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Die Einschulung als Event

Die Zahl der Kinder nimmt weiter ab. Gleichzeitig erfährt der Schulstart mehr und mehr Aufmerksamkeit. Mit pfiffigen Ideen können PBS-Fachhändler von dieser Entwicklung profitieren.

Der erste Schultag war schon immer etwas Besonderes. Zunehmend zelebriert jedoch die gesamte Familie das Ereignis. Wurden früher häufig mehrere Geschwister im Laufe der Jahre eingeschult, fokussiert sich heute nicht selten das Interesse auf den einzigen Spross der Familie: Klasse statt Masse. Auch in den nächsten Jahren ist mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung zu rechnen. Die Prognosen sind düster: Die Zahl der Schüler sinkt weiter. Mitte Juni haben die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder und das Bundesministerium für Bildung und Forschung gemeinsam den von unabhängigen Experten erarbeiteten Bericht „Bildung in Deutschland 2010“ vorgestellt. Demnach wird die Gesellschaft weiter altern. Es wird erwartet, dass der Anteil der über 65-Jährigen um 21 Prozent zunimmt. Gleichzeitig ist bis 2015 mit einem Rückgang der Schülerzahl um rund 15 Prozent zu rechnen.

Derzeit besuchen 11,7 Millionen Schüler in Deutschland allgemeinbildende und berufliche Schulen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden zu Beginn des laufenden Schuljahres 2009/10 in Deutschland 734 350 Kinder eingeschult. Das waren 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Am stärksten ging die Zahl der Schulanfänger in Rheinland-Pfalz (– 7,3 %), Hessen (– 4,5 %) und Niedersachsen (– 4,0 %) zurück. Dagegen stieg die Zahl der ABC-Schützen in Nordrhein-Westfalen stark an (+ 7,3 %). Der Zuwachs resultierte aber in erster Linie daraus, dass der Einschulungsstichtag im Jahr 2009 vom 30. Juni auf den 31. Juli verschoben wurde.

Vor allem im Vergleich zu 1999 zeigt sich das wahre Ausmaß: Die Zahl der Einschulungen hat innerhalb von zehn Jahren um 12 Prozent abgenommen. Gleichzeitig stieg das Interesse, den ersten Schultag zu einem ganz besonderen Tag zu machen. Damit bieten sich zahlreiche Chancen für PBS-Fachhändler, die Kunden mit ansprechenden Aktionen in das Ladengeschäft zu locken. Ideenreichtum ist hier gefragt. Attraktive Marketingaktionen werden von der Industrie und dem Großhandel angeboten, allerdings zumeist mit langen Vorlaufzeiten. Aber auch für Kurzentschlossene gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten, aktiv zu werden.

Beratung und Verkauf vor Ort: Beate Ötzel mit ihrem Stand auf dem Schulhof der Grundschule Hundelshausen
Beratung und Verkauf vor Ort: Beate Ötzel mit ihrem Stand auf dem Schulhof der Grundschule Hundelshausen

Thomas Körbel, PBS-Fachhändler aus Frankfurt, setzt auf die Kooperation mit Kindergärten. Die Plakate für seine 20-Prozent-Rabatt-Aktion platzierte er am schwarzen Brett der Einrichtung. Die Streuverluste sind gering, er erreicht damit die Zielgruppe annähernd zu 100 Prozent. Und der Aufwand ist überschaubar. Die Voraussetzung ist allerdings eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Kindertagesstätte – oder mit der Grundschule, wie die Aktion von Beate Ötzel zeigt. Die Inhaberin von Beates Stöberstübchen organisierte das Event „Sicher und fit in die Schule“ auf dem Schulhof der Grundschule in Hundelshausen. Besonders wichtig war dabei die Einbeziehung von Dienstleistern und Fachgeschäften anderer Branchen.

Stadtteilfeste oder verkaufsoffene Sonntage können ebenfalls für eigene Aktionen und das Angebot von Produkten zum Schulstart genutzt werden. Auch ein Fotoshooting in Kooperation mit einem Fotografen bietet sich als attraktives Event im Ladengeschäft oder Fachmarkt an. Darüber hinaus können Mal- oder Vorlesewettbewerbe sowie Gewinnspiele für eine höhere Kundenfrequenz und eine größere Aufmerksamkeit sorgen. Mitentscheidend für den Erfolg ist eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit. Die Einbeziehung der regionalen und der Fachpresse sowie die konsequente Nutzung des Internets sind dabei unverzichtbar.

