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Im Dschungel der Umweltlabels

Öko-Labels sind im Trend. Fast jeder Papierhersteller drängt mit einer eigenen Range auf den Markt. Den Überblick zu behalten und Kunden bei ihrer Kaufentscheidung zu beraten, ist nicht leicht. Orientierung gibt eine neue Broschüre der Firma Sihl + Eika.

Erderwärmung, Klimawandel und daraus resultierende Umweltkatastrophen bestimmen mehr und mehr die öffentliche Diskussion und unser Leben. Der Umweltschutz entwickelt sich deshalb auch in Papierherstellung und -handel zu einem weiteren Produktmerkmal. Über die Jahre sind hier zahlreiche Zertifizierungen und Labels entstanden, die Aufschluss über ökologische und sozial nachhaltige Produktion geben und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ziel dieser Zertifizierungen ist es, Verbraucher auf produkttypische Umwelteigenschaften hinzuweisen. Zudem beschleunigen die Umweltzeichen durch ihre strengen Vergabemaßstäbe den technischen Wandel, fördern zukunftsorientierte Innovationen und schaffen Anreize zur Weiterentwicklung technischer Standards. Die Firma Sihl + Eika hat es sich zur Aufgabe gemacht, ökologisch sinnvolle Produkte zu fördern und konsequente Aufklärungsarbeit zu leisten. In Zusammenarbeit mit Schneidersöhne entwickelte der schweizerische Großhändler eine Broschüre, die Orientierung im Dschungel der Labels gibt. BusinessPartner PBS stellt Ihnen die wichtigsten Labels vor:

FSC (Forest Stewardship Council)

Umweltschutz beginnt beim Anbau der nachwachsenden Rohstoffe. Die ge- meinnützige Organisation Forest Stewardship Council (Rat für verantwortungsvolle Waldnutzung);

die von Umweltorganisationen, Sozialverbänden und Unternehmen getragen wird, setzt sich seit 1993 für umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung der Wälder ein und fördert die Vermarktung dieser Rohstoffe. Das Label unterliegt strengen Kontrollen und schließt auch die Produktionskette mit ein. Damit ein Produkt mit dem FSC-Label gekennzeichnet werden kann, muss es bis zu seinem Ursprung lückenlos rückverfolgbar sein. Der Erfolg des Labels liegt neben den strengen Richtlinien darin, dass alle betroffenen Gruppen (Umwelt, Soziales, Wirtschaft) in die Prozesse eingebunden sind und die Standards, die für jedes Land auf Basis von zehn Prinzipien individuellen und regionalen Notwendigkeiten angepasst werden, mitgestalten. Unterschieden wird bei FSC-zertifizierten Papieren zwischen:

FSC 100%: Das Produkt enthält ausschließlich Holz aus FSC-zertifizierten Wäldern.

FSC Mix: Neben FSC-zertifizierten Rohstoffen wurde auch nicht zertifiziertes Material verarbeitet. Holz aus illegalen Quellen, Raubbau oder ohne Herkunftsnachweis ist in dieser Mischung ausgeschlossen.

FSC Mix Recycling: Zusätzlich zur Rohstoffkombination des FSC Mixes enthält Papier dieses Zertifizierungsgrades einen bestimmten Anteil kontrolliertes Altpapier.

FSC Recycling: Das FSC-Recycling-Label wird beim Einsatz von 100 Prozent kontrolliertem Altpapier vergeben. Altpapier steht hier für Papiere und Kartons, die bereits verarbeitet und gebraucht wurden. Fertigungsausschuss gilt nicht als Recyclingmaterial.

PEFC (Programme of the Endorsement of Forest Certification Schemes)

Der PEFC-Prozess, dessen vorrangiges Ziel die Dokumentation und Verbesserung der nachhaltigen Waldwirtschaft in Europa ist, wurde von skandinavischen, französischen, deutschen und österreichischen Waldbesitzern und Teilnehmern aus der Holzwirtschaft angestoßen. Basis für die Vergabe des Labels sind die 1993 von den europäischen Forstministern festgelegten Grundsätze einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Aufgrund seiner regionalen Ausrichtung ist das PEFC kosteneffizient und auch für kleinere Forstbetriebe geeignet. Darüber hinaus ist das Label offen für die Anerkennung anderer Zertifizierungssysteme inner- und außerhalb Europas, sofern diese glaubwürdig, freiwillig und transparent sind. Aufgrund dieser umfangreichen Verbreitung stehen wesentlich größere PEFC-zertifizierte Holz- und Papiermengen zur Verfügung als FSC-zertifizierte.

Nordischer Schwan

Das aus Skandinavien stammende Nordic Ecolabelling Board bewertet lückenlos den gesamten Herstellungsprozess der Papiere. Angefangen bei der Rohstoffquelle bis hin zur Produktion werden Energie-, Wasserverbrauch und Schadstoffausstoß gemessen und nach einem Punktesystem bewertet. Das Label fördert Produkte, die die Umwelt möglichst wenig belasten und deren komplettes Herstellungsverfahren den hohen Standards entspricht. Es setzt dabei auf ökologisch nachhaltige Forstwirtschaft, die Schonung natürlicher Ressourcen sowie eine geringe Umweltbelastung durch die Produktion und eine Reduktion der Abfälle. Konkret unterstützt der Nordic Swan Holz aus zertifizierten Forsten, die Verwendung umweltschonender Produktionschemikalien, reduzierte Freisetzung von Phosphor und Säure bildenden Substanzen, verminderte Emission von Schwefel und Stickstoff, geringeren Energieverbrauch, Abfalltrennung, Qualitäts- und Umweltsicherheit.

Der Blaue Engel

Der Blaue Engel ist das älteste Umweltzeichen der Welt für Produkte und Dienstleistungen. 1977 als Instrument der Umweltpolitik ins Leben gerufen, dürfen 3 600 Produkte aus 80 verschiedenen Produktkategorien das Label tragen. Im Papiersektor erhalten ausschließlich Recyclingpapiere, bei deren Produktion auf umweltbelastende Chemikalien, Färbe- und Bleichmittel verzichtet wurde, den Blauen Engel. Darüber hinaus wird bei der Vergabe des Labels auf sparsamen Umgang mit Rohstoffen, geringen Energieverbrauch und umweltgerechte Entsorgung der Produktionsabfälle geachtet.

TCF (total chlorfrei) und ECF (elementar chlorfrei)

Auch in der Produktion können Papiere unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt werden. Hierbei steht besonders der Gewässerschutz im Mittelpunkt. Zudem verzichten diese Papiere auf optische Aufheller.

TCF: Das TCF-Label wird für Papiere aus Zellstoff vergeben, die ohne Elementarchlor oder Chlorverbindungen gebleicht wurden. Dieses Bleichverfahren schließt produktionsbedingte AOX-Werte im Abwasser aus. TCF-Papiere werden mit Sauerstoffverbindungen gebleicht.

ECF: Diese Papiere werden aus Zellstoff hergestellt, die ohne Elementarchlor, aber mit Chlorverbindungen gebleicht wurden. ECF-Papiere werden oft nicht mehr deklariert, da sich aus diesem Verfahren ein regulärer Standard entwickelt hat.

Kontakt: www.papier.ch

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