BusinessPartner PBS

Messemüdigkeit unbekannt

Während die großen Leitmessen über Besucherrückgänge klagen und ihre Konzepte überdenken , erleben die kleineren regional ausgerichteten Ordermessen immer mehr Zulauf. Wir fragten nach bei den Veranstalter von Innowa und Hamburger Einkaufstagen.

BusinessPartner PBS fragte: 1. Sie sind Veranstalter einer so genannten „regionalen Ordermesse“, was heißt das genau und wo liegen die Besonderheiten?

2. Welche Rolle spielen PBS- und Geschenkartikel auf Ihrer Messe?

3. „Messemüdigkeit“ bei Ausstellern und Besuchern: ein Thema für Sie?

4. Welche Rolle werden die regionalen Messen zukünftig für die Händler spielen?

Elke Frings, seit vielen Jahren Organisatorin der Dortmunder Innowa
Elke Frings, seit vielen Jahren Organisatorin der Dortmunder Innowa
Elke Frings, Innowa Dortmund

Elke Frings, seit vielen Jahren Organisatorin der Dortmunder Innowa 1. Regionale Ordermessen, d.h. eine Fachbesuchermesse, auf der die Ordergeschäfte getätigt werden. Auf den Messeständen sind die für die Region zuständigen Vertriebsleute anwesend, die dort ihre Kunden aus der Region beraten können und die neueste Kollektion vorstellen. Die Dortmunder Ordermesse Innowa entstand aus den so genannten Musterschauen, die von den Handelsvertretern für die Kunden durchgeführt wurden, um Synergien nutzen zu können. Die erste Veranstaltung dieser Art fand bereits 1949 in Köln statt. Hieraus entstanden die Kölner Einkaufstage. Von Köln ging man vor 15 Jahren nach Dortmund mit dem Namen NRW Einkaufstage. Daraus wurde die Innowa.

2. Die Aussteller aus dem Bereich PBS spielen vor allem bei der Januar-Veranstaltung eine große Rolle. Das Thema Geschenkartikel ist das Hauptthema der Innowa.

3. Als Veranstalter machen wir uns natürlich immer Gedanken über die Attraktivität der Messe, sowohl für Aussteller als auch für Fachbesucher. Da wir als Orderplattform den Fachbesuchern kostenlosen Einlass bieten, können wir uns nicht über Messemüdigkeit von Besucherseite beklagen. Ab Januar 2008 bieten wir am Samstag unseren Fachbesuchern zahlreiche Workshops von Ausstellerseite an, um die Kundenbindung zu erhöhen und den Fachbesuchern einen Mehrwert zu bieten. Die Ausstellerzahl ist ebenfalls in den letzten drei Jahren konstant geblieben.

4. Regionale Ordermessen sind unserer Meinung nach eine sehr wichtige Plattform in der Messelandschaft, auf die der Fachbesucher nicht verzichten möchte. Als Veranstaltung, die seit 1949 besteht, glauben wir fest an die Zukunft unserer Ordermessen.

www.innowa-dortmund.de

Volker König, HWDVorstand und zuständig für die Hamburger Einkaufstage
Volker König, HWDVorstand und zuständig für die Hamburger Einkaufstage
 Volker König, Hamburger Einkaufstage

Volker König, HWD-Vorstand und zuständig für die Hamburger Einkaufstage1. Die Hamburger Einkaufstage sind eine regionale Orderveranstaltung auf Großhandelsbasis, die sich an den Facheinzelhandel und gewerblichen Letztverbraucher der Region wendet. Auf den Hamburger Einkaufstagen ordert der Fachhandel und gewerbliche Letztverbraucher seinen Bedarf. Regional bedeutet in diesem Zusammenhang, dass unsere Besucher aus der Region Norddeutschland kommt, mit den Begrenzungen polnische Grenze, holländische Grenze und im Süden die Linie Frankfurt-Kassel. Im Norden laden wir auch Besucher aus Dänemark, für die die Hamburger Einkaufstage quasi vor der Haustür liegen, ein. Heute stellen mehr als 820 Aussteller des In- und Auslandes bei uns aus. Unsere Besonderheit liegt in der Ausstellerstruktur, cirka 60 Prozent der Aussteller sind Handelsvermittler CDH, die Produkte ihrer vertretenen Unternehmen auf den Hamburger Einkaufstagen präsentieren. Von der Angebotsbreite her werden somit cirka 3500 Unternehmen bei uns ausgestellt, so dass der eingeladene Fachhandel und gewerbliche Letztverbraucher die gesamte Bandbreite des Angebotes nutzen kann. Wir nutzen mit den Hamburger Einkaufstagen zweimal im Jahr das gesamte Hamburger Messegelände und sind deshalb über die Neubauten in Hamburg zufrieden.

