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Neue Sortimente sind gefragt

Die Kundenbedürfnisse verändern sich: Notwendig sind zukunftsträchtige, erfolgreiche Sortimente und Strategien für Handel und Hersteller. Kaut-Bullinger und Sigel berichten, wie sie mit neuen Produkten und Konzepten dem Wandel in der Branche begegnen wollen.

Mit neuen Sortimenten neue Kundenzielgruppen ansprechen: die vielfältigen Glas-Magnetbords von Sigel als Beispiel
Mit neuen Sortimenten neue Kundenzielgruppen ansprechen: die vielfältigen Glas-Magnetbords von Sigel als Beispiel

Die PBS-Branche steht mitten im Veränderungsprozess. Vor allem die Digitalisierung im Büro führt immer stärker zum Wegfall traditioneller Sortimente. Die Auswirkungen sind bereits spürbar. Um erfolgreich zu bleiben, müssen sich Händler und ihre Lieferpartner neu ausrichten. Gefragt sind neue Sortimente, Produkte und Strategien. So hat beispielsweise der Hersteller Sigel eine komplette Neupositionierung vollzogen. Neben den bekannten Büroprodukten bietet das Mertinger Unternehmen neue, interessante Sortimente und Produkte aus der Kategorie „Style“. Die modernen Büro-Accessoires setzen auf besonderes, ausgezeichnetes Design und beste Qualität. Auch das Fachhandelsunternehmen Kaut-Bullinger hat längst auf den Veränderungsdruck reagiert und im Geschäftsfeld Einzelhandel sein Ladengeschäft in München neu ausgerichtet. Die Hauptfiliale in der Rosenstraße hat sich nach umfangreichen Neugestaltungsmaßnahmen zu einem Vorzeige­standort der Branche entwickelt. Dort haben auch die neuen „Style“-Sortimente einen besonderen Stellenwert.

Schon seit 2011 setzt Kaut-Bullinger neben den bisherigen Sigel-Sortimenten auch auf die neue Range. Auf zwei Etagen werden die Artikel im Markenshop präsentiert. Die Warenpräsentation soll die Produkte übersichtlich, ansprechend und hochwertig in Szene setzen, so lautete die Aufgabenstellung bei der Konzeption des Auftritts. Bei einem Besuchstermin sprachen wir mit Jürgen Diebold, Geschäftsführer Einzelhandel bei Kaut-Bullinger, Sigel-Geschäftsführer Marketing Werner Bögl und Vertriebsleiter Deutschland Gerhard Lecher über die Erfahrungen und die Weiterentwicklung des Konzeptes.

Neue Zielgruppen im Visier (v.l.): Gerhard Lecher (Sigel), Wilhelm Holzapfel, Jürgen Diebold (Kaut-Bullinger) und Werner Bögl (Sigel) vor der „artverum“-Präsentation im Kaut-Bullinger-Stammhaus
Neue Zielgruppen im Visier (v.l.): Gerhard Lecher (Sigel), Wilhelm Holzapfel, Jürgen Diebold (Kaut-Bullinger) und Werner Bögl (Sigel) vor der „artverum“-Präsentation im Kaut-Bullinger-Stammhaus

Nachgefragt ...

Herr Diebold, Sie haben sehr früh erkannt, dass neue Sortimente nötig sind und verkaufen bereits die „Style“-Produkte von Sigel. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Diebold: Wir haben insbesondere mit den Produktlinien „artverum“, also den Glas-Magnetboards, und den „Conceptum“-Notizbüchern sehr gute Erfahrungen gemacht und verzeichnen hier steigende Umsatzzahlen. Sehr wichtig ist dabei, die Warenpräsentation so optimal wie möglich zu gestalten, denn zum Beispiel bei den Glas-Magnetboards nur Verpackungen aus dem Regal zu verkaufen, funktioniert nicht. Sigel unterstützt uns dabei mit den konzeptionellen Shop­systemen optimal. So haben wir beispielsweise bei uns im Stammhaus in der Rosenstraße sowohl den „artverum“-Shop im ersten als auch den „Conceptum“-Shop im zweiten Untergeschoss integriert. Produkte wie die Glas-Magnetboards schaffen neue Kaufanreize für unsere Kunden und unterstützen unsere Strategie, neue Sortimentsbereiche aufzubauen. Die Glas-Magnetboards gehen ja schon in Richtung „Home Living“, einem Sortimentsbereich also, der in unserer PBS-Branche bisher noch nicht wirklich vertreten ist. Uns hilft dies, die neuen emotionalen Produktwelten und -Themen sukzessive aufzubauen.

Inwieweit unterstützt Sigel Kaut-Bullinger bei der Warenpräsentation und der Abverkaufs-Förderung des neuen Style-Sortiments?

