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Soennecken plant „ambitioniert“

Auf dem inzwischen schon traditionellen Lieferantentag Anfang Dezember in der Overather Soennecken-Zentrale standen neben den Informationen zum aktuellen Geschäftsverlauf und den Planungen für 2013 weitere interessante Themen im Blickpunkt.

Große Resonanz: Rund 120 Repräsentanten aus der Industrie trafen sich auf dem „Soennecken Lieferantentag 2012“.
Große Resonanz: Rund 120 Repräsentanten aus der Industrie trafen sich auf dem „Soennecken Lieferantentag 2012“.

Laut Soennecken-Vorstandschef Benedikt Erdmann „werden die kommenden Jahre nicht einfach werden“. Dennoch sieht der Vorstand die Händlerkooperation gut aufgestellt und plant für das kommende Jahr im Umsatz mit den Vertragslieferanten ein Plus von 4,9 Prozent auf 472 Millionen Euro. Das Wachstum soll insbesondere im Streckengeschäft aus den Bereichen Bürobedarf (plus sieben Prozent), Bürotechnik (plus 4,7 Prozent) und Büroeinrichtungen (plus 3,6 Prozent) kommen. Von entscheidender Bedeutung sei dabei die Gewinnung neuer Mitglieder und Lieferanten. Im Privatkundengeschäft sieht Erdmann „aufgrund der weiter rückläufigen Kundenfrequenz in den Innenstädten grundlegende Strukturprobleme“ und damit eine schwierige Situation für Ladengeschäfte. Im Bereich Papeterie plant der Vorstand folglich ein verhaltenes Wachstum von 0,8 Prozent. Nicht ganz so optimistisch zeigt sich der Vorstand auch für die Entwicklung des Großhandelsgeschäftes LogServe. Für 2013 ist ein Umsatz von 109,8 Millionen Euro (plus 0,65 Prozent), und damit nahezu auf Vorjahresniveau, geplant. Das Fazit von Benedikt Erdmann zur Umsatzplanung: „In der Zentralregulierung ist die Planung ambitioniert, konjunkturelle Risiken sind nicht abgebildet. Bei LogServe müsste noch was drin sein.“ Insgesamt sieht Erdmann keine einfachen Zeiten kommen: „Die nächsten fünf Jahre werden nach meiner persönlichen Einschätzung die größte Herausforderung meiner Berufslaufbahn. Über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens wird die finanzielle und inhaltliche Substanz entscheiden.“

Interessante Themen inklusive

Vor rund 120 Repräsentanten wichtiger Lieferanten gab die Genossenschaft zu­dem einen Überblick über ihre umfangreichen Aktivitäten zur Unterstützung der Mitgliedsunternehmen. Die Botschaft: Soennecken ist eine kerngesunde Kooperation mit einer klaren Strategie und einem Serviceangebot, das entscheidend zum Markterfolg der Mitglieder beiträgt, so Vorstand Rainer Barth. Die Kooperation sei mit einer Eigenkapitalquote von knapp unter 40 Prozent und Top-Ratings ein „sicherer Hafen“. Entscheidend für den Erfolg sei nicht zuletzt, dass man bereits seit 2006 eine klare Expansionsstrategie verfolge. „Unsere Investitionen sind erfolgreich“, so Barth. So sei Soennecken nach dem Neubau des Logistikzentrums auf diesem Gebiet Qualitätsführer und habe ohne Ausfälle ihre gesamte IT runderneuert. Durch das hochprofessionelle E-Procurement-System der Genossenschaft, die Vorreiterrolle im Bereich Managed Print Services (MPS) und andere Aktivitäten – etwa im Marketing-Bereich – würden die Mitglieder gezielt gefördert.

