BusinessPartner PBS

BGH zu Preisangaben im Internet-Versandhandel

Der Bundesgerichtshof hat dazu Stellung genommen, wie im Internethandel auf die vorgeschriebenen Angaben zur Umsatzsteuer und zu den Liefer- und Versandkosten hingewiesen werden muss.

Nach der Preisangabenverordnung ist ein Versandhändler dazu verpflichtet, zusätzlich zum Endpreis der Ware anzugeben, dass die geforderten Preise die Umsatzsteuer enthalten und ob zusätzliche Liefer- und Versandkosten anfallen. Er ist außerdem verpflichtet, diese Angaben dem Angebot oder der Werbung eindeutig zuzuordnen sowie leicht erkennbar und deutlich lesbar oder sonst gut wahrnehmbar zu machen.

In dem der Entscheidung zugrunde liegenden Fall hatte ein Handelsunternehmen seinen Internetauftritt so gestaltet, dass die Angaben zur Umsatzsteuer und zu den Liefer- und Versandkosten weder auf der ersten sich öffnenden Internetseite mit der Abbildung und Beschreibung der beworbenen Produkte noch auf einer anderen Seite mit näheren Angaben zu den jeweiligen Produkten zu finden waren, sondern nur unter den Menüpunkten "Allgemeine Geschäftsbedingungen" und "Service" sowie nach dem Einlegen der Ware in den virtuellen Warenkorb. Wollte ein Internetnutzer sich vor Einleitung des Bestellvorgangs über die von der Preisangabenverordnung vorgeschriebenen Angaben informieren, musste er von sich aus die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sowie die Angaben unter "Service" durchsuchen. Ein Wettbewerber hatte dies beanstandet und das Handelsunternehmen auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz verklagt. Landgericht und Oberlandesgericht Hamburg hatten der Klage mit der Begründung stattgegeben, die Angaben zur Umsatzsteuer und zu den Liefer- und Versandkosten müssten auf derselben Internetseite wie der Preis unmittelbar bei der Abbildung oder Beschreibung der angebotenen Waren stehen.

Der Bundesgerichtshof hat zwar bestätigt, dass der beanstandete Internetauftritt des beklagten Versandhändlers den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprach. Er hat jedoch der Auffassung der Vorinstanzen widersprochen, die Preisangabenverordnung nötige dazu, die zusätzlichen Hinweise auf die Umsatzsteuer und die Liefer- und Versandkosten auf derselben Internetseite zu geben, auf der die Ware angeboten und der Preis genannt werde. Dem Internetnutzer sei bekannt, dass im Versandhandel neben dem Endpreis üblicherweise Liefer- und Versandkosten anfielen. Er gehe auch als selbstverständlich davon aus, dass die angegebenen Preise die Umsatzsteuer enthielten. Es genüge daher, wenn die fraglichen Informationen alsbald sowie leicht erkennbar und gut wahrnehmbar auf einer gesonderten Seite gegeben würden, die der Internetnutzer bei näherer Befassung mit dem Angebot noch vor Einleitung des Bestellvorgangs aufrufen müsse.

Gericht, Datum und Aktenzeichen:BGH-Urteil vom 4. 10.2007 – I ZR 143/04 OLG Hamburg, Urt. v. 12.8.2004 – 5 U 187/03LG Hamburg, Urt. v. 4.11.2003 – 312 O 484/03

Kontakt: www.bgh.de

Verwandte Themen
Vorstellung der neuen B2B-Vernetzungsplattform Mercateo Unite bei den BME-E-Lösungstagen
B2B-Vernetzungsplattform Mercateo Unite gestartet weiter
eBay-Campus in Hannover: Die Online-Platform startet ein neues Programm für Verkäufer-Trainings. (Bild: eBay)
ebay will Händler fit für mehr Umsatz machen weiter
Gonnado nutzt Mobile-Marketing, um die potenziellen Kunden im Netz mittels Online-Coupon-Angabot ins Geschäft zu locken.
Verknüpfungen steigern Effizienz von Werbung weiter
Digitale Produktprofile bei Miele auf Touchscreen-Displays: wird beispielsweise auf Messen eingesetzt, um Neuheiten zu präsentieren
Kanalwechsel der Kunden beherrschen weiter
Die aktuelle Studie von ibi research zeigt Optimierungspotenzial für Online-Händler auf.
Optimierungspotenziale für Online-Händler weiter
Amazon hat angekündigt, die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland in diesem Jahr deutlich zu erhöhen. (Bild: Amazon)
Amazon treibt Personalausbau voran weiter