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Eine Frage des Mehrwerts

Viele Druckerpatronen und Tonerkartuschen landen nach ihrem Gebrauch im Müll, obwohl sie wiederverwertet werden könnten. Gerade bei kleineren Mengen lohnt sich der Aufwand des Sammelns oft nicht – und dennoch kann der Fachhandel mit dem Thema punkten.

„Das Sammeln ist für die Fachhändler gar nicht so aufwändig, denn viele Kunden bringen erfahrungsgemäß das Leermodul ‚als Muster‘ für den Nachkauf gleich mit“, so Ingo Wegner, Geschäftsführer von Geld-für-Müll.
„Das Sammeln ist für die Fachhändler gar nicht so aufwändig, denn viele Kunden bringen erfahrungsgemäß das Leermodul ‚als Muster‘ für den Nachkauf gleich mit“, so Ingo Wegner, Geschäftsführer von Geld-für-Müll.

Die „Printerumfrage14“ von Dokulife und Brother hatte es im Frühsommer erneut klar belegt: Je größer das Unternehmen, desto häufiger wird das Druckerleergut auch gesammelt. Je kleiner das Unternehmen, umso eher wird die leergedruckte Kartusche oder Patrone einfach in den Müll geworfen. Die Vergütungen für Leergut sind teilweise so gering, dass sie den Aufwand nicht lohnen, wenn nur ein oder zweimal im Jahr der Toner gewechselt wird. Anders für den Fachhändler: Wer regelmäßig neue Tintenpatronen und Toner liefert, kann seinen Kunden als Service auch die Entsorgung anbieten – und das Leergut an Sammelsysteme und Leergutbroker weiterverkaufen.

„Die Rolle einer zentralen Sammelstelle kann der Fachhandel einnehmen“, erklärt Ingo Wegner vom Unternehmen Geld-für-Müll aus dem mittelfränkischen Hilpoltstein, „Viele unserer Einsender stammen aus dem EDV-Zubehör- beziehungsweise dem Drucker-Fachhandel. Das Sammeln ist für sie gar nicht so aufwändig, denn viele Privatverbraucher und kleine und mittlere Unternehmen bringen erfahrungsgemäß das Leermodul ‚als Muster‘ für den Nachkauf gleich mit – das ist einfacher als sich die Geräte- oder Materialbezeichnung zu merken. Und wenn das Leermodul schon ‚vor Ort‘ ist, kann es auch gleich gesammelt werden.“

Ergbnisse der „Printerumfrage14“ von Dokulife und Brother: Druckersupplies werden von den kleinen Unternehmen oftmals in den Müll geworfen.
Ergbnisse der „Printerumfrage14“ von Dokulife und Brother: Druckersupplies werden von den kleinen Unternehmen oftmals in den Müll geworfen.

Im Gegensatz zum kleinen Unternehmen gibt es bei Konzernen oder großen öffentlichen Einrichtungen das Mengenproblem nicht: Die zentrale Materialverwaltung übernimmt etwa bei vielen Industriebetrieben gleichzeitig auch die Funktion der Sammelstelle für die Leermodule – so kommen schnell die Mengen zusammen, die einen Versand per Paketdienst oder Spedition rechtfertigen. Dennoch ist ein Blick auf die Vergütungen ernüchternd: Nur in ganz wenigen Fällen zahlen die Brooker zweistellige Eurobeträge für ein Modul, viele Module erzielen nur wenige Cent, bei anderen wiederum geht der Sammler sogar ganz leer aus.

Thema beim Endkunden noch nicht angekommen

Wo liegen die Chancen für den Fachhandel? Geld-für-Müll-Chef Ingo Wegner meint: „Ein Rücknahmesystem, sei es gegen Vergütung oder unentgeltlich, wäre ein Mehrwert für den Kunden.“ Für den Händler könne sich daraus ein lukrativer Kreislauf ergeben, wenn man Beschaffung von Printsupplies und Recycling des Leergutes verknüpft: Der Fachhändler könne verdienen beim Verkauf einer neuen Patrone, durch die Abnahme der leeren Patrone, erneut durch den Verkauf einer neuen Patrone und so weiter. „Oftmals ist die Vergütung so hoch, dass viele unserer Fachhändlereinsender anteilig die Vergütung sogar an die Kunden weitergeben.“

Ob mit oder ohne Vergütung: Der Kunde profitiert durch den einfachen, transparenten und korrekten Entsorgungsweg und der Händler profitiert durch Umweltkompetenz und durch die sich ergebende Kundenbindung. Und die Leergutbrooker haben schon neue Märkte im Blick: Sie kaufen mittlerweile zudem weitere elektronische Geräte, wie Mobiltelefone, oder Materialien wie CDs oder Kupferkabel auf.

www.geldfuermuell.de

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