Einen weiteren Schwerpunkt des Lieferantentages bildete das Thema Risikomanagement. Ralf Hausmann, kaufmännischer Leiter bei Soennecken, schilderte, welch enormen Aufwand die Kooperation betreibe, um wirtschaftliche Schieflagen von Mitgliedern frühzeitig zu erkennen und Forderungsverluste, Delkrederesperren und Insolvenzen zu vermeiden. Die Basis bilden dabei regelmäßige Rankings der Unternehmen, die aufgrund ihrer Umsatzhöhe ein maßgebliches Forderungsrisiko für Soennecken darstellen können. Wird bei einem Unternehmen eine Negativentwicklung offensichtlich, werden zu ihrer Beseitigung Experten aus allen Geschäftsbereichen der Soennecken hinzugezogen und alle Maßnahmen zielführend aufeinander abgestimmt. Allein 2012 habe man rund 1300 Beratertage in dieses Thema investiert, erklärte Hausmann. Würde es dennoch einmal nicht gelingen, den Händler im Markt zu halten, setze man alles daran, den Umsatz zu erhalten – etwa durch Komplettübernahme des Betriebs durch ein anderes Mitglied. Der Erfolg des frühzeitigen und außerordentlich umfangreichen Risikomanagements bei der Soennecken sei offensichtlich: „In den vergangenen fünf Jahren gab es keine nennenswerten Forderungsverluste“, bilanzierte Hausmann und fragte seine Zuhörer: „Ist Ihnen schon auf­gefallen, dass Delkrederesperren von Soennecken eher selten geworden sind?“

Informierten über aktuelle und zukünftige Projekte (von links): Rainer Barth, Ralf Hausmann, Christian Meyenburg, Margit Becker, Karlheinz Stiewi und Benedikt Erdmann
Informierten über aktuelle und zukünftige Projekte (von links): Rainer Barth, Ralf Hausmann, Christian Meyenburg, Margit Becker, Karlheinz Stiewi und Benedikt Erdmann

Ein weiteres spannendes Thema präsentierte Margit Becker, Geschäftsfeld­leiterin Einzelhandel, die interessante Er­gebnisse einer aktuellen Marktforschungsstudie zu den „Einflüssen der Online-Welt auf das Ladengeschäft“ vorstellte (vgl. Kasten auf der nächsten Seite). Darüber hinaus wurden mit Christian Meyenburg, Leiter Warengeschäft – Vertrieb und Einkauf, und Karlheinz Stiewi, Leiter Mitgliedermarketing, abschließend zwei neue Mitarbeiter in leitenden Positionen vorgestellt. Der Einladung zur Soennecken Impuls 2013, bei der im Juni in Potsdam „das größte Floß der Welt“ gebaut werden soll, folgte die Ankündigung, dass die Veranstaltungsreihe der Genossenschaft fortan im zweijährigen Turnus stattfinden soll.

Studie

Online-Welt und Ladengeschäft

Auf dem Soennecken-Lieferantentag stand auch das Geschäftsfeld Einzelhandel, das 2012 eine umfassende Marktforschungsstudie zum Thema „Einfluss der Online-Welt auf das Ladengeschäft“ in Auftrag gegeben hatte, im Blickpunkt. Geschäftsfeldleiterin Margit Becker präsentierte die wichtigsten Ergebnisse und legte dar, welche Rückschlüsse Soennecken daraus zieht. So habe die Studie ergeben, dass der Haupttreiber für den Online-Einkauf der Preis sei, wobei der Kunde einen Preisvorteil von 20 bis 30 Prozent erwarte. Neben der Preisgestaltung erwies sich als größter Kritikpunkt an den Ladengeschäften die Freundlichkeit der Mitarbeiter. „Der Kunde will umworben werden“, erklärte Becker. Eine fachkundige Beratung allein reiche nicht aus. Die Mitarbeiter müssten „herzlich sein“ und den Kunden begeistern. Auch müsse die Preiswürdigkeit für potenzielle Käufer stärker deutlich werden. Teilnehmer der Studie hätten zudem deutlich gemacht, dass das Ladenlokal durch seine Gestaltung eine „gewachsene Persönlichkeit“ ausstrahlen solle und man sich mehr Serviceleistungen und neue, ungewöhnliche Produkte wünsche. Eine Internetpräsenz sei für Einzelhändler Pflicht, allerdings weniger als Einkaufsquelle, sondern als bedeutender Ort der Informationsweitergabe. Diese Erkenntnisse bildeten die Grund­lage für zahlreiche Aktivitäten in diesem Jahr, erläuterte Margit Becker. So wolle man durch Akzente in der Ladengestaltung die Verweildauer der Kunden erhöhen; den Teilnehmern der Mitgliedergruppe stehe dafür exklusiv der Unternehmensberater und Ladenprofi Stefan Suchanek zur Verfügung. Ein weiteres wichtiges Thema sei unter anderem die Verbesserung der Freundlichkeit beim Verkaufspersonal durch Mitarbeiter-Feedbackgespräche.

www.soennecken.de

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