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Trendobjekte aus Recyclingmaterial

Seit mehr als 20 Jahren wird bei Werkhaus „zusammengesteckt“. Das Unternehmen setzt auf umweltfreundliche Materialien, anspruchsvolle Designs und motivierte Mitarbeiter. Für Eva Danneberg ist es selbstverständlich, hier auch soziale Verantwortung zu übernehmen.

Werkhaus präsentiert sein Angebot auf zahlreichen Messen, hier der Stand auf der Ambiente.
Werkhaus präsentiert sein Angebot auf zahlreichen Messen, hier der Stand auf der Ambiente.

Das Stecksystem überrascht mit immer neuen Ideen. Seit der Firmengründung im Jahr 1992 zeigt Werkhaus, dass ökologisches Bewusstsein auch in Kombination mit anspruchsvollem Design kein Widerspruch sein muss. Die Formel hierzu bildet die Synthese aus Material, Formgebung und Modularität: Alle Werkhaus-Produkte mit dem originellen Stecksystem bestehen aus umweltfreundlichen Materialien wie FSC-Papier und dem nachwachsenden Rohstoff Holz aus Recycling und Durchforstung.

Der VW Bulli T1 als kultige Stiftebox
Der VW Bulli T1 als kultige Stiftebox

Behindertengerechte Arbeitplätze

So facettenreich wie die grüne Produktpalette sind auch die Menschen, die bei Werkhaus zusammenarbeiten: Von den mittlerweile 160 Mitarbeitern aus insgesamt acht verschiedenen Nationen haben rund 14,4 Prozent körperliche oder seelische Einschränkungen.

Großen Wert wird zudem auf die qualifizierte Ausbildung junger Menschen gelegt: Das Unternehmen hat derzeit 17 Auszubildende in sieben verschiedenen Berufen. Auch hier ist es Eva Danneberg wichtig, dass soziale Aspekte berücksichtigt werden und beispielsweise Jugendliche aus einem schwierigen Umfeld eine Chance erhalten. Das Ergebnis sind kreative Produkte mit hohem Wiedererkennungswert, die inzwischen weltweit ihre Abnehmer finden. Seit 2010 sind diese auch in inzwischen sechs eigenen Läden in Hamburg und Berlin erhältlich.

Solarstrom für die eigenen Produkte

Entwickelt und hergestellt werden die Stecksysteme allesamt im Werk in der Lüneburger Heide. Im April konnte dort die neue Photovoltaikanlage in Betrieb genommen werden, die den Solarstrom direkt in die Produktion einspeist. Dafür wurden in den vergangenen Monaten auf den Dächern der Produktionshallen 816 Solarmodule auf einer Fläche von 3500 m² installiert, die zusammen eine Leistung von 204 kWp erreichen. An Spitzentagen könnten damit bis zu 80 Prozent des Stroms für die Produktion geliefert werden. Insgesamt soll die neue Anlage durchschnittlich bis zu 20 Prozent des Eigenbedarfs decken. Zudem gibt es Elektrofahrräder für die Mitarbeiter, die kostenlos an der Solaranlage aufgeladen werden können.

Nachgefragt ...

... bei Eva Danneberg, Geschäftsführerin bei Werkhaus in Bodenteich

Wie setzt Werkhaus seinen ökologischen Anspruch in die Praxis um?

Werkhaus hat sich schon von Beginn an der Umweltfreundlichkeit verpflichtet gefühlt und bereits damals damit gestartet, bei seinem gesamten Handeln die ihr bekannten Umweltaspekte zu berücksichtigen. Sei es im Hinblick auf die Entscheidungen, die den Einkauf, die Produktion, die Entsorgung oder die Logistik betreffen.

Zur Firmenphilosophie gehört auch die Übernahme sozialer Verantwortung. Können Sie uns konkrete Beispiele nennen?

Ebenfalls bereits zu Beginn unserer Firmengeschichte haben wir beim Arbeitsamt nach körperlich beeinträchtigten Mitarbeitern gefragt, um ihnen in unserem Unternehmen eine Integrationschance anzubieten, zum Beispiel in der CAD-Zeichenabteilung oder in der Papierwerkstatt. Wir haben hiermit fast immer gute Erfahrungen gesammelt und sind daher auch weiterhin sehr offen für das Thema Inklusion. Auch bei unseren Ausbildungsbemühungen seit 1998 haben wir nicht immer nur die besten Zeugnisinhaber berücksichtigt, sondern durchaus auch sozial schwache und lernbehinderte Jugendliche hinzugenommen, um ihnen die Chance zu geben, sich von der Gruppe mitreißen zu lassen. Außerdem haben wir in unserem Unternehmen verschiedene Zeitmodelle für alleinerziehende Eltern und Mitarbeiter, die Angehörige pflegen.

Wie erklärten Sie sich, dass es so wenige Unternehmen gibt, die Ihrem Beispiel folgen?

Genau kann ich es mir natürlich nicht erklären, aber ich nehme an, dass bei dem Großteil der Unternehmen einfach die Gewinnoptimierung die Hauptmotivation darstellt und nicht der Spaß an der Arbeit und an den Mitmenschen.

In welcher Form unterstützen Sie den Fachhandel bei der Vermarktung Ihrer Produkte?

Den Fachhandel unterstützen wir teilweise durch Werbekostenzuschüsse bei der Vermarktung. Außerdem versuchen wir so zu kalkulieren, dass auch für den Fachhandel noch eine ausreichende Marge übrig bleibt. Die beste Unterstützung sind allerdings überdies die eigens hergestellten Verkaufsdisplays, die wir bei bestimmten Bestückungen gratis dazu geben. Sie stellen eine ausgezeichnete Verkaufsförderung dar und werden ja daher seit 1999 auch extrem viel von anderen Firmen aus diversen Branchen bei uns beauftragt. Zu Hochzeiten bestand unsere Produktion bis zu 70 Prozent aus diesen Sonderanfertigungen, inzwischen hat es sich bei 50 Prozent eingepegelt.

www.werkhaus.de

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