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Nachwuchs dringend gesucht

Qualifizierter Nachwuchs ist rar. Geeignete Ausbildungskonzepte sind deshalb mehr gefragt denn je. Innovative Lösungen bieten Hersteller wie Ricoh, aber auch Verbundgruppen wie die Computer Compass Gruppe.

„In einer guten Partnerschaft profitieren stets beide Seiten”, meint Heinz-Gunter Kursawe, Chief Manager der Ricoh „Linc Academy”.
„In einer guten Partnerschaft profitieren stets beide Seiten”, meint Heinz-Gunter Kursawe, Chief Manager der Ricoh „Linc Academy”.

„In einer guten Partnerschaft profitieren stets beide Seiten”, meint Heinz-Gunter Kursawe, Chief Manager der Ricoh „Linc Academy”.Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich 2008 leicht entspannt. Und so wird es nach Informationen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) voraussichtlich erstmals wieder mehr Lehrstellen geben als Bewerber. Dem Fachkräftemangel gerade in den technischen Berufen bietet diese Tatsache allein dennoch keinen Einhalt. Zwar liegt nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um mehr als sechs Prozent höher als vor einem Jahr. Dennoch befürchtet Verbandspräsident Otto Kentzler, dass viele Schulabgänger nicht ausreichend qualifiziert sind und vor allem Lehrstellen in technischen Berufen nicht besetzt werden können. Gerade dort werden qualifizierte Nachwuchskräfte mehr gesucht denn je. Innovative Konzepte bieten Hersteller wie Ricoh oder die Computer Compass Gruppe, die ein Ausbildungskonzept für den Vertriebsnachwuchs entwickelt hat.

Von der Partnerschaft profitieren beide Seiten Die Ricoh „Linc Academy” beziehungsweise der Vorgänger, die „NRG Academy”, ist 2001 mit dem Ziel, ein bereichsübergreifendes Aus- und Fortbildungszentrum zu schaffen, entstanden. Die Kernbereiche der „Linc Academy”, die 2007 bei der CompTIA Breakaway Europe Konferenz als „Best Practice” ausgezeichnet wurde, sind Personalentwicklung, Ausbildung und Weiterbildung. Im Durchschnitt sind über 135 der 1600 Ricoh-Mitarbeiter Auszubildende. Damit ist der Hersteller der größte Ausbildungsbetrieb seiner Branche in Norddeutschland. Die Zahl der Auszubildenden ist nach Ansicht des Herstellers ein Zeichen für den hohen Stellenwert der Ausbildung und das gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein des Unternehmens. In den vergangenen Jahren hat der Outputspezialist regelmäßig mehr als 90 Prozent der Auszubildenden übernommen.

„Mit der ,Linc Academy’ liefert Ricoh eines der hochwertigsten Tools im Fachhandel“, erklärt Normen Herting, Geschäftsführer beim Otterndorfer Unternehmen Prüfer + Herting.
„Mit der ,Linc Academy’ liefert Ricoh eines der hochwertigsten Tools im Fachhandel“, erklärt Normen Herting, Geschäftsführer beim Otterndorfer Unternehmen Prüfer + Herting.

„Mit der ,Linc Academy’ liefert Ricoh eines der hochwertigsten Tools im Fachhandel“, erklärt Normen Herting, Geschäftsführer beim Otterndorfer Unternehmen Prüfer + Herting.Zum 1. August bietet der Hersteller neben Ausbildungsplätzen zum Informationselektroniker mit Fachrichtung Bürosystemtechnik, Groß- und Außenhandelskaufmann, als Fachkraft für Lagerlogistik und zum „Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik“ zum ersten Mal auch den Ausbildungsgang IT-Systemkaufmann an. Im Ausbildungsberuf Informationselektroniker mit Fachrichtung Bürosystemtechnik eröffnet der Hersteller Fachhändlern die Möglichkeit, Nachwuchskräfte ausbilden zu lassen. Zum 1. August werden etwa zehn Auszubildende von Fachhändlern ihre Ausbildung am zentralen Ausbildungsstandort in Hannover beginnen, wo Berufsschule, überbetriebliche Lehrgänge und Prüfungen stattfinden. Die Praxisphasen im Kundendienst absolviert der Auszubildende im Fachhandelsbetrieb.

