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Mit Weniger mehr erreichen

Beim umfassenden Thema Nachhaltigkeit hat sich Henkel weitreichende Ziele gesetzt. Wir sprachen mit Tanja Störmer, Head of Marketing AC Deutschland, über Strategie, Aufklärungsarbeit und konkrete Verbesserungen.

Frau Störmer, Nachhaltigkeit ist zu einem inzwischen vielgebrauchten Begriff geworden. Was versteht Henkel darunter und welche Strategie steht dahinter?

Tanja Störmer
Tanja Störmer

Im Rahmen unserer neuen Nachhaltigkeitsstrategie 2030 haben wir das Thema für Henkel neu definiert: „Im Jahr 2050 leben rund 9 Milliarden Menschen gut und im Einklang mit den begrenzten Ressourcen der Erde“. Diese Definition haben wir aus der „Vision 2050“ des World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD) übernommen. Demzufolge brauchen wir Innovationen, Produkte und Technologien die ein gutes Leben und gleichzeitig einen geringeren Material- und Rohstoffverbrauch ermöglichen: Mit weniger Ressourcen mehr erreichen. Wir wollen mehr Wert schaffen, für unsere Kunden, Verbraucher, Nachbarn sowie unser Unternehmen – bei einem gleichzeitig reduzierten ökologischen Fußabdruck. Um das zu erreichen, haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt. Innerhalb der nächsten 20 Jahre wollen wir den Wert, den wir mit unserer Geschäftstätigkeit schaffen im Verhältnis zum Fußabdruck, den wir durch unsere Produkte und Dienstleistungen hinterlassen, verdreifachen. Das Ziel, dreimal effizienter zu werden, nennen wir „Faktor 3“.

Dieses Ziel können wir auf verschiedenen Wegen erreichen: Wir können bei gleicher Leistung die eingesetzten Rohstoffe auf ein Drittel reduzieren, oder aber wir verdreifachen den Wert bei konstantem Ressourcenverbrauch. In vielen Fällen werden wir uns dem Ziel von beiden Seiten nähern, also den Rohstoffverbrauch verringern und zugleich den erwirtschafteten Wert steigern. Doch ganz gleich, wie wir es angehen, das Endergebnis sollte lauten: im Jahr 2030 setzen wir für jeden Euro, den wir erwirtschaften, nur noch ein Drittel der heutigen Ressourcen ein. Mit Blick auf unser 20-Jahres-Ziel „Faktor 3“ haben wir uns außerdem neue Zwischenziele für die nächsten fünf Jahre gesetzt, basierend auf den bis 2010 erreichten Verbesserungen. Bis 2015 wollen wir in den Fokusfeldern Energie, Wasser und Abfall weitere 15 Prozent pro Produktionseinheit einsparen. Gleichzeitig soll der Umsatz pro Produktionseinheit um zehn Prozent steigen und somit mehr Wert geschaffen werden.

Kontinuierliche Produktverbesserungen: aktuelle Beispiele unterstreichen die Ausrichtung
Kontinuierliche Produktverbesserungen: aktuelle Beispiele unterstreichen die Ausrichtung

Unter Wirksamkeitsaspekten ist eine ganzheitliche Betrachtung gefragt. Was sind die Schwerpunktaktivitäten?

Um unsere Strategie erfolgreich umzusetzen, konzentrieren wir uns auf sechs Handlungsfelder. In den Bereichen „Sozialer Fortschritt“, „Gesundheit und Sicherheit“ und „Leistung“ wollen wir die Wertschöpfung erhöhen. In den Bereichen „Energie und Klima“, „Materialien und Abfall“ und „Wasser und Abwasser“ wollen wir unseren Ressourcenverbrauch und somit den ökologischen Fußabdruck unserer Geschäftstätigkeit und Produkte weiter reduzieren. In diesen Fokusfeldern treiben wir mit unseren Produkten und Prozessen Fortschritte entlang der gesamten Wertschöpfungskette voran. Mit unserer neuen Strategie haben wir die bisher fünf Felder um das Fokusfeld „Leistung“ ergänzt. Dies reflektiert sowohl unsere Ziele als Wirtschaftsunternehmen als auch unseren zentralen Wertbeitrag für die Gesellschaft.

Klare Nachhaltigkeitsziele für die nächsten Jahrzehnte
Klare Nachhaltigkeitsziele für die nächsten Jahrzehnte

Das Verbraucherbewusstsein hat sich bereits verändert, dennoch besteht weiterhin ein beträchtlicher Informationsbedarf. Was tut Henkel in puncto Aufklärungsarbeit?

Ein wichtiges Ziel unserer Strategie ist die Förderung von nachhaltigem und ressourcenschonendem Konsum. Hier sind unsere Produkte der Schlüssel. Daher konzentrieren wir uns auf die Entwicklung von Produkten, die den effizienten Einsatz von Ressourcen wie Energie und Wasser ermöglichen. Gleichzeitig versuchen wir, durch gezielte Kommunikation Einfluss auf ein verantwortungsvolles Verhalten während der Produktanwendung zu nehmen. Am POS zum Beispiel unterstützen wir den Fachhändler mit informativen Materialen bei der Beratung und stellen Platzierungen zur Verfügung, die die Aufmerksamkeit der Kunden auf unser nachhaltiges Sortiment zum Kleben und Korrigieren lenken.

Welche konkreten Verbesserungen konnten in der jüngsten Vergangenheit im Sortimentsbereich Klebe- und Korrekturmittel realisiert werden?

Weltweit stehen wir mit unseren Klebstoffen, Dichtstoffen und Oberflächentechnologien für hohe Qualität und sind führend im Markt – technologisch, ökologisch und bei der gesundheitlichen Verträglichkeit. Dafür arbeiten wir mit starken Partnern zusammen, beispielsweise mit Rohstofflieferanten, Maschinenherstellern und Herstellern aus allen Industriezweigen. Dank effizienter Kooperationen finden wir gemeinsam innovative Lösungen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer unsere Kunden. Wir optimieren kontinuierlich unsere Produkte, um ihnen einen Mehrwert zu bieten und den Kunden dabei zu helfen, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Als konkrete Produkt-Beispiele sind hier der Pritt Korrekturroller „ECOmfort“ – der erste Korrekturroller mit einem Gehäuse aus fast 90 Prozent pflanzenbasiertem Kunststoff – sowie der Pattex 100-Prozent-Kleber zu nennen. Aber auch echte Klassiker, wie der Pritt-Klebestift, werden kontinuierlich unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten weiter entwickelt. Seine lösemittelfreie Klebemasse besteht aus 90 Prozent naturbasierten Rohstoffen, ist besonders leistungsstark und hochergiebig.

www.henkel.de

www.pritt.de

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