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Gerade im Weihnachtsgeschäft wurde wieder viel online bestellt. Der stationäre Spielwaren-Fachhandel ist einer aktuellen Erhebung des BVS zu folge dennoch bei den deutschen Konsumenten sehr beliebt; vorausgesetzt das Angebot und der Service stimmt.

Informationen für den Fachhandel: Aktuelle Strömungen, Neuheiten und Wissen werden auf der Nürnberger Spielwarenmesse in der neuen Halle 3A präsentiert.
Informationen für den Fachhandel: Aktuelle Strömungen, Neuheiten und Wissen werden auf der Nürnberger Spielwarenmesse in der neuen Halle 3A präsentiert.

Der Druck nimmt zu: Immer mehr Konsumenten ordern Spielwaren im Internet. Im Vergleich zum Gesamtmarkt wächst dieser Vertriebsweg überdurchschnittlich – wenn auch zuletzt langsamer. Von diesem Wachstum profitieren zum einen sogenannte „Pure Player“, aber auch stationäre Fachhändler mit Internetshop. Mit einer Multi-Channel-Strategie können hier die Stärken der Geschäfte vor Ort mit den Vorteilen eines Onlineshops verbunden werden.

Aktuell erreicht der Vertriebsweg Internet nach Angaben des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) einen Marktanteil von 27 Prozent. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. „Jeder moderne Händler ist irgendwie online – ob ‚nur‘ bei Facebook oder mit einem professionellem Web-shop. Die Präsenz im Internet hat für viele Händler auch Zubringerfunktion für das stationäre Geschäft. Deshalb investieren die Händler verstärkt in ihre Online-Aktivitäten“, bestätigt Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels. Häufig zeige sich auch, dass Kunden über das Internet nur erfahren wollen, wann ein Geschäft geöffnet hat oder ob bestimmte Sortimente geführt werden. Beim persönlichen Gespräch im Fachgeschäft könne dann die Beratung erfolgen, beispielsweise, welches Produkt für welches Alter am besten passt.

Willy Fischel, Geschäftsführer Bundesverband Spielwaren-Einzelhandel (BVS)
Willy Fischel, Geschäftsführer Bundesverband Spielwaren-Einzelhandel (BVS)

Noch geben die Deutschen, das zeigt auch die Erhebung des BVS, am meisten Geld im stationären Spielwaren-Fachhandel aus. Im vergangenen Jahr konnte dieser Vertriebsweg seinen Marktanteil mit knapp 38 Prozent halten. Der Wettbewerbs- und Preisdruck bleibt allerdings enorm und fordert die Unternehmen heraus: Kunden, die ein Ladengeschäft besuchen, erwarten zumeist etwas Besonderes. Hier ist der Handel gefordert, Mehrwerte zu bieten. Händler können ihre Kunden zu Events und Wettbewerben einladen oder spezielle Services offerieren. Die Spannbreite reicht vom Teddytreff über die Geburtstagskiste bis zum Bringservice. Eigenmarken und Exklusivartikel können Kunden zusätzliche Geschenkideen liefern. Spielwarenaffine Sortimente wie Geschenk-, Buch-, Schreib- und Schulartikel, aber auch Kindertextilien und Babyartikel runden inzwischen das Sortiment vieler Spielwarenhändler ab.

Neue TrendGallery

Vor diesem Hintergrund bietet die Spielwarenmesse vom 29. Januar bis zum 3. Februar wieder vielfältige Anregungen. Besonders interessant für den Fachhandel ist in diesem Jahr die TrendGallery in der neuen Halle 3A, die nach über einem Jahr Bauzeit zur Messe 2014 eröffnet wird. Erstmals werden dort die kommenden Trends und Produktneuheiten auf einer gemeinsamen Fläche vorgestellt. Neben Produktpräsentationen finden in der 1000 m² großen TrendGallery Vorträge und Führungen statt. Von Mittwoch bis Sonntag erläutern die beiden Trend-Experten Reyne Rice (USA) und Dr. Maria Costa (Spanien) die einzelnen Trendbereiche und stellen Produkte vor. Zusätzlich bieten Aussteller Live-Aktionen an. Um die globalen Spielwarentrends zu überblicken, haben die Veranstalter ein internationales TrendCommittee berufen, das vier Trendströmungen ausgemacht hat.

Die aktuellen Trends

Viele Eltern achten heutzutage verstärkt auf den Lerneffekt von Spielwaren. Sie möchten spielerisch die „Life Skills“ ihrer Kinder fördern. Beim Gärtnern, Nähen, Handwerken, Kochen oder Arzt spielen sollen diese Spielwaren wichtige Werte vermitteln und die Kinder auf das Leben vorbereiten.

2013 gaben die Deutschen, nach einer Schätzung des BVS, rund 3 Prozent mehr Geld für Spielzeug aus als im Vorjahr.
2013 gaben die Deutschen, nach einer Schätzung des BVS, rund 3 Prozent mehr Geld für Spielzeug aus als im Vorjahr.

Spielwaren und Helden, die Erwachsene aus ihrer Kindheit kennen, erleben bei „Retromania“ ein Revival. Eltern schenken ihren Kindern gerne Spielwaren, mit denen sie selbst positive Kindheitserinnerungen verbinden. Dabei sind die aktuellen Spielwaren oftmals mit neuen Raffinessen ausgestattet.

Mit zunehmender Urbanisierung verkleinert sich der Wohnraum, während gleichzeitig die Mobilität wächst. „Mini is King“ stellt Produkte und speziell Spiele vor besondere Herausforderungen. Sie werden immer öfter in ihrer Größe reduziert, damit sie mobiler und transportabler sind.

Trotz zunehmendem Online-Geschäft ist der stationäre Spiewarenfachhandel bei Kunden beliebt: Er konnte im letzten Jahr seinen Marktanteil von knapp 38 Prozent halten.
Trotz zunehmendem Online-Geschäft ist der stationäre Spiewarenfachhandel bei Kunden beliebt: Er konnte im letzten Jahr seinen Marktanteil von knapp 38 Prozent halten.

Die Grenze zwischen realer und virtueller Welt verschwimmt weiter und die Spielwarenbranche erobert sich mit den „TechToys“ neue Spielräume. Sie schafft aus traditionellen Spielen und digitalen Sphären spannende Spielekombinationen, die nicht nur Kinder in ihren Bann ziehen sollen.

www.bvt-ev.de

www.spielwarenmesse.de

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