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Bürowirtschaft im Zahlenvergleich

Der Bundesverband Bürowirtschaft (BBW) informierte auf einer Presse­konferenz auf der Paperworld in Frankfurt über die Branchenentwicklung 2009 – und gab einen Ausblick auf das laufende Jahr.

Bürowirtschaft in Zahlen: die BBW-Pressekonferenz im PBS-Forum der Halle 3.0 als Infoplattform
Bürowirtschaft in Zahlen: die BBW-Pressekonferenz im PBS-Forum der Halle 3.0 als Infoplattform

„Die BBW-Prognosen für die Bürowirtschaft in 2009 konnten nicht gehalten werden“, so die Analyse von BBW-Geschäftsführer Thomas Grothkopp bei der Zahlenpräsentation übergreifend für die einzelnen Branchensparten. Demnach befanden sich die PBS-Ladengeschäfte mit Schwerpunkt private Endkunden mit minus 2,5 Prozent im Mittel des gesamten Einzelhandels, für den ein reales Minus vorn rund zwei Prozent für das Gesamtjahr berechnet wurde. Der gesamte Branchenumsatz in diesem Bereich beträgt damit 3,07 Milliarden Euro und entspricht weitgehend dem Umsatzniveau von 2007.

Die anderen Sparten der Bürowirtschaft konnten „nur mit harten Einschnitten die Bilanz konsolidieren oder schrieben deutliche Verluste“. Der PBS-Streckenhandel, also das Büromaterialgeschäft mit gewerblichen Endkunden, hat nach starken saisonalen Schwankungen im Umsatzvergleich Ende 2009 ein aufgelaufenes Minus von elf Prozent erreicht. Daraus ergibt sich ein Umsatzvolumen von 4,13 Milliarden Euro. Laut BBW-Präsident Ulf Ohlmer haben besonders die großen Vertriebsformen unter den Einbrüchen in der Wirtschaft gelitten, weil die Konzerne als A-Kunden der Global Player deutlich hinter der Performance der mittelständischen Fachhändler blieben. „Der deutsche Mittelstand beweist sich in Zeiten der Krise somit auf beiden Seiten der Geschäftsbeziehung als stabilisierender Faktor und hat dadurch Marktanteile hinzugewonnen“, so der BBW-Chef. Demgegenüber war laut Ohlmer, der selbst aktiver ITK-Fachhändler ist, der Markt für Drucker, Kopierer und IT-Ausstattung nicht so stark betroffen wie das Verbrauchsmaterial für diese Geräte. Früher verlief die Kurve anders, die Investitionen wurden schnell zurückgestellt, der tägliche Verbrauch sank langsamer. Das bewirkte, dass beim Handel nur drei Prozent Minus für technische Geräte im gesamten Umsatz des Jahres aufliefen. „Es wurden 2009 weniger neue Systeme beim Endkunden installiert, stattdessen bereits bestehende Verträge verlängert“, so Ohlmer. Darüber hinaus gehörten Druck und Kopie inzwischen nicht mehr in den Bereich Investition, sondern werden als tägliches Betriebsmittel gesehen, dessen Erneuerung nicht aufschiebbar sei.

Die am stärksten vom Umsatzrückgang betroffene Sparte waren die Büro- und Objekteinrichter. Das schlagartige Ausbleiben größerer Bestellungen quer durch alle Unternehmen hat der Sparte ein Umsatzminus von 36 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro gebracht. Dies sei der mit Abstand schlechteste Wert, den der BBW in den 35 Jahren seines Bestehens verzeichnen musste. „Büromöbel und Dienstleistungen waren in der Breite nicht mehr verkäuflich“, bestätigte Thomas Grothkopp auf der Paperworld: „In allen größeren Städten gab es aber auch Fachhändler, die das Jahr mit einem Plus abschließen konnten.“

Informierten auf der Paperworld über die Branchenentwicklung (von links): Rolf Schifferens, Sprecher des Arbeitskreises Markenfirmen der PBS-Industrie, BBW-Geschäftsführer Thomas Grothkopp und BBW-Präsident Ulf Ohlmer
Informierten auf der Paperworld über die Branchenentwicklung (von links): Rolf Schifferens, Sprecher des Arbeitskreises Markenfirmen der PBS-Industrie, BBW-Geschäftsführer Thomas Grothkopp und BBW-Präsident Ulf Ohlmer

Verhalten positive Aussichten

„In 2010 müssten die Investitionsausgaben wieder steigen, der Bürowirtschaft kämen sie jedoch nur zum geringen Teil zugute. Insgesamt ist für die Bürowirtschaft keine nachhaltige Erholung zu sehen, sondern eine Konsolidierung auf niedrigem Niveau“, formulierte Ulf Ohlmer die Perspektiven. Nach dem Umsatzrückgang in 2009 sollen im PBS-Streckenhandel im Jahr 2010 allein die Basiseffekte für bessere Zahlen im Umsatzvergleich sorgen. Eine Nullrunde ist für den BBW-Chef deshalb „optimistisch, aber nicht unwahrscheinlich“. Bei Druck und Kopie werde der angekündigte Ausbau der Tintentechnologie im Business-Sektor insgesamt keine zusätzlichen Umsätze bringen. Auch bei der Anzahl der Stellplätze dürfte die Sprungmarke nicht zu übertreffen sein. Wenn dann noch die absehbaren Turbulenzen bei den Herstellern hinzugerechnet würden, sei ein leichtes Minus realistisch.

Dagegen sei bei den Büro- und Objekteinrichtern der Zenit der Umsatzrückgänge überschritten. „Bei stagnierender Anzahl an Büroarbeitsplätzen sowie einem hohen Ausstattungsstand ist eine nachhaltige Erholung jedoch nicht zu erwarten“, dämpfte Thomas Grothkopp allzu hohe Erwartungen. Auch wenn der Basiseffekt besonders stark sei, müsse mit einem weiteren Rückgang gerechnet werden.

Wenige Lichtblicke sieht der BBW-Geschäftsführer aufgrund der allgemein reduzierten Konsumausgaben-Erwartungen auch im PBS-Fachhandel mit privaten Sortimenten. Die BBW-Prognose für 2010 passt sich der gesamtwirtschaftlichen Prognose mit einem leichten Minus von einem Prozent an.

www.buerowirtschaft.info

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