Storecheck im Kaut-Bullinger-Stammhaus in München: Sigel-Geschäftsführer Marketing Werner Bögl (l.) und Jürgen Diebold, Geschäftsführer Einzelhandel, Kaut-BullingerNeugestaltungsmaßnahmen
Storecheck im Kaut-Bullinger-Stammhaus in München: Sigel-Geschäftsführer Marketing Werner Bögl (l.) und Jürgen Diebold, Geschäftsführer Einzelhandel, Kaut-BullingerNeugestaltungsmaßnahmen

Diebold: Neben den bereits genannten Shopsystemen führen wir mit Sigel über das gesamte Geschäftsjahr hinweg mehrere verkaufsfördernde Aktionen bei uns im Stammhaus in München, aber auch in allen unseren Filialen durch. Diese umfangreiche Aktion – aufgebaut auf das Thema „red dot award“ – war in diesem Jahr ein voller Erfolg, unter anderem auch deshalb, weil wir mit einer umfangreichen Produktdarstellung in unserem Printmedium „Ideenjournal“ die Produkte stark herausgestellt und über eine große Postwurfkampagne an über 100 000 Haushalte verteilt haben. Zudem wurde die Aktion mit einem Digital-Signage-Paket im Aktionszeitraum abgerundet. Die Produkte wurden über zehn Monitore, die im Stammhaus aufgestellt sind, auf die digitale Art gezeigt und damit weitere Produkt-, Angebots- und Kaufhinweise zu den verschiedenen Sigel-Produkten an unsere Kunden vermittelt. Eine für uns noch neue, aber – wie wir bereits wissen – sehr effiziente Art der Verkaufsförderung.

Das klingt nach echter Begeisterung, Herr Diebold. Was sind denn Ihre Lieblingsprodukte von Sigel?

Diebold: Meine persönlichen Lieblingsprodukte sind die „cintano“-Schreibtisch-Accessoires. Aber auch das „Conceptum“-Notizbuch, das ich täglich nutze, finde ich durchdacht und in seiner Aufmachung sehr gelungen. Kundenseitig stellen wir vor allem bei den Glas-Magnetboards eine anhaltend verstärkte Nachfrage fest. Wir erreichen insbesondere mit diesen Produkten neue Käuferschichten wie die jüngeren Zielgruppen und die so genannten Emotionalshopper und sie helfen uns, diese an den PoS zu bekommen.

Herr Bögl, warum setzt Sigel so stark auf gutes Design und investiert viel in die Entwicklung von Design-Produkten?

Bögl: Früher stand die Funktion von Produkten sehr stark im Fokus. Das reicht heute nicht mehr aus. Klassische Verbrauchsprodukte allein locken den Kunden nicht mehr in das PBS-Ladengeschäft. Dieser Bedarf wird in Zukunft noch stärker schrumpfen, da der Verbraucher diese mittlerweile auch über andere Absatzmittler wie Internet, Lebensmittelhandel oder Discounter beziehen kann. Um weiterhin erfolgreich zu sein, muss der Fachhandel sein Sortiment anpassen und neben den PBS-Artikeln neue Produkte führen.

Unsere neuen Design-Produkte bieten hier eine große Chance. Gutes Design ist ein absoluter Mehrwert für den Kunden. Es löst Emotionen aus und setzt Kauf­impulse. Der hohe Designanspruch ist ein zentraler Bestandteil unserer Marke. Die Kategorie „Style“ ist genau auf diesen Fokus ausgerichtet. Die starke Nachfrage und die zahlreichen renommierten Design-Preise bestätigen unsere Ausrichtung.

Herr Lecher, Sie sind bei Sigel für den Vertrieb Deutschland verantwortlich. Was bedeutet die neue Ausrichtung für die klassischen Sigel-Papierprodukte? Werden diese nicht mehr verkauft?

Lecher: Ganz im Gegenteil. Die klassischen Papierprodukte sind weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsortiments. Der Bereich Workflow umfasst das bekannte Programm mit Haftmarkern, Druckmedien, Formularbüchern und vielem mehr. Diese Produkte bieten einen funktionalen Mehrwert und sind auf effizientes und modernes Arbeiten ausgerichtet. Hier bieten wir auch in Zukunft die gewohnte Unterstützung mit passenden Shopsystemen, abverkaufsstarken Aktionen und Werbemitteln. Mit den Style-Produkten sprechen wir eine neue, zusätzliche Zielgruppe an und begegnen so den Veränderungen im Markt. Das Design-Sortiment erschließt weitere Umsatzpotenziale und bietet dem Fachhandel neue Chancen. Die Erfolge bei Kaut-Bullinger bestätigen dies.

www.kautbullinger.de

www.sigel.de

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