2. Der Schreiben- und Schenkenbereich ist mit knapp 200 Ausstellern der zweitgrößte Bereich auf den Hamburger Einkaufstagen und ist die einzige Fachmesse in dieser Richtung mit Ausnah- me der Paperworld in Frankfurt. Der PBS-Bereich ist speziell im Januar sehr gut vertreten, zusammen mit vielen Anbietern aus den Bereichen Spielwaren und Hobby-Kreativ. Belegt werden die neuen Messehallen A1 und A2 mit 15 000 m2. Für die Hamburger Einkaufstage ist der PBS-Bereich ein unabdingbarer wichtiger Bestandteil, ohne den sie nicht den Erfolg verzeichnen könnten, den sie haben.

3. Sicherlich ist eine latente „Messemüdigkeit“ bei Ausstellern und Kunden bei jeder Messe in Deutschland zu verzeichnen. Wir versuchen auf den Hamburger Einkaufstagen eine familiäre Atmosphäre zu realisieren, unter dem Motto: „Man kennt sich, man spricht miteinander.“ So kenne ich als Verantwortlicher quasi jeden einzelnen Aussteller, auch bin ich für jeden einzelnen Aussteller jederzeit zu erreichen. Hinzu kommt, dass wir uns bemühen, den Aufenthalt für Aussteller und Besucher so angenehm zu gestalten, wie es nur möglich ist. So werden die Besucher, zur Überbrückung der Wartezeit, schon vor Öffnung der Hallen an den Eingängen mit einem kleinen Imbiss und Kaffee empfangen. Während der Messe gibt es in jeder der Hamburger Messehallen eine Saftbar, wo die Besucher kostenlos nichtalkoholische Getränke zu sich nehmen können, außerdem bieten wir ein fachhandelsbezogenes Seminarprogramm, das von den Besuchern kostenlos in Anspruch genommen werden kann. Bei den letzten Hamburger Einkaufstagen konnten wir über 700 Teilnehmer an den Seminarprogrammen begrüßen. Außerdem informieren wir über aktuelle Trends auf unserer regelmäßigen Design-Insel und Trendshow, so dass der Besucher zielgerichtet und trendsicher auf den Hamburger Einkaufstagen ordern kann. Alle diese Aktivitäten haben dazu geführt, dass bei unseren Ausstellern und Besuchern von „Messemüdigkeit“ keine Rede sein kann, das Gegenteil ist der Fall. Wir werden auf den Hamburger Einkaufstagen von Ausstellungswünschen überrollt, die wir leider nicht alle erfüllen können, weil wir einfach nicht die notwendigen Hallenkapazitäten zur Verfügung haben. Auch unsere Besucherstatistiken weisen aus, dass wir seit Jahren Besucherzuwächse haben, sicher- lich ein Indikator dafür, dass die Besucher sich auf den Hamburger Einkaufstagen wohl fühlen.

4. Unseres Erachtens wird die regionale Messe vor Ort für den Händler immer bedeutender werden, wenn das Angebot stimmt. Regionale Messen sehen sich immer als Ergänzung von den großen Leitmessen, auf denen sich der Fachhandel, wenn er sie denn besucht, in der Regel nur informiert und seine Orders dann auf den regionalen Messen tätigt. Regionalmessen werden aber nur dann künftig eine gute Rolle spielen, wenn sie sich an den Wünschen von Ausstellern und Besuchern orientieren und bei der Organisation und Abwicklung die notwendige Professionalität an den Tag legen, die sowohl Aussteller als auch Besucher erwarten. Wir sind in Hamburg der Meinung, dass wir die Weichen für diese Anforderungen gestellt haben, und sehen eigentlich sehr zuversichtlich in die Zukunft.

www.hamburger-einkaufstage.com

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