bernhard Greinsberger
Enge Zusammenarbeit zwischen Büro-Systemhaus und Bürobedarf gefragt: die beiden Geschäftsführer Cordula Adamek und Bernhard Greinsberger

Generell geht es den Kunden verstärkt um Transparenz und die Optimierung von Kosten und Workflows. In welche Tools müssen Sie noch investieren, um hier zukunftsträchtige Lösungen aufzeigen zu können?

Weitere zwingend erforderliche Investitionen in zusätzliche Software-Applikationen sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Neben einer bereits implementierten herstellerunabhängigen Flottenmanagement-

Lösung und einer Projektkalkulationssoftware wird im vierten Quartal die Implementierung einer weiteren Software für eine automatisierte Einsatzplanung und -steuerung aller Serviceaufträge erfolgen. Mittels einer mobilen Lösung werden Serviceeinsätze mit allen relevanten Daten direkt an den Servicemitarbeiter übertragen und vor Ort abgeschlossen. Wesentliche Vorteile dieser Softwarelösung sind eine zeitnahe Bestellorder auftragsbezogener oder lagergeführter Ersatzteile, Effizienz und umfangreiche statistische Auswertungen und Angaben zu betriebswirtschaftlichen Kennziffern. Weiterhin hat die Unternehmensgruppe bereits im vergangenen Jahr in ein übergreifendes CRM-Tool investiert, das alle Vertriebsbereiche abbildet.

Die Chancen im 3D-Druck werden derzeit in der Branche noch recht kontrovers diskutiert. Wie sind Ihre Erfahrungen und Erwartungen?

Für mich ist der 3D-Produkt- und Lösungsbereich ein wesentlicher Bestandteil für die vertriebliche Ausrichtung des Büro-Systemhauses in den kommenden Jahren. Ich persönlich sehe in diesem Produktsegment eine zusätzliche Chance für Wachstum und der weiteren Etablierung als innovativer und leistungsstarker Lösungsanbieter, da unsere Mitarbeiter gleichermaßen über ein fundiertes Wissen aus dem Bereich der CAD-Anwendungen sowie über ein hohes vertriebliches Know-how verfügen. Die Workshops zu diesem interessanten Lösungsbereich stoßen bei unseren Kunden auf großes Interesse.

Zwischen dem Verkauf von Drucklösungen und Verbrauchsmaterial sowie zwischen Medientechnik und Büroeinrichtungen gibt es beim Kunden vor Ort direkte Verknüpfungen. Wie können Sie die Chancen, die sich daraus ergeben, nutzen?

Basis für eine langfristige intensive Kundenbindung wird sein, dem Kunden Synergieeffekte im Produkt- und Leistungsspektrum aufzuzeigen und aktiv Cross Selling zu betreiben. Ziel ist es, durch diese intensive bereichsübergreifende Zusammenarbeit zusätzliche Marktsegmente beim gemeinsamen Kunden zu erschließen. Besonders das integrierte Flottenmanagement in Verbindung mit unserer ERP wird in den kommenden Jahren die Basis für eine Erweiterung und Sicherstellung der vorhandenen Umsätze in Verbrauchsmaterial und Hardware darstellen. Automatisierte Beschaffungsprozesse, optimierte Belieferung von Verbrauchsmaterial, stetige Analysen zum Druckverhalten und zur Auslastung der Drucksysteme stellen für unsere Kunden einen hohen betriebswirtschaftlichen Nutzen und für uns eine gute Basis für Wachstum und Entwicklung aller Geschäftsbereiche dar.

Chancenpotenzial 3D-Druck: Life zu sehen im Ausstellungsbereich bei Kaut-Bullinger. Auch das Large Format Printing ist ein festes Standbein.
Chancenpotenzial 3D-Druck: Life zu sehen im Ausstellungsbereich bei Kaut-Bullinger. Auch das Large Format Printing ist ein festes Standbein.

Cordula Adamek ...

... wurde zum 1. Januar 2013 in die Geschäftsleitung der Kaut-Bullinger Büro-Systemhaus GmbH berufen.

Zuvor war sie seit August 2011 im Unternehmen als Vertriebsleiterin im Bereich Bürotechnik aktiv. In ihrer neuen Funktion hat Adamek (44) für alle Geschäftsbereiche des Büro-Systemhaus wie Bürotechnik, Technischer Service & Support, Engineering & Imaging und Büromöbel die Verantwortung übernommen. Nach dem Betriebswirtschaftsstudium hatte sie ihre berufliche Laufbahn 1991 bei Schulz Bürozentrum begonnen, wo sie in den folgenden Jahren unterschiedliche Führungsaufgaben in den Bereichen Einkauf und Vertrieb von komplexen IT-Systemen und Projektlösungen verantwortete. 2005 wurde Adamek in die Geschäftsleitung berufen und war dort vor allem für die Unternehmensentwicklung und Prozess-Optimierung verantwortlich. Nach der Übernahme des Schulz-Geschäftsfeldes durch Canon Deutschland war sie von 2008 bis 2011 mit Leitungsfunktionen in Vertrieb, Einkauf und Controlling betraut.

www.kautbullinger.de

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