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Mehr Geld für weniger Kinder

Während die Zahl der Schulanfänger nahezu konstant geblieben ist, sind die Ausgaben zum Schulstart im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen. Eine aktuelle Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung ergab, dass Eltern durchschnittlich 238 Euro einplanen.

689 700 Kinder wurden im vergangen Jahr eingeschult, das sind 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn erstmals seit 18 Jahren die Zahl der Schulanfänger nicht weiter gesunken ist, muss sich der Handel auf immer weniger Schüler einstellen. So waren es zum Schulbeginn 1995/1996 noch 953 000 Kinder, die in die erste Klasse kamen. Damit ist die Zahl der Schulanfänger um durchschnittlich zwei Prozent pro Jahr gesunken. Die Angaben des statistischen Bundesamts zeigen, dass es zwischen dem früherem Bundesgebiet und den neuen Ländern jedoch Unterschiede gibt: In einigen Bundesländern nahm die Zahl der Schüler zu, so in Berlin (4,6 Prozent), in Sachsen (3,2 Prozent), in Sachsen-Anhalt (3 Prozent) und Hamburg (3 Prozent). Der Rückgang in Niedersachsen um fünf Prozent ist vor allem auf die Verschiebung des Einschulungsstichtags im vergangenen Jahr zurückzuführen.

Insgesamt besuchten im Schuljahr 2012/2013 rund 11,3 Millionen Schüler eine allgemeinbildende oder berufliche Schule. 1998/99 gab es noch 12,7 Millionen Schüler.

Informationsbeschaffung vor dem Kauf

Wenn die Kinder in die Schule kommen, beginnt für viele Familien ein neuer Lebensabschnitt. Dabei ist der Schulanfang für Eltern eine nicht unerhebliche Investition. Die Ausgaben zum Schulstart sind im Vergleich zu den Vorjahren weiter deutlich angestiegen. Durchschnittlich 238 Euro wollen Eltern derzeit für Schreibwaren und weitere Produkte zum Schulanfang für jedes neu eingeschulte Kind ausgeben, so das Ergebnis einer Erhebung der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Gegenüber der vorigen Untersuchung im Jahr 2011 entspricht dies einer Steigerung von fünf Prozent.

Anna hatte eine eigene Schultüte – hier im Bild mit Beate Oetzel, Inhaberin von Beates Stöberstübchen in Witzenhausen. Manche Kinder „erben“ auch das Modell von den großen Geschwistern.
Anna hatte eine eigene Schultüte – hier im Bild mit Beate Oetzel, Inhaberin von Beates Stöberstübchen in Witzenhausen. Manche Kinder „erben“ auch das Modell von den großen Geschwistern.

80 Prozent der Eltern hatten beispielsweise im Juni bereits eigens für den Schulanfang ihres Kindes einen Schulranzen und ein Mäppchen angeschafft. Bevor die Schulprodukte gekauft werden, versuchen sich viele Kunden auf unterschiedlichste Weise zu informieren. Interessant ist dabei die Wechselwirkung zwischen der Information über ein Produkt, die im stationären Handel oder online erfolgen kann und dem anschließenden Kauf im Internet oder im Geschäft. Besonders hoch ist diese Quote bei informationsstarken Warengruppen wie Schulranzen, Rucksäcken und Füllern. So erkundigen sich 95 Prozent der Eltern von Schulanfängern vor dem Kauf eines Schulranzens und 80 Prozent vor dem Kauf eines Schulfüllers über das Produktangebot. Während bei Stiften und Schulfüllern der Anteil der Konsumenten, die diese Produkte im Internet kaufen auf einem geringen Niveau von rund fünf Prozent liegt, zeigt sich bei den Schulranzen und Schulrucksäcken ein anderes Bild: Hier informiert sich jeder Zehnte über den Schulranzen im Geschäft, kauft diesen dann jedoch online. Jeder Fünfte macht sich über Schulranzen im Internet kundig und kauft auch in einem Online-Shop.

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Trend zu Schultütenrecycling

85 Prozent der Eltern von Schulanfängern planen den Kauf einer Schultüte extra für den Schulanfang, das heißt aber auch: Jeder zehnte Schulanfänger wird eine bereits vorhandene Schultüte nutzen. Betrachtet man die Haushaltsgröße der Familien, die keine Neuanschaffung einer Schultüte planen, sind dies vor allem Haushalte mit mindestens vier Personen. In der Befragung zum Schulanfang im Jahr 2011 gaben neun Prozent der Befragten an, dass die Schultüte nicht extra zum Schulstart des Kindes gekauft wurde, im Jahr 2013 waren es bereits 13 Prozent.

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