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Das Bewusstsein für sensible Daten nutzen

15 Prozent der Deutschen wurden schon Opfer von Identitätsbetrug, 65 Prozent davon erlitten dadurch große finanzielle Einbußen. 26 Prozent halten es für möglich, Opfer von Identitätsbetrug zu werden – eindeutige Fakten also, die für die Sensibilisierung in puncto Datenschutz sprechen.

Bild: Hermera/ Thinkstock
Bild: Hermera/ Thinkstock

Nur zwei Prozent der Deutschen trauen Organisationen und Unternehmen den sicheren Umgang mit ihren Daten zu – eine beachtliche Quote. Datenmissbrauch und Identitätsbetrug betreffen dabei alle. Eine Studie des unabhängigen Marktforschungsinstitutes Dynamic Markets im Auftrag von Fellowes zeigt, dass 15 Prozent der Deutschen bereits Opfer von Identitätsbetrug wurden. Im Durchschnitt dauert es 9,6 Monate, bis ein solcher Betrug bemerkt wird und weitere 9,8 Monate, bis das Problem gelöst werden kann. 65 Prozent der Geschädigten erlitten durch den Identitätsbetrug große finanzielle Einbußen.

Kontoauszüge, Lohnsteuerbescheide, abgelaufene Ausweise oder auch nur Name und Geburtsdatum reichen Betrügern, um eine Identität zu kopieren. Mit dieser können sie dann auf Kosten anderer einkaufen gehen und sogar Bankkonten eröffnen. Die Folgen können verheerend sein – nicht nur für das Privatleben sondern auch für den Beruf. So liegt der finanzielle Schaden, der durch einen Identitätsmissbrauch entstehen kann, im Durchschnitt bei 35 000 Euro. Auch Fälle von einer Million Euro und mehr sind bekannt. Tatsächlich sahen sich 59 Prozent der Befragten der Studie von Dynamic Markets Fällen von Trickbetrug durch Identitätsbetrüger ausgesetzt. Personen mit einem relativ hohen Haushaltseinkommen sind gefährdeter.

Insgesamt halten es 26 Prozent für wahrscheinlich, Opfer von Identitätsbetrug zu werden. Das Bewusstsein für die Gefahr ist also vielfach vorhanden – Konsequenzen fehlen jedoch häufig. Wie die Studie zeigt, ist sich der Großteil der Befragten der Gefahr bewusst. So versuchen 94 Prozent sich vor Identitätsbetrug zu schützen. Allerdings nutzen die wenigstens dafür das wirkungsvollste Mittel: einen Aktenvernichter. 75 Prozent schreddern nicht konsequent sämtliche Papierdokumente mit persönlichen Informationen, bevor sie diese entsorgen. Die Gründe: Fehlende Schredder (42 Prozent) und die Annahme, das Zerreißen der Unterlagen sei ausreichend (27 Prozent). Weiter zeigt die Studie, dass das Vertrauen der Bürger in Organisationen und Unternehmen in Hinblick auf den Umgang mit ihren Daten gering ist – gerade mal zwei Prozent empfinden ihre Daten in sicheren Händen. Der Banken- und Finanzsektor wird als am sichersten erachtet. Dabei haben nur 79 Prozent der deutschen Unternehmen aus diesem Sektor umfassende Richtlinien aufgestellt, in denen festgelegt ist, was Mitarbeiter tun beziehungsweise unterlassen müssen, um die Identität von Personen zu schützen. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Zwei Drittel der Befragten fordern von ihren Unternehmen, mehr für den Datenschutz zu tun.

IT-Sicherheit ist Hightech-Thema Nummer 1

Das wichtigste Hightech-Thema des Jahres 2014 ist IT-Sicherheit. Das hat die jährliche Trendumfrage des BITKOM in der IT-Branche ergeben. Danach nennen 57 Prozent der befragten Unternehmen IT-Sicherheit als Top-Thema. Damit verdrängte es Cloud Computing, den Dauerspitzenreiter der letzten Jahre, mit 49 Prozent der Nennungen auf den zweiten Platz. „Das Bewusstsein für die Sicherheit von IT-Systemen und Datenschutz ist infolge des Abhörskandals gestiegen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Auf dem dritten Platz der wichtigsten Themen liegt Mobile Computing, das 47 Prozent der Befragten nennen. Dicht dahinter folgt mit 44 Prozent Big Data Analytics, das unter dem Begriff Datability Schwerpunktthema der diesjährigen CeBIT war. Aufsteiger des Jahres ist das Thema Industrie 4.0, das 22 Prozent der Unternehmen nennen, womit es auf Platz 10 des Rankings landet.

