BusinessPartner PBS

Günter Herlitz gestorben

Am 11. September ist der fast schon legendäre ehemalige Firmenchef des Berliner Herlitz-Konzerns, der ebenso rund fünfzig Jahre Branchengeschichte geschrieben hat, im Alter von 97 Jahren in seiner österreichischen Wahlheimat am Wörthersee gestorben.

Echte Branchenpersönlichkeit: Am 11. September verstarb Günter Herlitz.
Echte Branchenpersönlichkeit: Am 11. September verstarb Günter Herlitz.

Günter Herlitz, der das 1904 von seinem Vater gegründete Unternehmen ab 1935 bis Ende der 80er-Jahre von einer kleinen Schreibwaren-Großhandlung mit sechs Mitarbeitern zu einem der führenden PBS-Hersteller und -Logistiker mit einem Umsatz von knapp 1,9 Milliarden DM und 5000 Beschäftigten in der Spitze ausbaute, galt in seiner aktiven Zeit als echte Unternehmerpersönlichkeit, die es verstand, die Gunst der Stunde zu nutzen. So nach Kriegsende, als es ihm als Einzigem gelang, während der Berlin-Blockade PBS-Produkte auf dem Luftwege in die eingeschlossene Stadt zu transportieren, bis zum frühzeitigen Aufbau einer bundesweiten Flächendistribution in die neu aufkommenden Handelsformen.

Inzwischen hatte sich Herlitz komplett vom Großhändler zum Hersteller und Logistikspezialisten gewandelt. 1982 erfolgte der Verkauf der Großhandlung an die Firma Iden. Ab Ende der 70er- bis in die 90er-Jahre wurden zudem zahlreiche Hersteller und bekannte Marken wie Paul Zoecke, Leinetal Papierwaren, Böhler, Susy Card, Becker Falken, Landré, Diplomat und einige mehr übernommen.

1988 zog sich Günter Herlitz aus der Geschäftspolitik des seit den 70er-Jahren börsennotierten Unternehmens zurück; 1996 auch aus dem Aufsichtsrat. 1987 wurde ihm auf Vorschlag des Regierenden Bürgermeisters von Berlin das Verdienstkreuz 1. Klasse für seine besonderen Verdienste „als herausragende Unternehmerpersönlichkeit für die Stadt Berlin und die Bundesrepublik Deutschland“ verliehen.

Nachdem sich Günter Herlitz aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen hatte, geriet das Unternehmen langsam aber unaufhaltsam ins Schlingern. Erst übernahmen sich die Söhne, die inzwischen die Leitung des Imperiums übernommen hatten, nach der Wiedervereinigung mit dem Bau einer viel zu großen Fabrik in Falkensee, dann verspekulierten sie sich mit dem Kauf einer Papierfabrik in Russland und verloren zudem viel Geld im neuen Geschäftsfeld Immobilien.

Günter Herlitz hat den Niedergang und die anschließende Rettung seines beruflichen Lebenswerkes nur noch aus der Ferne beobachtet. Bis zuletzt lebte er bei guter Gesundheit in seiner neuen Wahlheimat in Kärnten.

www.herlitz.de

Verwandte Themen
Standort Falkensee: Pelikan verkauft die Tochtergesellschaft POSS
Pelikan verkauft POS Servicegesellschaft weiter
Um eine Fahrzeugflotte kostenoptimiert zu betreiben, gilt es auch, die passende Finanzierung zu wählen.
Viele Einsparpotenziale im Fuhrpark noch ungenutzt weiter
Shela Fletcher (Office Depot Europe), Johanna Jigmo-Linde (Staples Europe), Matthias Schumacher (tesa)
Die Wettbewerber an einen Tisch geholt weiter
Eindrucksvolle Dimension: die Erweiterungen am Durable-Logistikstandort in Iserlohn-Sümmern
Durable investiert in die Logistik weiter
Pelikan-Aktionäre geben grünes Licht für nächste Schritte weiter
Esteban Seleguan verstärkt Herlitz-Vorstand weiter