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Prozesskosten im Griff

Namen wie PBS Deutschland und Alka sind in der deutschen PBS-Handelslandschaft ein Begriff. Über die Intention und Aufstellung der dahinter stehenden pbs Holding AG mit Sitz im österreichischen Wels ist weitaus weniger bekannt.

„Die Alleinstellungsmerkmale der pbs Holding-Gesellschaften sind starke Kundenbindung verbunden mit Technologieführerschaft im Bereich Warenwirtschaftssystem und Logistik. Diese Strategie hat die Gruppe zum führenden PBS-Groß- und Einzelhändler in Zentraleuropa gemacht“, so die Positionsbeschreibung von Dr. Richard Scharmann, Vorstandsvorsitzender der Holding. Je mehr die Gesellschaften dem Kunden von seinem Beschaffungsprozess abnehmen (und der Kunde dadurch seinen Aufwand reduziert) und je rascher sie die gewünschten Produkte liefern können, umso höher wird laut Scharmann die Kundenbindung. Letztendliches Ziel sei eine durchgängige Vernetzung vom Lieferanten bis zum Kunden, um kostenoptimal bestmögliche Serviceleistungen anbieten zu können. „Wettbewerbsfähigkeit heißt für uns Prozesskostenführerschaft. Bequem, schnell und verlässlich“, bestätigt der Vorstandschef das Konzept.

Zur besseren Steuerung des Konzerns wurde 2002 die pbs Holding als Konzernzentrale etabliert und sukzessive eine organisatorische Trennung in drei Marktsegmente eingeleitet. Der Großhandelsbereich ist ausschließlich im Marktsegment PBS-Fachhandel als Dienstleister tätig. Bei den zur Holding-Gruppe gehörenden Unternehmen PBS Deutschland und pbs Austria, die zu den führenden Playern im deutschen und österreichischen Vollsortimentsgroßhandel zählen, werden laut Scharmann durch Nutzung integrierter Warenwirtschaftssysteme bereits mehr als 75 Prozent des Ordervolumens elektronisch abgewickelt.

Der Vorstand der pbs Holding AG (von links): Renald Knogler (Finanzen & Recht);
 Vorsitzender Dr. Richard Scharmann und sein Stellvertreter Andreas Schachtner (IT & Logistik)
Der Vorstand der pbs Holding AG (von links): Renald Knogler (Finanzen & Recht); Vorsitzender Dr. Richard Scharmann und sein Stellvertreter Andreas Schachtner (IT & Logistik)

Der Vorstand der pbs Holding AG (von links): Renald Knogler (Finanzen & Recht);

Vorsitzender Dr. Richard Scharmann und sein Stellvertreter Andreas Schachtner (IT & Logistik)Im B2C-Bereich werden derzeit über 70 Skribo-Geschäfte via Franchisesystem im Markt geführt. Die Gesamtkonzernkompetenz soll bei Skribo über speziell für den Fachhandel entwickelte EDV-Systeme zur Wirkung kommen. Über die Kassendaten des vollintegrierten Warenwirtschaftsystems ist quasi der Hersteller mit dem Endverbraucher verbunden. Die physische Logistik wird dann jeweils vom wirtschaftlich effizientesten Anbieter durchgeführt. Im B2B-Bereich werden spezielle Lösungen als Service bei der Belieferung von gewerblichen Endverbrauchern mit Office-Produkten angeboten. Auch hier werden mittlerweile über 60 Prozent der Bestellungen elektronisch abgewickelt, wie Scharmann betont. In Deutschland bieten hier sowohl PBS Deutschland als auch Alka auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmte Lösungen an.

Die nach Kundensegmenten gegliederte Marktbearbeitung baut dabei auf die Kernkompetenz im Bereich Logistik- und IT-Systeme. Die Aufgabe der Logistik wird in der Überwachung der Waren- und Datenflüsse vom Produzenten weg bis hin zum Endverbraucher gesehen. Soweit wie möglich sollen die damit verbundenen Prozesse vereinheitlicht und optimiert werden. Der Ausbau der Logistik soll dabei „immer den Entwicklungen auf den jeweiligen neuen Märkten Rechnung tragen“.

Dr. Richard Scharmann: „Wettbewerbsfähigkeit heißt für uns Prozesskostenführerschaft.“
Dr. Richard Scharmann: „Wettbewerbsfähigkeit heißt für uns Prozesskostenführerschaft.“

Dr. Richard Scharmann: „Wettbewerbs-fähigkeit heißt für uns Prozesskosten-führerschaft.“„Auf dem Weg in Richtung eines europäischen PBS-Dienstleistungskonzerns geht die pbs Holding weiter konsequent ihren Weg“, wie Scharmann ankündigt. Die entwickelten Geschäftsmodelle wurden mittlerweile in weiteren fünf Ländern eingeführt, indem marktführende Unternehmen übernommen wurden. Die Expansionspolitik war und ist dabei durch eine „Politik der Chancen“ gekennzeichnet. Ziel sei es, geeignete Unternehmen zu identifizieren, die optimal zum Geschäftsmodell der Prozessoptimierung passen, und durch professionelles Integrationsmanagement in kürzester Zeit die in Österreich entwickelten Systeme und Prozesse im Markt dort einsetzen zu lassen. Inzwischen werden die Warenströme auf zentraleuropäischer Ebene gelenkt: sechs Länder, fünf Sprachen, 100 000 Produkte. Zentrale Datenbestände und IT-Strukturen sollen den weiteren europäischen Ausbau unterstützen. „Unser Ziel ist es, in zehn Ländern mit sieben Sprachen und einem Umsatz von 300 Millionen Euro tätig zu sein. Dieses Ziel streben wir aus eigener Kraft in den nächsten Jahren an“, so Richard Scharmann.

