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Dr. Benedikt Erdmann: „Die Zukunft macht uns keine Angst – im Gegenteil.“
Dr. Benedikt Erdmann: „Die Zukunft macht uns keine Angst – im Gegenteil.“

Soennecken-Lieferantentag: Intensiv mit der Zukunft beschäftigt

Auf dem 15. Lieferantentag in Overath Anfang Dezember hatte die Händlerkooperation Soennecken die aktuellen Zahlen sowie „ihre Konzepte für die Zukunft“ vorgestellt. 2015 liegen die Umsatzzahlen unter denen des Vorjahres. Für 2016 ist wieder Wachstum geplant.

Den Herausforderungen der Zukunft will sich die Genossenschaft mit dem neuen Gruppenkonzept s:max für Streckenhändler, erweiterten Dienstleistungen im Bereich Drucken und Kopieren sowie der Unterstützung der Einzelhändler bei der On- und Offline-Verzahnung stellen. „Die Zukunft macht uns keine Angst – ganz im Gegenteil“, fasste Soennecken-Vorstandsprecher Dr. Benedikt Erdmann vor rund 160 Gästen des Lieferantentages die Stimmung in der Kooperationszentrale zusammen. In Zeiten enormer Geschwindigkeit der Veränderungen sei die Soennecken eG darauf eingestellt, selbst ein Teil der Veränderung zu werden und ihr mit aktivem Handeln zu begegnen.

In einer Zukunftswerkstatt hat sich Soennecken 2015 intensiv damit beschäftigt, wie die Arbeitswelt und die Branche in zehn Jahren aussehen könnten. Aus den entworfenen Zukunftsbildern werden Ziele, Aufgaben und Lösungen für eine Strategie 2025 abgeleitet. Ein Ergebnis steht für Dr. Erdmann bereits fest: „Wir wollen und werden an der Digitalisierung der Bürowelten partizipieren. Dafür sind wir bereit, Neues zu wagen.“ Ein Schwerpunkt der Dienstleistungspakete, die Soennecken für ihre Mitglieder erbringt, liegt bei der Akquisitionsunterstützung.

Großes Interesse: Rund 160 Teilnehmer nutzten den Lieferantentag zum Infoaustausch.
Großes Interesse: Rund 160 Teilnehmer nutzten den Lieferantentag zum Infoaustausch.

Mit s:max stellte Kai Holtkamp, Geschäftsfeldleiter Streckenhandel, eine endkundenorientierte Kontaktstrategie für Streckenhändler vor. Entwickelt wurde sie in Kooperation mit neun Händlern, die sich in einer Vertriebsgruppe zusammengeschlossen haben. „Gut sortiert ist halb gewonnen“, sagt Holtkamp, der Soennecken in Zukunft in einer deutlich aktiveren und vertriebsunterstützenden Rolle sieht. s:max versetze die Mitglieder bei intensiver Mitarbeit in die Lage, ihre regionalen Umsatzpotenziale detailliert zu erkennen und zu nutzen. Passend zu den Analyseergebnissen würden die Mitglieder mit Maßnahmen wie Trainings und Entwicklung von Preisstrategien unterstützt. In Planung ist ein Konfigurator für die Erstellung von individualisierten Print- und Onlinemedien. 2016 soll eine weitere Vertriebsgruppe an den Start gehen. „Wir bringen Gleichgesinnte zusammen und entwickeln gemeinsam mit ihnen eine Marktstrategie“, so Holtkamp. „Ohne Vertrauen zwischen Soennecken und den Händlern wäre das nicht zu realisieren.“

Traditioneller Branchentreff zum Jahresausklang: der Lieferantentag in der Soennecken-Zentrale
Traditioneller Branchentreff zum Jahresausklang: der Lieferantentag in der Soennecken-Zentrale
Veränderungen durch die Digitalisierung

Wie massiv die Veränderungen durch die Digitalisierung sind, stellte Winfried Schneider, Leiter des Geschäftsfeldes Drucken und Kopieren, anhand aktueller Umfrageergebnisse dar. Nach seiner persönlichen Prognose wird das Druck- und Kopiervolumen in den nächsten zehn Jahren um die Hälfte zurückgehen, werden Umsätze und Margen weiter fallen. „Wir werden den Umsatzrückgang mit Consulting, Dienstleistung und Software-Lösungen kompensieren“, kündigte Schneider an. Neue Mitglieder-Dienstleistungen wie Security-Konzepte, Einbindung von mobilen Endgeräten und Sprach- wie Bildverarbeitung gehörten ebenso dazu wie die strukturierte Optimierung von IT-Serviceleistungen auf Basis der Best Practice-Sammlung ITIL. „Meine Vision ist, dass unsere Mitglieder ihre Kunden bei der Digitalisierung begleiten – mit Kompetenz und Vertrauen“, so Schneider.

Im Einzelhandel hat Soennecken im abgelaufenen Jahr konkrete Aktivitäten zur Verzahnung der Off- und Online-Vermarktung gestartet. „Die 1A-Lage der Zukunft ist Online“, betonte Geschäftsfeldleiterin Margit Becker, und „die Website der Türöffner für alles“. Für neun Händler hat die Genossenschaft 2015 in einem Pilotprojekt die Erstellung und Pflege der Website übernommen. Diese bieten neben dem Produktangebot redaktionelle Inhalte rund um Produkte, Ladengeschäft und Marke. Durch SEO-Optimierung werden diese mit Top-Ranking im Netz gefunden. Die Verbindung mit sozialen Netzwerken steigert die Zugriffszahlen. „Oberste Priorität muss sein, dass die Kunden ins Geschäft kommen“, erläuterte Becker die Zielsetzung. „Es geht darum, die Atmosphäre, die Seele und die Werte des Geschäfts auch digital zu transportieren.“ Für den PoS stellt Soennecken außerdem Online-Bestellplattformen mit derzeit 6500 Artikeln bereit, die der Kunde, aber auch der Händler bei Verkaufsgesprächen nutzen kann.
www.soennecken.de


Wieder Wachstum geplant

Im Vergleich zu 2014 ist der Umsatz der Soennecken eG 2015 um rund 4,6 Prozent gesunken. Bereinigt um Sondereffekte wie den Verlust eines großen Lieferanten sei das Ergebnis knapp unter Vorjahr und damit „nicht brillant, aber auch nicht schlecht“, so die Einordnung von Dr. Benedikt Erdmann. Stand Ende Oktober betrug der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr 463,9 Millionen Euro. Davon entfielen auf das Vertragslieferantengeschäft 373,1 (minus 5,6 Prozent) und auf das Warengeschäft 90,7 (minus 0,7 Prozent) Millionen Euro. Die Ausschüttung für die Mitglieder liegt auf Vorjahr und damit auf konstant hohem Niveau. Für 2016 rechnet die Genossenschaft mit einem Umsatzplus von 2,6 Prozent, insbesondere mit deutlichen Steigerungen im Warengeschäft.

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