Das weiß auch Claudia Leimert, Geschäftsführerin bei Georg Mattheus. Eine Woche vor Ferienbeginn hat sie den Soennecken-Schulprospekt als Beilage in der regionalen Zeitung veröffentlicht. Die Marketingunterstützung seitens der Industrie sei gut, erklärt Claudia Leimert. „Wünschenswert wären allerdings Sortimente, die dem Fachhandel vorbehalten sind.“ Bereits zweimal gehörte Georg Mattheus mit seinen Aktivitäten zu den Gewinnern der „Goldenen Schultüte“. „Auch Bundle-Aktionen, die einen Zusatznutzen für den Kunden bieten wie beispielsweise Buntstifte und ein Malblock“, hält sie für sinnvoll.

Das Grünberger Fachgeschäft TFF Papierwelt hat es mit seiner Schulranzenparty „Six to Sixteen“ ebenfalls auf das Siegertreppchen bei dem vom Bundesverband Bürowirtschaft ausgerichteten Wettbewerb geschafft. Auf der Paperworld in Frankfurt durfte das Geschäftsführer-Ehepaar Sigmund die „Goldene Schultüte“ entgegennehmen. Die Schulranzenparty fand auf 2500 m2 mit 500 verschiedenen Ranzen statt. Im Vorfeld wurden über 130 Kindergärten und 120 Schulen kontaktiert. Insgesamt kamen rund 1700 Besucher. Das Besondere für die Jury waren die Voraussetzungen: Das Geschäft ist mit 170 m2 und fünf Mitarbeitern – davon nur zwei Ganztagskräfte – relativ klein. Der wirtschaftliche Erfolg war dennoch sehr beeindruckend, denn an einem Wochenende wurde ein Monatsumsatz erzielt.

Lars Keller von Kern Büro & Buch hat die Schülermesse „school“ ins Leben gerufen. Bewusst richtet sich das Angebot nicht nur an Schulanfänger, sondern auch an ältere Kinder und Jugendliche.

Auch die Papeterie Bathelt in Haar wurde in diesem Jahr für ihre Schulanfangsaktion mit der „Goldenen Schultüte“ ausgezeichnet. Die Idee „Gewinne mit deiner Eins im Zeugnis/gute Noten zahlen sich aus“ belohnt gute Leistungen in der Schule. Für jede „Eins“ konnten Schüler ein Los ziehen. 500 Lose haben ein Mountainbike, Skateboards oder Spiele gewonnen. Damit wurden 800 Schüler erreicht, und der Umsatz im Schulbereich konnte deutlich gesteigert werden.

Friedrich Viehausen aus Erkelenz griff die Idee der „Aktions-Coupons“ eines großen Fast-Food-Anbieters auf. Der Schulprospekt 2009 wurde durch diese Coupons ersetzt und in einer Auflage von 33 000 Blättern über die Sonntagszeitung in Erkelenz und Wegberg gestreut.

Einen durchschlagenden Erfolg hatte die „Schultütenaktion mit Schultütenwettbewerb“ von Staples, die in allen Filialen Deutschlands durchgeführt wurde. Die Schultüten konnten bis zehn Tage vor dem Termin abgegeben und einige Tage danach gratis gefüllt wieder abgeholt werden. Alle Tüten, die selbstgebastelt waren, haben an einem Wettbewerb teilgenommen. In jeder Filiale wurde ein Sieger ausgewählt, der einen ergonomischen Ballstuhl erhielt. Pro Tüte leistete Staples eine Spende an den Kinderschutzbund. Die Ladenfrequenz wurde geschickt dadurch erhöht, dass die Kinder zweimal in das Geschäft kommen mussten.

www.destatis.de

www.bildungsbericht.de

www.bwb-online.de

www.mattheus-buero.de

www.tff.de

www.kern24.de

www.papeterien.de

www.viehausen.de

www.staples.de

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