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Standortvorteile gezielt nutzen

Mit vier Produktionsstandorten in drei europäischen Ländern setzt der Organisationsmittel-Hersteller Durable verstärkt auf den Faktor „Made in Europe“. Wir waren vor Ort, um mehr über die Strategie zu erfahren.

Mit jetzt verdoppelter Produktionsfläche: Durable-Standort in Stettin
Mit jetzt verdoppelter Produktionsfläche: Durable-Standort in Stettin

„Für uns ergeben die vier Standorte ein ausgezeichnetes Produktionsportfolio mit vielen Synergieeffekten“, bestätigt Durable-Chef Horst-Werner Maier-Hunke die strategische Ausrichtung mit den aktuell vier Fertigungsstandorten in Kamen-Methler und Gotha in Deutschland sowie Stettin in Polen und Coevorden in den Niederlanden. Dabei sollen insbesondere die jeweiligen individuellen Standortvorteile intensiv genutzt werden. Über allem stehen die definierten und festgeschriebenen Grundsätze und Unternehmensziele in Richtung einer klaren Qualitäts- und Umweltpolitik. „Diese Grundsätze nehmen wir beim Wort – bei allem, was wir planen, konstruieren und produzieren“, betont Maier-Hunke. Das Werk in Methler ist technologiegetrieben, produziert die Artikel vollautomatisch bis in den Versandkarton. Der Standort Gotha wird aktuell ausgebaut und es werden Teile der Produktion in Methler dorthin verlagert. In Stettin, wo gerade die Produktionsfläche mehr als verdoppelt wurde, konzentriert sich Durable in erster Linie auf die lohnintensive Fertigung unterschiedlicher Sortimente. Und mit Coevorden in den Niederlanden ist 2010 noch eine gut ausgerüstete Metall- und Holzfertigung dazugekommen.

Prozesskostenoptimierung als Chance

Die Anforderungen der Kunden und die Globalisierung der Märkte führen dazu, dass sich die Kernprozesse in Unternehmen schneller ändern und somit eine hohe Flexibilität an dieser Stelle erforderlich ist.

Effizient: arbeitsintensive Fertigung in Polen
Effizient: arbeitsintensive Fertigung in Polen

Prozessmanagement wird damit zu einem immer wichtigeren Instrument der Unternehmenssteuerung, dies hat man bei Durable schon vor langer Zeit erkannt. Die verschiedenen Fertigungsstandorte im Verbund bieten auch in Deutschland und Europa gute Möglichkeiten, gegenüber den Billigprodukten aus Asien wettbewerbsfähig zu sein, wenn der Anteil der Personalkosten an den gesamten Herstellkosten im Griff gehalten werden kann, davon ist Horst-Werner Maier-Hunke überzeugt. Aus diesem Grund wurde und wird die Fertigung lohnintensiver Produkte zielgerichtet nach Gotha und Stettin verlagert. Aber auch in das im Großraum Dortmund/Unna ansässige Werk Methler, rund 30 Kilometer vom Hauptsitz in Iserlohn und etwa 15 Kilometer vom Logistikzentrum in Sümmern gelegen und inzwischen der älteste der heutigen Durable-Produktionsstandorte, wird weiter investiert. An dem von den Löhnen her eindeutig teuersten Werk steht die Ausstattung mit modernsten Maschinen und Fertigungsrobotern und damit die Konzentration auf Volumenfertigung mit hocheffizienten Abläufen im Vordergrund. Alleine im vergangenen Jahr wurden drei neue, hochleistungsfähige Spritzgussanlagen in Betrieb genommen. Mittlerweile ist der Automatisierungsgrad so weit fortgeschritten, dass ein Mitarbeiter überwiegend mehrere Maschinen parallel bedienen kann. Insgesamt hat sich das Produktionsportfolio in Methler damit in den vergangenen zehn Jahren von der ehemals dominierenden Folien- hin zur Spritzgussfertigung verändert. Unter dem Oberziel, das Produktions-Know-how im Unternehmen zu halten, wird weiterhin intensiv beispielsweise in die Ingenieursausbildung investiert. Die Herausforderung innerhalb des Produktionsverbundes ist es aber auch, die optimale Verzahnung der verschiedenen Standorte mit der Logistik zu erreichen. Im Anfang der 90er Jahre gebauten, gut funktionierenden Distributionszentrum mit Hochregallager in Iserlohn-Sümmern sind inzwischen die Kapazitätsgrenzen erreicht. Einen Ausbau macht Maier-Hunke von der weiteren konjunkturellen Entwicklung abhängig.