Privatnutzer wie professionelle IT-Anwender können die Sicherheit ihrer IT-Systeme und Daten deutlich erhöhen, indem sie Virenschutzprogramme und Firewalls nutzen und darüber hinaus spezielle Erkennungssysteme für Cyberangriffe oder Datendiebstahl einsetzen. Weitere Themen im Zusammenhang mit IT-Sicherheit sind der Schutz von Daten in der Cloud sowie die Einbindung von privaten Endgeräten in die IT-Landschaft einer Organisation unter dem Stichwort „Bring your own device“. Mit den Trends zur Heimvernetzung, dem Aufbau von Smart Grids im Energiesektor oder der zunehmenden Digitalisierung in der Industrie werden die Herausforderungen im Bereich IT-Sicherheit weiter steigen.

Während heute fast jeder private Internetnutzer auf Cloud-Dienste zugreift, hat sich das Wachstum im gewerblichen Einsatz zuletzt etwas abgeschwächt. Laut dem aktuellen Cloud Monitor von KPMG und Bitkom Research nutzen aktuell 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland Cloud Computing, nach 37 Prozent im Vorjahr. Der Großteil der Unternehmen setzt Private Clouds ein, bei der IT-Leistungen wie Speicherplatz, Rechenleistung oder Software über ein internes Netzwerk bereitgestellt werden. Neben der Steigerung ihrer Effizienz führt der Einsatz von Cloud-Lösungen zunehmend zur Entwicklung neuer Produkte und Dienste. Insbesondere die steigende Verbreitung von Smartphones, Tablets und leistungsstarken Datennetzen im Mobilfunk führt in Verbindung mit Cloud-Diensten zu zahlreichen Innovationen. Die Anwendungen reichen vom Gesundheitssektor über betriebswirtschaftliche Nutzungen bis zu Lösungen für die Landwirtschaft.

Vielfältige Einsatzgebiete von Big Data

Big Data Analytics bezeichnet die Analyse großer Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen mit hoher Geschwindigkeit. Dabei kommen verschiedenste Technologien zum Einsatz: von verteilter Speicherung und neuartigen Datenbanken über linguistische und semantische Analysen bis zu Visualisierungs-Tools. Ziel ist es, einen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen. Die Einsatzgebiete von Big Data sind vielfältig. So kann die Verbreitung von Epidemien genauer und schneller vorausgesagt werden als früher. In der Verkehrslenkung verringern Big-Data-Lösungen Staus und verhindern Unfälle.

Händler können die Prognosen über den Verkauf ihrer Produkte verbessern und den Ausschuss verderblicher Waren reduzieren. Unter der Wortschöpfung Datability ist die Datenanalyse Top-Thema der CeBIT. Die Hightech-Messe betont damit die Verantwortung der Anbieter und Anwender für Privatsphäre und Datenschutz.

Die mobile Internetnutzung mit Geräten wie Smartphones und Tablet-Computern ist einer der Megatrends der vergangenen Jahre. 85 Prozent der Internetnutzer gehen heute mit mobilen Geräten ins Netz und nur noch 69 Prozent mit einem stationären Computer. Die mobile Nutzung von sozialen Netzwerken, Video- und Musikdiensten, Navigation oder Spielen erreicht schon heute einen Massenmarkt. Laut Gartner werden bis zum Jahr 2017 weltweit rund 268 Milliarden Apps für Mobilgeräte heruntergeladen. Unternehmen und andere Organisationen stehen vor der Herausforderung, Mobilgeräte und die darauf angebotenen Apps möglichst sicher in die eigene IT-Infrastruktur zu integrieren. Zudem müssen sie ihre Inhalte für die unterschiedlichen Bildschirmgrößen und mobilen Betriebssysteme aufbereiten. Neben Smartphones und Tablets erreichen immer mehr tragbare Kleingeräte, so genannte Wearables, wie Datenbrillen, Smartwatches oder Fitness-Tracker die Marktreife.

www.bitkom.org

www.datendiebe-chancenlos.de

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