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Zwischenbilanz am Südkreuz

Die Berliner Iden-Unternehmensgruppe setzt weiter auf Expansion. Mit Firmenchef Hans Jörg Iden sprachen wir über die Marktentwicklung, die nächsten Schritte und zogen eine erste Zwischenbilanz der neuen Systemzentrale am Südkreuz.

Weiter auf Expansionskurs: Die Berliner Iden-Gruppe intensiviert in diesem Jahr von der neuen Systemzentrale am Südkreuz aus die Marktbearbeitung.
Weiter auf Expansionskurs: Die Berliner Iden-Gruppe intensiviert in diesem Jahr von der neuen Systemzentrale am Südkreuz aus die Marktbearbeitung.

Herr Iden, die Eröffnung der neuen Iden-Systemzentrale am Berliner Südkreuz im vergangenen Jahr hatte für eine beachtliche Aufmerksamkeit gesorgt. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Die Entwicklung unseres neuesten Standortes Südkreuz war für unser Unternehmen ein sehr spannendes Projekt, das ein halbes Jahr nach der Eröffnung, wie geplant, die gesteckten Er-wartungen voll und ganz erfüllt. Unsere Verwaltung aus den beiden Berliner Betrieben sowie die Duo-Zentrale wurden im neuen Standort angesiedelt. Dadurch konnten wir erhebliche Synergieeffekte im Tagesgeschäft für unser Unternehmen nutzen. Nicht geplant war, dass der Standort Berlin-Spandau weiterhin konstante Umsätze generiert, weshalb dieser Standort mindestens bis 2011 von uns betrieben wird. Der Standort Berlin-Alboinplatz wurde, wie geplant, stillgelegt.

Und wie steht es mit der Kundenakzeptanz des neuen Großhandelsfachmarktes?

Hans Jörg Iden: „Die Zukunft gehört den Handelsunternehmen, die immer dort anzutreffen sind, wo der Verbraucher sie erwartet.“
Hans Jörg Iden: „Die Zukunft gehört den Handelsunternehmen, die immer dort anzutreffen sind, wo der Verbraucher sie erwartet.“

Wir haben am Südkreuz ein neues Preissystem eingeführt, das von den Stammkunden und den neu gewonnenen Kunden akzeptiert wurde. Im neuen Preissystem wurde zum Schutz der Fachhändler zusätzlich der GNP (Gewerblicher Nettopreis) eingeführt, der nur für gewerbliche Verbraucher gilt. Der GNP entspricht der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers abzüglich marktüblicher Rabatte. Unsere Fachhandelskunden aller Verbände wurden in unserem neuen Preissystem als Systemkunden hinterlegt, wodurch für sie die Listenpreise der Industrie gelten. Ferner erhalten die Systemkunden zehn Prozent Abholrabatt auf Bruttoartikel.

Am Südkreuz verfolgen Sie ein neues Konzept der Warenpräsentation. Wie sind die bisherigen Erfahrungen? Gibt es Veränderungsbedarf?

Wir haben in der Tat sowohl die Warenpräsentation geändert als auch neue Sortimente mit in unser Programm aufgenommen. Beide Punkte sollen dazu dienen, unseren Kunden neue Eindrücke und Ideen zu präsentieren. Auf den ersten Blick wurden die neuen Sortimente sehr gut angenommen. Jedoch werden wir, um die Attraktivität der Sortimente langfristig hoch zu halten, kontinuierlich daran arbeiten, unsere Sortimente zu hinterfragen und im nächsten Schritt diese zu überarbeiten, damit unsere Fachhändler auch zukünftig neue ansprechende Impulse beim Einkaufen in unserem Großhandelsfachmarkt erhalten.

Mit dem neuen Fachmarkt sollen gezielt auch gewerbliche Endkunden angesprochen werden. Konnte Iden von der Schließung der Cash & Carry-Märkte der Metro profitieren?

Es ist uns gelungen, mehr Neukunden für unseren Standort zu akquirieren als dies geplant war, von daher kann ich nicht ausschließen, dass wir auch von der Schließung der Metro-Märkte profitiert haben.

Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir uns über die Szenarien der Konjunkturkrise unterhalten; derzeit dreht sich alles um Aufschwung und Wachstum. Wie sind Ihre Erwartungen für die Iden-Gruppe in diesem Jahr?

In den vergangenen Jahren sind wir trotz der Krise, bei einigen Lieferanten sogar gegen den Markt, gewachsen. Daher planen wir ungeachtet des Aufschwungs für das Geschäftsjahr 2011 ein konservatives Wachstum von fünf Prozent für die Unternehmensgruppe Iden.

Das Internet erhält auch bei PBS-Produkten einen immer höheren Stellenwert, wie die Entwicklung bei Amazon, Thalia, Mercateo und anderen unterstreicht. Welche Auswirkungen hat dies auf den stationären PBS-Fachhandel?

Neueste Verbraucherbefragungen haben ergeben, dass Endkunden besonders bei der Recherche verstärkt das Internet einsetzen, dann aber nicht in jedem Fall bereit sind, über den Kanal Internet einzukaufen. Der Trend bewegt sich in die Richtung, dass der Handel auf allen multimedialen Kanälen für den Verbraucher ansprechbar sein sollte, wenn dieser seine Existenz langfristig sichern möchte.

Von der Warenpräsentation bis zum neuen Preissystem: Im Iden-Fachmarkt wurden in beiden Bereichen neue Konzepte ein- und umgesetzt.
Von der Warenpräsentation bis zum neuen Preissystem: Im Iden-Fachmarkt wurden in beiden Bereichen neue Konzepte ein- und umgesetzt.

Welche Empfehlungen können Sie geben?

Wir empfehlen dem Handel den Ausbau seines Internetgeschäftes bei gleichzeitigem stationärem Auftritt. Die Unternehmen, die sich nur auf den stationären Auftritt konzentrieren, werden zukünftig genauso Existenzprobleme bekommen wie Unternehmen, die sich nur auf das Internetgeschäft beschränken. Die Zukunft gehört nach modernsten Erkenntnissen den Unternehmen, die immer dort anzutreffen sind, wo der Verbraucher sie erwartet. Das setzt einen multimedialen Unternehmensauftritt in diversen Vertriebskanälen voraus.

In diesem Jahr steht bei Iden der Ausbau des Vertriebs ganz oben auf der Agenda. Welche Maßnahmen wird es geben?

Nachdem wir 2010 sehr viel Kraft und Energie in den Neubau Südkreuz investiert haben, werden wir 2011 wieder ein größeres Augenmerk auf die Bearbeitung der Märkte legen. Dazu haben wir bereits personelle Veränderungen arrangiert. Ferner wurden in den letzten drei Monaten über 50 neue Arbeitsplätze in der Unternehmensgruppe Iden geschaffen, um die Zukunft mit der notwendigen Aufmerksamkeit zu gestalten. Allein im Bereich des Außendienstes haben wir fünf neue Stellen zusätzlich besetzt. Ich denke, das zeigt die Richtung.

www.idena.de

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