Lean-Production als Aufgabenstellung (von links): Durable-Marketingchef Horst Bubenzer, Logistikleiter Michael Truß und Jaroslaw Tarczynski aus der Stettin-Geschäftsleitung
Lean-Production als Aufgabenstellung (von links): Durable-Marketingchef Horst Bubenzer, Logistikleiter Michael Truß und Jaroslaw Tarczynski aus der Stettin-Geschäftsleitung

Standort in Polen deutlich ausgebaut

Aufgrund der stetigen Sortimentserweiterungen auf inzwischen mehr als 3000 Artikel war auch eine Erweiterung des 2006 eröffneten Produktionsstandortes in Stettin sinnvoll geworden. Seit Juli ist das neue Werk mit einer auf über 10 000 Quadratmeter mehr als verdoppelten Produktions- und Lagerfläche im Echtbetrieb. Dort ist die Möglichkeit vorhanden, bisher an Dienstleister ausgelagerte Fertigungen sowie die Herstellung arbeitsintensiver Produkte und die Veredelung von Artikeln aus den anderen Standorten zu konzentrieren – und dies bei einem Drittel des Lohnniveaus. Die Produktion auf einer Ebene bietet zudem die notwendige Flexibilität, die Organisation der Arbeitsplätze, der Abläufe und Wege unter Lean-Management-Aspekten zu optimieren, bestätigt Michael Truß, verantwortlich für Logistik und Procurement bei Durable.

Neben Lean-Production ist ein weiteres wichtiges Teilziel die Installation eines Kanban-Systems. Bei der Planung des Neubaus setzte Durable entsprechend der Unternehmensausrichtung auch auf Innovationen aus dem Bereich der Ökotechnologien. Zur Energieeinsparung trägt insbesondere das erdgasbetriebene Blockheizkraftwerk bei. Die Besonderheit dabei liegt in der gleichzeitigen Erzeugung von Wärme und Strom, wobei die parallel zur Wärmeerzeugung anfallende elektrische Energie für den Eigenbedarf genutzt wird und so die Strom-Zukaufmenge reduzieren hilft.

Zudem lässt sich die bei der Drucklufterzeugung anfallende Abwärme der Aggregate während der Heizperiode zur Unterstützung der Heizung einsetzen. Darüber hinaus steht unter Umweltaspekten eine moderne, energiesparende Beleuchtungstechnik im Mittelpunkt. „Der Neubau unterstreicht, welch hohen Stellenwert

die ökologische Verantwortung bei Durable hat“, zeigt sich Michael Truß mit den ersten Ergebnissen zufrieden.

Wird weiter ausgebaut: Produktionsstandort Gotha (l.). Technologiegetrieben: Durable Werk in Kamen-Methler (M.). Hoher Rationalisierungsgrad: modernste Maschinen und Fertigungsanlagen (r.).
Wird weiter ausgebaut: Produktionsstandort Gotha (l.). Technologiegetrieben: Durable Werk in Kamen-Methler (M.). Hoher Rationalisierungsgrad: modernste Maschinen und Fertigungsanlagen (r.).

Know-how-Transfer aus Holland

Durable baut weiter auf Qualität, Innovationen und vor dem Hintergrund sich rasch verändernder Anforderungen im Büroumfeld auf gezielte Sortimentserweiterungen mit Zukunftscharakter. Nach der Übernahme der finnischen Marke Idealplast mit den dazugehörenden Maschinen und Werkzeugen vor knapp zwei Jahren folgte Ende 2010 die Akquisition der Metallfertigung des insolventen niederländischen Herstellers Atlanta mit dem unweit der deutsch-holländischen Grenze gelegenen Produktionsstandort in Coevorden.

Fokus Metallfertigung: Jos Kievitsbosch im Werk Coevorden
Fokus Metallfertigung: Jos Kievitsbosch im Werk Coevorden

Damit sind neue Produkte aus den Bereichen Büroorganisation und Abfallmanagement wie Rollwagen, Abfallbehälter usw. dazu gekommen – und Durable ist damit inzwischen alleine im Segment Papierkörbe zum Vollsortimenter geworden. In Coevorden stehen auf rund 5000 Quadratmetern Produktionsfläche das Fertigungs-Know-how eines eingespielten Teams und ein moderner Maschinenpark mit Fokus Metall- und Holzbearbeitung (lochen, schneiden, schweißen, pulverbeschichten) zur Verfügung. Jos Kievitsbosch, der auf rund 25 Jahre Erfahrung bei Atlanta bauen kann, begleitet die neuen Bereiche auch beim Heben weiterer Synergiepotenziale mit den anderen Fertigungsstandorten. Der Holländer, der zunächst als Berater die Integration und dann als Projektleiter die Weiterentwicklung begleiten sollte, hat seit Jahresmitte die Leitung der Produktentwicklung bei Durable übernommen. Erste Ergebnisse mit neuen Produkten werden bereits bald zu sehen sein. So ist Durable erstmals seit vielen Jahren wieder auf der diesjährigen Orgatec in Köln im Oktober mit einem Messestand vertreten. Dort stehen beispielsweise Lösungen zur Orientierung in Gebäuden und auch das neue Büromöbel-Fahrwagen-Sortiment aus Coevorden im Blickpunkt. Ab Herbst ergänzt damit unter anderem eine umfassende neue Serie mit Hängemappenwagen, mobilen PC-Arbeitstischen, Wagen für Beamer sowie Multifunktionswagen das umfangreiche Durable-Programm.

www.durable.de

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