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Nachhaltigkeit, die sich rechnet

Das Hilpoltsteiner Unternehmen Geld für Müll leistet einen Beitrag zur Schonung natürlicher Rohstoffe und führt verbrauchte Druckerpatronen und Tonerkartuschen der Wiederaufbereitung zu. Dies rechnet sich auch für die Partner.

Über 370 Tonnen Büroabfälle konnte Geld für Müll im vergangenen Jahr durch die Wiederaufbereitung von Druck- und Kopiermodulen vermeiden.
Über 370 Tonnen Büroabfälle konnte Geld für Müll im vergangenen Jahr durch die Wiederaufbereitung von Druck- und Kopiermodulen vermeiden.

Auch im digitalen Zeitalter verliert das gedruckte Wort nicht an Bedeutung. So verharrt der jährliche Papierverbrauch bei über 230 Kilogramm pro Bundesbürger. Mit dem Papierkonsum wuchs in den vergangenen Jahren der Bedarf an Patronen und Kartuschen für Drucker, Kopierer und Fax-Geräte. Schätzungsweise 55 Millionen Tintenpatronen und acht Millionen Tonerkartuschen gehen nach Angaben des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management, kurz B.A.U.M. e.V., jährlich in Deutschland über die Ladentheke. Im Gegensatz zum Papier aber steckt die umweltfreundliche Wiederaufbereitung von Druckerpatronen und Tonerkartuschen noch in den Kinderschuhen. Dabei können Patronen problemlos wiederbefüllt werden.

„Bis vor drei Jahren hatten wir noch keinen zuverlässigen Abnehmer für unsere verbrauchten Patronen und Kartuschen“, sagt Rolf Höltig, Sales Manager des Entsorgungsunternehmens Elpro Elektronik-Produkt-Recycling. Viele Leermodule aus ausrangierten Druckern, Kopierern und Fax-Geräten, die den Altgeräte-Verwerter erreichten, landeten im Müll oder in der Fraktion der edelmetallhaltigen Bauteile. Mittlerweile hat das Unternehmen aus dem niedersächsischen Braunschweig das Leergut als wertvollen Rohstoff erkannt und verkauft Patronen und Kartuschen an Geld für Müll (GfM). „Das lohnt sich für die Umwelt und für unseren Geldbeutel“, so Höltig weiter. Der Recyclingdienstleister aus Hilpoltstein konzentriert sich seit elf Jahren auf den Handel leerer Patronen und Kartuschen. „Wenn wir das Leergut wiederaufbereiten, reduzieren wir damit den anfallenden Müll und schonen wichtige, nicht nachwachsende Ressourcen wie Öl, Kupfer oder Zink“, erklärt GfM-Geschäftsführer Ingo Wegner die Vorteile der Wiederaufbereitung. Weil die Originalhersteller den Nachbau von Druckermodulen mittels restriktiver Patentregelungen verhindern, sind Anbieter alternativer Patronen und Kartuschen auf intakte Leermodule angewiesen. Wegner hat diesen Markt erkannt und GfM vom Garagenbetrieb zu einem der größten Recyclingdienstleister für Tintenpatronen und Kartuschen in Deutschland ausgebaut. Heute kauft GfM von mehr als 15 000 Leergutlieferanten verbrauchte Module auf, vom international tätigen Konzern bis zur Privatperson. Für die leeren Patronen und Kartuschen erhalten die Lieferanten im Gegenzug eine Leergutprämie. Bis zu 20 Euro zahlt Wegner eigenen Angaben zufolge für einzelne Module. Im vergangenen Jahr habe der Recyclingdienstleister über 1 Million Euro für leere Druckerpatronen und Tonerkartuschen ausgeschüttet.

„Wenn wir Leergut wiederaufbereiten, reduzieren wir Müll und schonen wichtige, nicht nachwachsende Ressourcen“, erklärt GfM-Geschäftsführer Ingo Wegner.
„Wenn wir Leergut wiederaufbereiten, reduzieren wir Müll und schonen wichtige, nicht nachwachsende Ressourcen“, erklärt GfM-Geschäftsführer Ingo Wegner.

Über den finanziellen Erlös hinaus profitiert auch die Umwelt: „Derzeit verwerten wir rund 90 Prozent der Kartuschen- und 100 Prozent der Tintenpatronenbestandteile“, erklärt Unternehmensgründerin Britta Wegner. Auf diese Weise vermeidet das Hilpoltsteiner Unternehmen jährlich rund 370 Tonnen Büroabfälle.

Zufrieden mit dem System ist auch Rolf Höltig. Rund 5000 Euro zahlte GfM dem Entsorgungsunternehmen im vergangenen Jahr für verbrauchte Druckermodule. „Als Altgeräte-Verwerter streben wir ein umweltgerechtes Recycling von Elektro- und Bürogeräten an. Da macht die Wiederaufbereitung von Druckerpatronen natürlich Sinn“, sagt Höltig. Insbesondere die unkomplizierte und schnelle Abwicklung vom Leergutankauf bis zur Auszahlung des Sammelerlöses überzeugte den 54-Jährigen. Innerhalb von sieben Werktagen nach Eingang der verbrauchten Druckermodule bei GfM habe Elpro eine Abrechnung sowie den gesetzlich vorgeschriebenen Verbleibsnachweis erhalten.

Seit 2006 bietet der fränkische Recyclingdienstleister seinen Kunden zudem die Möglichkeit, mit Hilfe ihrer Leergutspende das Ronald-McDonald-Kinderhaus in Erlangen zu unterstützen. „Über die positive Resonanz unserer Kunden auf diese Spendenidee haben wir uns sehr gefreut“, berichtet Britta Wegner. „Auf Anhieb meldeten sich einzelne Leergutlieferanten und spendeten ihre leeren Patronen und Kartuschen für die gute Sache“. Auf diese Weise kamen 2009 über 5000 Euro zusammen.

www.geldfuermuell.de

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