Parallel zur Ausrichtung der Vorstandsverantwortlichkeiten nach länderübergreifenden Kundensegmenten steht die lokale Ausrichtung der Marktbearbeitung im Vordergrund. Die jeweiligen Geschäftsführer sollen so die internationalen Strukturen nutzen und damit „eine optimale Ausrichtung auf die lokalen Bedürfnisse aller Kunden wie auch der jeweiligen Markterfordernisse schaffen“. So sind in allen Ländergesellschaften lokale Manager und Geschäftsführer für die Unternehmensentwicklung verantwortlich. Aufgrund der „Politik der Chancen“ ist es für die pbs Holding nicht nur entscheidend, internationale Geschäftsmodelle zur Verfügung zu haben, sondern auch auf das Commitment des Managements und der jeweiligen Mitarbeiter vor Ort setzen zu können.

Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven Auch im Geschäftsjahr 2008 wurde die kontinuierliche Entwicklung der Gesellschaften unter dem Dach der pbs Holding AG fortgesetzt. „Vor allem im deutschen Markt konnte der Ausbau der Serviceleistungen und die damit verbundene Kundenbasis weiter deutlich gesteigert werden“, wie Scharmann betont. Neben der Übernahme und Integration der Vertriebsaktivitäten von Schreyer konnte die PBS Deutschland inzwischen mehr als 700 CIPS-Systeme im Markt installieren. Das im CIPS integrierte CAOS-System, das den Fachhändler in die Lage versetzt, seine Großhandels- und Industriedirektbezüge zu optimieren, verzeichnet laut dem Vorstandschef eine Umsatzverdopplung. Darüber hinaus konnten neue Partner in den beiden Leistungsnetzwerken Skribo und Büroprofi begrüßt werden.

Jörn Lambertz, Geschäftsführer der PBS Deutschland: „Wir werden unsere Position im harten Wettbewerb weiter gezielt ausbauen.“
Jörn Lambertz, Geschäftsführer der PBS Deutschland: „Wir werden unsere Position im harten Wettbewerb weiter gezielt ausbauen.“

Jörn Lambertz, Geschäftsführer der PBS Deutschland: „Wir werden unsere Position im harten Wettbewerb weiter gezielt ausbauen.“Neben der Anfang Dezember gestarteten Zusammenarbeit mit Soennecken sollen in den nächsten Monaten neue Vertriebstools, weitere CAOS-Partner und neue Marketingprogramme den Fachhändler in seinen Abläufen entlasten und in seiner Wettbewerbsposition stärken. Im Bereich der Alka wurde zudem eine Erweiterungsinvestition abgeschlossen, die die Kapazität der bewältigbaren Tagespositionen beinahe verdoppelt. Auch hier sieht Scharmann „eine sehr positive Resonanz der Händler, die sich in ihrer Endkundenbetreuung auf Alka als leistungsstarken Servicepartner verlassen können“.

Für die kommenden Monate sieht Richard Scharmann einen fortgesetzten Trend von erfolgreichen Fachhändlern, die einen klaren Fokus in der Marktbearbeitung haben und ihre betriebliche Administration als auch die Beschaffungsorganisation optimieren wollen. „Hier haben wir gerade in Deutschland noch viel zu tun, aber wer es schafft, seine eigenen Arbeiten des laufenden Betriebes zu reduzieren, um die größtmögliche Zeit auf die Kundenbetreuung zu verwenden, der wird im harten Wettbewerb seine Position behaupten und in vielen Fällen sogar ausbauen können“, zeigt sich Jörn Lambertz, Geschäftsführer der PBS Deutschland, optimistisch. Maßgabe sei die tägliche Partnerbetreuung. Mit den eigenen System- und Servicebausteinen sieht man sich gut gerüstet.

Die pbs Holding AG im Überblick: Das Unternehmen baut auf eine über 200-jährige Geschichte und entstand aus einer Druckerei, die später um Handelsaktivitäten erweitert wurde. Nach 1945 entwickelte sich daraus das führende Großhandelshaus für Schulbedarf und Büroartikel in Österreich, aus der Druckerei wurde der dort führende Schulhefte-Hersteller Format Werk. Ab 1990 wurde die logistische Kernkompetenz sukzessive zum Supply Chain Management (SCM) ausgebaut. Die seit damals getätigten umfangreichen Investitionen in EDV, Abläufe und Distribution haben dazu geführt, dass die Gesellschaften im PBS-Groß- und Einzelhandel zu den führenden Unternehmen in Europa gehören, insbesondere hinsichtlich ihres Warenwirtschafts- und Prozessmanagements. Aus strategischen Überlegungen heraus wurden in den nachfolgenden Jahren marktbedeutende Unternehmen in Österreich, Tschechien, Ungarn und Deutschland gekauft und integriert. Weitere Markteintritte folgten in der Slowakei und in Slowenien. Derzeit ist die Gruppe in sechs Ländern aktiv. 2008 wurde ein Umsatz von rund 205 Millionen Euro mit etwa 1000 Mitarbeitern erwirtschaftet. Die notwendige Entscheidungssicherheit wird auf Eigentümerebene durch eine 51-prozentige Beteiligung des Vorstandes hergestellt.

www.pbs-holding.com, www.pbsdeutschland.de, www.pbs-alka.de  

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