Erfahrung mit der Aus- und Weiterbildung von Ricoh hat der Bürofachhändler Prüfer & Herting. Zurzeit gibt es dort zwanzig Beschäftigte, darunter vier Auszubildende, zwei davon im kaufmännischen, zwei im technischen Bereich. „Die Themen Aus- und Weiterbildung sind bei uns sehr wichtig“, erklärt Normen Herting, Geschäftführer beim Otterndorfer Unternehmen. Um auf dem neuesten Stand zu sein, werden sowohl Auszubildende als auch Techniker in inner- und überbetrieblichen Lehrgängen fortgebildet und können bei bis zu zwei Mal im Monat stattfindenden Onlineprüfungen herstellereigene Bezeichnungen wie ,,Service Master“, ,,Connectivity Master“ und ,,Solution Master“ erreichen.

Florian Teyke, Auszubildender im dritten Lehrjahr bei Prüfer & Herting, ist mit den Erfahrungens seiner Lehrzeit zufrieden und meint: „Eine derart qualifizierte Ausbildung erlebt man selten.”
Florian Teyke, Auszubildender im dritten Lehrjahr bei Prüfer & Herting, ist mit den Erfahrungens seiner Lehrzeit zufrieden und meint: „Eine derart qualifizierte Ausbildung erlebt man selten.”

Florian Teyke, Auszubildender im dritten Lehrjahr bei Prüfer & Herting, ist mit den Erfahrungens seiner Lehrzeit zufrieden und meint: „Eine derart qualifizierte Ausbildung erlebt man selten.”Einer der Auszubildenden ist Florian Teyke, der sich im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Informationstechniker Fachrichtung Bürosysteme befindet. „Um den Beruf ausüben zu können, sind gute EDV-Kenntnisse ebenso von Vorteil wie eine kundenorientierte Kommunikation und Belastbarkeit”, weiß der angehende Informationselektroniker, der mit den Erfahrungen und seiner Ausbildung sehr zufrieden ist und jederzeit „denselben Weg gehen würde“. Eine derart qualifizierte Ausbildung erlebe man selten, meint Teyke. „Die Verantwortung, die einem gegeben wird, sollte man nicht unterschätzen, und wer gute Leistung bringt, wird auch dementsprechend angesehen und dem werden neue Aufgaben zugeteilt.”

Ein weiterer Auszubildender soll nun ab August gemeinsam mit Ricoh ausgebildet werden. Das Besondere sei, dass der Auszubildende seinen Vertrag beim Fachhändler hat, aber im ersten Lehrjahr beim Hersteller ausgebildet werde, erklärt Herting. Dies bringe ein immens großes theoretisches Wissen, „das der Fachhändler einem Auszubildenden so gar nicht bieten kann.“ Ricoh biete eine sehr gute Aus- und Weiterbildung. Diese koste den Händler zwar Geld, sei aber eines der „hochwertigsten Tools“ im Fachhandel, schwärmt Herting.

Workshop bei der technischen Ausbildung: An der „Linc Academy” von Ricoh in Hannover wird der Nachwuchs auf den Berufsalltag vorbereitet.
Workshop bei der technischen Ausbildung: An der „Linc Academy” von Ricoh in Hannover wird der Nachwuchs auf den Berufsalltag vorbereitet.

Workshop bei der technischen Ausbildung: An der „Linc Academy” von Ricoh in Hannover wird der Nachwuchs auf den Berufsalltag vorbereitet.„In einer guten Partnerschaft profitieren stets beide Seiten. Deshalb ist es uns wichtig, bewährte Konzepte mit unseren Partnern zu teilen. Das gilt besonders für die Berufsausbildung und Personalentwicklung. Im Ausbildungsverbund können Fachhändler bei der technischen Ausbildung voll und ganz auf die Programme und Dienstleistungen der Linc Academy zurückgreifen“, erzählt Heinz-Gunter Kursawe, Chief Manager der Ricoh Linc Academy. „Was Ricoh dem Fachhandel an dieser Stelle bietet, ist einzigartig am Markt."

„Die Branche ändert sich dramatisch, und wir brauchen dringend Fachkräfte“, weiß Torsten Trunkl, Geschäftsführer beim Merziger Händler Regler Druck + Kopiersysteme.
„Die Branche ändert sich dramatisch, und wir brauchen dringend Fachkräfte“, weiß Torsten Trunkl, Geschäftsführer beim Merziger Händler Regler Druck + Kopiersysteme.

