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Ranzenkauf per Mausklick

Der Trend zum Onlineshopping ist ungebrochen. Eine aktuelle Studie der GfK zeigt, dass mehr als die Hälfte der Eltern von Schulanfängern bereit ist, Artikel für den Schulstart im Internet zu kaufen.

Nicht nur die Erwachsenen nutzen das große Angebot des World Wide Web, auch mehr und mehr Kinder sind inzwischen regelmäßig im Internet unterwegs. Die aktuelle „KidsVerbraucheranalyse“, die der Egmont Ehapa Verlag jährlich veröffentlicht, hat erstmals auch das Medien- und Konsumverhalten von Vorschulkindern untersucht. Die Studie zeigt, dass der Zugang zu neuen Medien immer früher erfolgt und an Intensität zunimmt. Bereits jedes vierte Kind im Alter von vier und fünf Jahren hat gelegentlich Zugang zum heimischen Rechner, jedes fünfte Kind surft sogar im Internet. Bei den Schulkindern ab sechs Jahren steigen die Nutzerzahlen deutlich an. Inzwischen haben rund 81 Prozent der 6- bis 13-jährigen Kinder Computererfahrung. Das sind fast fünf Millionen Schüler in Deutschland. Knapp Dreiviertel der Kinder waren bereits online. 32 Prozent nutzen sogar täglich das Internet.

Deutliches Plus: Durchschnittlich 16 Prozent mehr als im Vorjahr geben die Eltern für jedes Kind zum Schulanfang 2011 aus.
Deutliches Plus: Durchschnittlich 16 Prozent mehr als im Vorjahr geben die Eltern für jedes Kind zum Schulanfang 2011 aus.

Der Onlinekauf gehört oft schon zum Alltag

Offensichtlich gehört es inzwischen für jede zweite Familie zum Alltag, nicht nur Bücher und Elektronik, sondern auch Lebensmittel und Artikel für den Schulanfang im Internet zu kaufen. Während im vergangen Jahr rund 40 Prozent der befragten Eltern die Bereitschaft signalisierten, Schulranzen im Internet zu erwerben, sind es in diesem Jahr bereits 51 Prozent der Eltern, wie die aktuelle Erhebung der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zeigt. Die Studie „Schulprodukte 2011“ analysiert die Wichtigkeit des Markenvertrauens in Relation zu anderen Kriterien beim Kauf von Schulprodukten. Dazu wurden neben den Eltern von ABC-Schützen auch 681 Eltern von Grundschülern und 324 Kinder zwischen zehn und 14 Jahren befragt. Deutlich wird, dass es vor allem die Schulranzen sind, die mehr als die Hälfte der Eltern online kaufen würden. Auch bei Stiften ist ein deutlicher Trend zum Onlineshopping erkennbar: Waren es 2010 nur 26 Prozent der Eltern, die im Internet Stifte erwerben wollten, so sind es in diesem Jahr 34 Prozent. Der Anteil der Konsumenten, die Hefte und Blöcke online kaufen möchten, liegt unverändert bei 23 Prozent. Insgesamt gaben die Eltern zum Schulstart 2011 rund 16 Prozent mehr aus. Durchschnittlich 215 Euro zahlten sie laut Untersuchung für die Ausstattung der ABC-Schützen mit Schulmaterial. Nur ein Jahr zuvor lag der Betrag noch bei 185 Euro.

Die Anzahl der Onlineshopper nimmt zu: Mehr als die Hälte der Eltern ist bereit, Schulbedarf im Internet zu kaufen.
Die Anzahl der Onlineshopper nimmt zu: Mehr als die Hälte der Eltern ist bereit, Schulbedarf im Internet zu kaufen.

Kinder mit steigenden „Taschengeld-Einnahmen“

Aber nicht nur die Eltern sind bereit, für die Ausstattung des Nachwuchses tiefer in die Tasche zu greifen, auch die Kinder profitieren offensichtlich von der positiven wirtschaftlichen Gesamtentwicklung im letzten Jahr. Die aktuelle Kidsverbraucheranalyse, die erstmals auch Vorschulkinder betrachtet, bestätigt, dass bereits viele 4- bis 5-Jährige Kindergartenkinder über eigene Geldmittel verfügen. Im Durchschnitt summieren sich die Geldgeschenke an Geburts- und Feiertagen bei Vorschulkindern auf 190 Euro im Jahr. Bereits die Hälfte der Kinder dieser Altersgruppe verfügt über durchschnittlich 12 Euro Taschengeld im Monat. Auch für die 6- bis 13-Jährigen gab es nach zwei Jahren mit rückläufigen Einnahmen wieder mehr Geld. Das Taschengeld für diese Altersgruppe liegt bei durchschnittlich 24,80 Euro und erreicht damit fast den Höchststand von 25 Euro im Jahr 2008. Mit den Geldgeschenken zum Geburtstag, zu Weihnachten und Ostern haben die Mädchen und Jungen durchschnittlich rund 197 Euro im Jahr zur Verfügung.

Mindestens bis 2015 ist mit sinkenden Schülerzahlen zu rechnen

Dem deutlich gestiegenen Budget pro Kopf steht jedoch eine immer geringere Zahl an Kindern geben über. Insgesamt besuchten in Deutschland im vergangen Schuljahr nur noch 11,5 Millionen Schülerinnen und Schüler allgemeinbildende und berufliche Schulen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist das ein Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2009/10. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten vier Jahren voraussichtlich fortsetzen. Mindestens bis zum Jahr 2015 ist mit weniger Schulanfängern zu rechnen. Während 1995 rund 976 000 ABC-Schützen eingeschult wurden, waren es zu Beginn des Schuljahrs 2010/2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nur noch 716 900 Schulanfänger. Eine Kehrtwende ist frühestens ab 2016 in Sicht. Nachdem die Geburtenrate mehre Jahre in Folge abgenommen hat, ist 2010 auf Basis der vorläufigen Zahlen, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat, erstmals wieder ein kleiner Geburtenanstieg erkennbar.

www.gfkps.com

www.egmont.de

www.destatis.de

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