Career & Study „Die Branche ändert sich dramatisch, und wir brauchen dringend Fachkräfte“, weiß Torsten Trunkl, Geschäftsführer beim Merziger Händler Regler Druck + Kopiersysteme.Ein ganz anderer, dennoch nicht minder wichtiger Bereich ist die Ausbildung qualifizierten Nachwuchses im Vertrieb. Ein innovatives Ausbildungskonzept bietet hier die Computer Compass Gruppe. Die Unternehmen der Gruppe haben auf den drohenden Fachkräftemangel reagiert und das Konzept „Career & Study“ eingeführt. Dabei soll der Nachwuchs über ein berufsbegleitendes Studium auf die Fach- und Führungsaufgaben in Unternehmen vorbereitet werden. In dreieinhalb Jahren absolvieren die Mitarbeiter ein klassisches BWL-Studium mit dem anerkannten Abschluss Bachelor und können sich dabei in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Projektmanagement spezialisieren – alles bei gleichzeitiger Vollzeit-Tätigkeit in einem mittelständischen Unternehmen. Dies ermöglicht ein speziell entwickeltes didaktisch-methodisches Konzept, das in Zusammenarbeit mit der Compass Gruppe und dem Institut für Controlling Prof. Dr. Ebert entwickelt wurde. Die Organisation übernimmt die neu gegründete „Compass Akademie“. Die Unternehmen unterstützen die Initiative und stellen Stipendien im Wert von über 700 000 Euro zur Verfügung. Neben den Studienkosten erhalten die Mitarbeiter somit eine entsprechende Vergütung. Mit beim Ausbildungsprogramm sind bereits zahlreiche an die Verbundgruppe angeschlossene IT-Systemhäuser sowie Paper-Output-Spezialisten, darunter auch das saarländische Unternehmen Regler Druck + Kopiersysteme. „Die Branche ändert sich dramatisch, und wir brauchen dringend Fachkräfte“, weiß Torsten Trunkl, Geschäftsführer beim Merziger Händler, der seit April Sebastian Grub als neuen Nachwuchsmitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen habe qualifizierten Vertriebsnachwuchs gesucht und eine entsprechende Stelle ausgeschrieben. Im ersten Schritt sei es wichtig gewesen, jemanden zu finden, der sich entwickeln und später auch Führungsaufgaben übernehmen will, erzählt Trunkl.

„Career & Study” biete eine gute Möglichkeit, Theorie und Praxis zu verknüpfen, meint Sebastian Grub von Regler Druck + Kopiersysteme.
„Career & Study” biete eine gute Möglichkeit, Theorie und Praxis zu verknüpfen, meint Sebastian Grub von Regler Druck + Kopiersysteme.

„Career & Study” biete eine gute Möglichkeit, Theorie und Praxis zu verknüpfen, meint Sebastian Grub von Regler Druck + Kopiersysteme.Zu Beginn seines sechsmonatigen innerbetrieblichen Trainee-Programms hat Grub, der sich gegen zahlreiche Mitbewerber durchsetzen konnte, einen Einblick in das Unternehmen bekommen und konnte sich ersten Herausforderungen stellen. „Zum Einstieg war ich zur Schulung bei einem Sharp-Partner in München“, berichtet der junge Mann, der sich bereits nach kurzer Zeit in der Akquise neuer Kunden versuchen konnte. Ab Juni soll der angehende Vertriebsprofi bereits ein eigenes Vertriebsgebiet bekommen, bevor im September das berufsbegleitende Studium startet. „Ich habe mich für diese Art der Ausbildung entschieden, weil es sich nicht nur um eine theoretische Ausbildung handelt, sondern ein sehr starker Praxisbezug vorhanden ist“, erklärt Grub. Außerdem bekomme er schon während des Studiums ein Gehalt und habe nach der Ausbildung eine feste Arbeitstelle. Ein weiterer Punkt ist, dass man im Unternehmen einen festen Mentor hat, der bei Fragen und Problemen weiterhilft, meint der Trainee. Auch für die Zukunft hat Grub noch einiges vor. Ein weiteres Ziel könne ein aufbauendes Masterstudium sein. Als berufliches Ziel kann sich der junge Mann aber auch eine Führungsaufgabe bei Regler Druck + Kopiersysteme vorstellen. „Dafür werde ich auch hoffentlich auf Fähigkeiten in den Bereichen Menschenführung, Business-Englisch und anderen zurückgreifen können.“

www.ricoh.de, www.regler-kopiersysteme.de, www.pruefer-herting.de, www.computercompass.de

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